Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
569
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Lethe LeucippuS K6S

Lethe, Fluß der Unterwelt, dessen Wasser die Kraft hatte, daßdieSeelender Verstorbenen, welche daraus tranken, olles auf der Erde erlittene Ungemach ver-gaßen. Eigentlich mußten nur Diejenigen daraus trinken, welche wieder auf dieOberwelt zu neuen Körpern zurückkehren sollten, um zugleich die im Elysium ge-nossenen Freuden zu vergessen.

L e t t e n, s. Liefla nd.

Lettern (verschiedene Arten ders), si Schriften.

Leuch tenberg, freie Standesherrschaft (vor 1806 eine gefurstete Land-grafschaft mit Sitz und Stimme aufdem Reichstage), liegt im alten Nordgau, anderNaab in derOberpfalz, und gehört zum Regenkreise des Königr.Baiern. Sieist 4 dM. groß und hat 5300 Einw. Das Städtchen Pfteimbt ist der Hauptort.Ein altesBergschloß in dem Marklfl. Leuchtenberg war der Stammsitz der Land-grafen. Nach dem Tode des letzten (1646) fiel die Landgrafschaft an Baiern . Derlehtverst. König von Baiern gab sie 1817 seinem Schwiegersöhne Eugen (s. d.)nebss dem Fürstenthume Eichstedt (s. d.) als freie Standesherrschaft unter Ober-hoheit der Krone. Dafür überließ Herzog Eugen die 5 Mill. Franken, welcheihm derKönig beiderSicilien alsEntschädigung für seineDototivnimKönigreicheNeapel bezahlte der Krone Baiern; seine in Lombardei -Venedig gelegenen Güterüberließ er an O lreich für die Summe von 7M. Fr. Außerdem behielt er» nacheinem mit der päpsil. Kammer abgeschlossenen Vertrage, seine Güter in derMarkAncona, deren Emk. man auf 850,006 Fr. schätzt, und zu denen die Abtei Chiara-valle gehört. Die Eink. desHerzogs aus seinen Besitzungen (ohne die Zinsen seinerbedeutenden Capitalien) betragen über IM, 600,000 Fr. oder an 618,000 Gld.,wozu Eichstedt etwa 110,000Gld. beisteuert.

Leuchtkugeln, Feuerkugeln, deren Schein eine beträchtliche Weiteumher erhellt. Man wirft sie des Nachig aus Haubitzen oder aus Mörsern auf Ge-genstände, die man erkennen will. Leuchtkugeln Heiken auch bei Lustfeuerwcrkendie kleinen, runden Lichtmassen, welche in die Höhe steigen und eine Zeit langsehr hell leuchten.

Leuchtthurm, s. Pharus.

Leucippus, der Stifter der atomistischen Schule in der griech. Philosophieund Lehrer des Demokrit . Noch Einigen war er aus Abdera, nach A. au« Elea,wieder noch A. von der Insel Melos gebürtig, und lebte 500 vor Chr. Sein Leh-rer warZeno derEleatiker. Um den Streit der Vernunft mit der gemeinen Sin-nenerfahrung , welcher durch die eleaiische Schule vorzüglich erregt worden war,zu vermitteln, erfand er sein System, welches er dem der Eleaten entgegensetzte.Die ältern Eleatiker läugneten nämlich die Wirklichkeit der Bewegung, den leerenRaum und die Vielheit der Dinge, indem sie alle« Vorhanden« auf eine einzige ewigeund unveränderliche Substanz zurückführten. Dagegen nahm LeucippuS einenunendlichen Raum an. In diesem Raume befinden sich nach seiner Ansicht einezahlloseMenge so kleiner Körperchen, daß sie sinnlich nicht wahrgenommen werdenkönnen. Sie sind an und für sich untheilbar (daher der Name Atonren); denn wollteman ihnen eine unendlicheTheilbarkeit beilegen, so würden sie zuletzt in Nichts ver-schwinden. Diese Atomen nun bewegen sich von Ewigkeit in dem unendlichen leerenRaume nach einem nothwendigen Gesetze und bilden durch ihre Vereinigung undTrennung das Entstehen und Vergehen der Dinge. Da die Einheit nie Mehrheit,und die Mehrheit nie Einheit werden kann, so können auch die Atomen bei ihrerVereinigung keine wahren Einheilen bilden, sondern bloße Anhäufungen, sodaßihr gegenseitiges Wirken und Leiden nur auf Berührung hinausläuft. IhremWesen nach find alle Atomen einander völlig gleich aber von unendlicherMannig?faltigkeil derFormen und Gestalten, wodurch sich dieMannigfaltigkeit der durch siegebildeten Körper erklärt. Außerdem unterscheiden sich auch die Atomen durch ihre