Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
592
JPEG-Download
 

592

Licgnitz Ligne

polnischer Hoheit, welches der letzte Heermcister des deutschen Ordens, Gotthard Kertlcr, von dieser Krone zum Lehn erhielt. Von dieser Zelt an ward Liefiand derunglückliche Zankapfel, um welchen sich Schweden, Rußland und Polen fast einganzes Jahrh, (von 1561 — 1660) stritten. In dem Frieden zu Oliva, 1660,trat Polen diese Provmzen an Schweden ab, unk sie wurden nun mit Esthland ver-einigt. Beide Länder kamen endlich durch den Nystädlischen Frieden 1121 andas russische Reich. Licfiand grenzt gegen O. an Ingermannland, gegen S. anLithauen und Samog'ticn, gegen W. an die Ostsee und gegen N. an den finnischenMeerbusen. Es ist fruchtbar an Gras und Getreide und besteht aus 2 Landschaf-ten: Esthland ss. d.) und Liefiand (Eschen und Letten), wovon das Erste amfinnischen Meerbusen, Letzteres aber gegen die kurländischen und polnischen Gren-zen liegt. Die Leiten, ursprünglich mit den Lithauern Ein Volk und also einStamm der Finnen, sind größtenkheils leibeigen; der empörende Druck, unter wel-chem sie von ihren adeligen Tyrannen gehalten wurden, ist seit der kacherl. Ver-ordnung von 1804 sehr gemildert und den 6. Jan. 1820, nach der von, licfländ.Adel entworfenen Grundlage, aufgehoben worden. Außer ihnen befinden sich vieleDeutsche, Russen und Schweden im Lande. Die meisten Einw. sind Luthe-raner; doch haben auch Neformirte, Katholiken und Griechen freien Gottesdienst.1183 bekam das Land eine neue Verfassung, und Liefiand bildet jetzt die Riga 'sche,Esthland die Reval sche Statthalterschaft. Doch stellte Kaiser Paul 1791 den Na-men Liefiand wieder her. Es wird jetzt in 5 Kreise eingeiheilt: in den Riga schen,Arensburg'schen, Dörptischen, Wendischen und Pernau 'schen. Die Größe derStatthalterschaft Riga wird auf 811 ßüM. mit 155,000 Einw. angegeben. (S.des Grafen de Bray „dlsini.mr i'iiistoii e <>o !.-> 1.i,«„u"(Dorpat 1811, 8 Thle.).

Liegn > tz, Hauptfl. im Reg.Bezirk und Kreise gl. N. in der preuß. Pro-vinz Schlesien , am Zusammenfiufie d>S Schwarzwasfirs und der Kahbach, Sitzeiner Regierung, hat 0600 Emw., eine Rilterakadcmie, ein Gymnasium, Lein-wandbleichen und Fabr. Auch ist daselbst ein oculistisch-optisches Institut. BeiLiegnitz besiegte am 15. Aug. 1160 Friedrich d. Gr. den Gen. London . InderNähe liegt das D. Wahlstatt (s. d.) Das chemal. Fürstemhum Liegnitz hatteHerzoge au« dem Plastischen Stamme, die 1615 ausstauben. — Den NamenFürstin v. L. führt jetzt die 2. Gemahlin des Königs von Preußen (in morganat.Ehe, II.Nov. 1824), Auguste, geb. Gräfin von Harrach. Sie kehrte am 26.Mai 1826 in Berlin zur evangelischen Kirche zurück.

Ligatur, die Bindung, d. i. das genaue Zusammenhängen mehrerTöne,vermöge deren man keine Zwischen, äume der Zeit zwischen ihnen wahrnimmt; ge-wöhnlich wird dieses Binden angezeigt durch li^. Auch nennt man so die Verbin-dung zweier Noten, welche aufeiner und derselben Stelle stehen, durch einen Bo-gen (Bindungszeichen), wodurch angezeigt wird, daß beide Noten als Ein Ton aus-gehalten werden sollen.

Ligne (KarlIoseph, Fürst v.), muthvoller Krieger und geistreicher Schrift-steller, war, 1155 zu Brüssel geb., der Sohn eines östr. Feldmarschalls. Sein vor-mals geltender Titel war: „Des heil. röm. Reichs Fürst, erster Pair v. Flandern ,Pair, Marschall, silmnci lfiullil und souver. Officier der Land-und Grafschaft Hen-negan, Gouverneurv.MonS, Pair v. Namur und ArtoiS". Außerdem war er Grandv. Spanien erster Classe und k. k.wirkl. Geh.-Rath, Kämmerer und Generalfell mar-schall, Ritter des gold. Vließes, Commandeur des milit. MariemTheresien-Ordensn.s. w., auch Inhaber des 30. Inf. Reg. Das Haus Ligne, welches von dem Städt-chen Ligne im Hennegau den Namen erhalten und feit 3 Jahrh, seinen Glanz indem Ruhme der Waffen gegründet hatte, erhielt im 16. Jahrh, die reichsgräfi.und 1602 die reichSsürstl. Wurde. Die zwischen Hennegau und dem lütticher Landegelegene Herrschaft Fagnolles, welche diesim Hause gehörte, wurde 1110 unter