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Leyden (Iehann v.) Lider
nerien. Die Stadt hatte am 12. Jan. 1801 das Unglück, daß ein mit 40,000Pf. Pulver beladeneS Schiff, welches in der Stadt lag, in die Luft flog, wodurchdie zu beide» Seiten des Canals stehenden Häuser zusammenstürzten, und eineMenge Menschen ihr Leben verloren. Leyden ist der Geburtsort des als dasHaupt der Wiedertäufer bekannten Johann von Leyden und des berühmten Phy-sikers Peter v. Musschenbroek.
Leyden (Jan oder Johann von), s. Taufgesinnte.
Leyden (Lucas von), s. Lucas von Leyden .
L' hopital (M. de), s. Hopital .
Libanon und Antilibanon, zwei gleichlaufende Gebirge in Syrien ,welche Palästina nördlich begrenzen. Die größte Höhe des Libanon beträgt 9KOOFuß. Die Städte Said (das ehemalige Sidon) undTarablus (Tripvli di Syria )liegen am Fuße dieser Gebirge. In dem Theile des Gebirges, welches der letztenStadt am nächsten ist, sind noch die Reste der ehemals so berühmten Cedern vonLibanon vorhanden, welche die Phönizier zu ihrem Schiffsbaue gebrauchten. Aufdem Libanon hat der Patriarch der Maroniten seinen Sitz. Der Emir wohnt indem Mondskloster Deir al Kamar . Den Aniilibanon, oder den nördlichen Theildes Gebirges, bewohnen die Mutavelis, den südlichen die Drusen (s. d.).
Libation, bei den Römern eine Art Opfer, wobei man einen Kuchen vonMehl oder dgl. auf den Altar legte und Etwas davon verbrannte, besonders aberWein auf denAltar der Götter goß (Trankopfer). Auch bei den häuslichen Mahl-zeiten geschahen Libationen, indem wanden Laren etwas Speise in dasFeueraufdemHeerde warf, Bon allenFrüchten legte man ebenfalls einen kleinen Theil denGöttern zu Ehren auf einen Altar, Tisch u. s. w., oder warf dergl. den Meergöt-tern zu Ehren ins Meer. Bei den Leichen geschah die Libaiion erst den neuntenTag nach der Verbrennung oder Beerdigung, und zwar besonders mit Milch,Wein oder Blut, und damit pflegte man die Leichenfeierlichkeit zu beschließen. Berden Opfern mußte der Priester den Wein- womit er das Opferthier besprengte,vorher kosten und eben dasselbe auch Diejenige thun lassen, welche das Opfer brach-ten. DieseHandlung hieß liburo (üolibare), welches daher auch Etwas anrührenoder kosten bedeutet.
Libau , russische Handelsstadt mit einem Hafen und Leuchtthurm an derOstsee im ehemal. Herzogthunie Kurland , am See und am Flusse gl. N., der sichhier in die Ostsee ergießt, hat 450 meistens hölzerne Häuser, 2 lutherische, 1 ka-tholische Kirche, ein vortreffliches Seebad und 6000 Einw. Jährlich kommen über260 Schiffe daselbst an, die vorzüglich Hanf, Leinsamen w. laden. Die jährl:Ausfuhr beträgt am Werthe gegen 100,000 Rubel. Der Hafen ist seicht, undschwer beladene Schiffe müssen auf der Rhede liegen bleiben; doch sind Versuchegemacht worden, den Hafen zu vertiefen.
Libell (l ibellue), ein jede kleine Schrift von einigen Blättern, besondersder gerichtliche Anschlag bei Versteigerungen; dann jede Klagschrift, welchebei denRömern der Kläger dem Prütvr überreichte (in welchem Sinne wir noch jetzt Klag-libcllsagen); ferner dieBittschriften an dieKaiser und Sendschreiben derselben anden Senat; auch ihre öffentlichen Verordnungen an das Volk. lübcllus cwloio-l iuz bedeutete eine Anklage, welche durch heimliche Angeber gemacht wurde, i.l-Kdliui 1ä,ein Pasquill is, d.). Aus Hl-ellu-, ist das Engl . Bill ent-standen. — Libellen aber sind die Wasserjungfern.
L i b e r, Beiname des Bacchus bei den Römern, der den Begriff eines La-sers und Befreiers bezeichnete. Ursprünglich war Liber ein alkitalienischer Gottder Zeugung und Fortpflanzung, der seine» Namen von dem alten Worte lil,-,, ,;(gießen, befeuchten) erhalten haben soll. Er wurde mit der Llbera (Proserpina )und der Ceres gemeinschaftlich verehrt-