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Lesueur (Jean Fran^ois) Lethargie
und einfach; doch fehlt ihr hinlängliche Wahrheit und Kraft, daher an seinen Bil-dern eine gewisse Einförmigkeit, hier und da auch wol zu große Zierlichkeit bemerktwird. Daß L. die hohe Stufe der Vollkommenheit erreicht hat, welche man in sei-nen Werken findet, ist um so bewunderswürdiger, als er nie sein Vaterland, jakaum Paris verlassen, sich also nur nach den wenigen daselbst vorhandenen Vor-bildern der Antike und der italienischen Schule gebildet hat. Rafael hat er vor-nehmlich nach den Kupferstichen des Marc Anton studirt. L. ist wegen seiner Bil-dung als der eigentliche Repräsentant der franz. Schule zu betrachten; denn Pous-sin, der noch über ihm steht, gehört doch mehr den Italienern als den Franzosenan. Er war ein Mann von sanftem, aufrichtigem Charakter und wurde deßhalbvon Jedermann geachtet, obgleich die Eifersucht seines Nebenbuhlers Lebrun, derin der Kunst den Ton angab und den Geschmack tyrannisirte, seinen Ruhm beiLebzeiten nie ganz emporkommen ließ.
Lesueur (Jean Franrois), Componist, ein Nachkomme des großen Ma-lerSgl.N., geb. d. 15. Febr. 1763 bei Abbeville auf dem Lande, kam in die Musik-schule der Kathedrale zu Amiens und ward, als er seine musikalischen Studien voll-endet hatte, bei den Kathedralen zu Saez und Dijon, 1784 aber in Paris an derKirche der Innocens alsMusikdirector angestellt. Hier gewann er bald Sacchini'sFreundschaft. 1786 erhielt er von mehren Concurrenten dieMetropole von Paris underwarb sich sowol durch seine großartigen und geistreichen Tondichtungen alsdurch die Trefflichkeit, wie er sein Orchester leitete, die allgemeinste Anerkennung.Bald zog ihn aber sowol Neigung als Sacchini's Rath zu Arbeiten für das Thea-ter hin. „Telemach" war seine erste Oper, welche auf dem Theater Feydeau mitdem größten Erfolge gegeben wurde. 1788 legte L., um sich ganz der theatralischenMusik zu widmen, seine Stelle an Notre-Dame nieder und lebte bis 1792 bei ei-nem Freunde und Gönner, Bochard de Champagny, in dessen Hause er so anhal-tend arbeitete, daß sein für seine Gesundheit besorgter Wirth, um ihn von nächt-lichen Arbeiten abzuhalten, ihm nicht mehr Licht zukommen ließ, als nöthig war,die halbe Nacht aufzubleiben. L. beschäftigte sich damals mit Componirung seinerOper: „bn eurer,,e"; da ihm nun einst das Licht ausging, und er dennoch sichnicht unterbrechen lassen wollte, so legte er sich platt auf die Erde hin und schriebam Kamin beim matten Schimmer einiger Holzscheite so lange fort, daß ihn amandern Morgen Hr. Champagny noch in dieser unbequemen Stellung fand. Nachvielen Hindernissen gelang es ihm 1793, diese Oper (I-, eure, ,,<-) in die Scene zubringen, die, besonders durch ihre im größten Styl t erfaßten Chöre, den glänzend-sten Beifall erhielt. Auf Chenier's Vorschlag wurde er Pros. der Musik an demNationalinstitute und schrieb mehre Festmusiken zur Zeit der Republik , wurdedann durch Intrigue seinerStelle entsetzt, aber durch Donaparte wieder eingesetzt.1798componirte er noch „Paul undDirginie", den „Tod Adams" und die „Bar-den ". Das letzte Werk, sein vollendetstes, in welchem der Componist den GeistOs-sian's beschworen zu haben scheint, erwarb ihm die Zuneigung Napoleons in ei-nem solchen Grade, daß ihn derselbe zum Nachfolger von Paesiello als Copellmei-ster ernannte, ihm den Orden der Ehrenlegion verlieh und eine goldene Dose mitder Inschrift: „Der Kaiser der Franzosen dem Componisten der Barden", schenkte.Mit Cherubim, Mehul , Langlc und Rigal arbeitete L. an dem von Catel 1816herauSgegeb. Werke; „8ur les Principes eleiiientaiiesüe musigue"; außerdemhak man von ihm einen „k'ssui sur lu musiguv savree" (1787) und „bcltres etreponso ä OuiNarrl, sur I'nperu sie tu morl il'.lüuin , ot sur plusieurs poiiitsü'ulilile relutils uns urt« el uux leltrcr" (1801).
Lethargie, ein tiefer und langer Schlaf, der übrigens von keiner speciel-len Verletzung der Lcbensorgane begleitet wird und seine Ursache im Gehirn hat.Er fodert sorgfältige Behandlung, nicht immer ein stürmisches Erwecken.