Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
617
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Literaturzeitungen (französische)

kommenheit kräftig an; sie brachten Licht und Übersicht, Ordnung und Bewußtsein«n die bisher meist nur durch Zufälligkeiten bestimmten und fast bewußtlosen litera-rischcn Bemühungen. Das neuigkeitSliebende Frankreich , mit 6->7.eltl'5 und 51er-cui cz schon überhäuft, war auch Erfinder der literarischen Tagebücher. Der Par-lamentsrath, Denis de Salls, gab in Gesellschaft mehren Gelehrten rwm 5. Jan.1665 an das „üouciwl ller heraus, welches, die >rrchar seiner Nebenbuh-

ler überlebend, 1190 geschloffen, 1191 mit 12 Heften erneuert, endlich auf Be-fehl Ludwigs XVItl. in der Form, die es vor 1191 gehabt, am I.Sept. 1816 wie-der begonnen wurde. Die Menge der Redactoren und Mitarbeiter, welche es wäh-rend seiner langen Dauer hatte, macht es unmöglich, eine allgemeine Charakteri-stik desselben zu liefern. Indessen zeichnete es sich jederzeit durch die Ausführlichkeitder aus den Büchern gelieferten Auszüge und durch gesundes und billiges Urtheilaus. Die jetzigen Mitarbeiter, die ersten Gelehrten Frankreichs : Silv. de Sacy,Langli S, Raynouard, Raoul-Rochette, Daunou , Testier, Q.uatrcm,re de O.uincy,Biot, Chezv, Cousin, Letronne, Abel Remusat L7t.-Martin, haben die schwereAufgabe meisterhaft gelöst, in einem unter unmittelbarem Einflüsse einer sehr auf-merksamen Regierung stehenden Journale bei der zartesten Beachtung der Rücksich-ten, welche diese Stellung zur Pflicht macht, sich dennoch würdevolle Haltung,Freiheit und Unbefangenheit zu sichern: Eigenschaften, welche diesig Journal beiseiner anderweiten Gediegenheit und bei seiner Lorgfalk für die Darstellung zu ei-nem der besten jetzt erscheinenden erheben. — Von den seit dieser Zeit erschienenenliterarischen Journalen kann hier nur folgende kurze, nach den Ländern geordneteÜbersicht der merkwürdigsten von ihnen Raum finden. Frankreich : 1) „Uor-cure cka biuncc", zuerst bis 1111 u. d. T. „Uocurt> "iil.iiit", 1612 begonnenund mit einigen Unterbrechungen bis jetzt fortgesetzt, war ursprünglich für die Un-terhaltung des Hofs und gebildeter Weltleute bestimmt und sehr mannigfaltigenInhalts. Die Redaction, welche die Regierung als Gnadenbezeugung verlieh,war bisweilen in guten Händen, z. B. Marmontel'S . 2) „Uenicures rl<> Irü-v>>»v" (1101—80), von Jesuiten zu Paris mit Feuer, Leichtigkeit und Tiefe ge-schrieben, aber in den frühern Jahren höchst parteiisch und heftig gegen alle Anders-denkende, auch merkwürdig wegen ihres Antagonismus gegen alle übrige in- undausländische Journale damaliger Zeit. Außer den Recensionen enthielten sie auchkleine Abhandlungen. 3) „Is-nnico Ult.ü-iiee" (1151 —16), durch Freron'sRedaction berühmt und berüchtigt. 4) u. 5) Das „.lounwl ön.nixc," (1154 —62) und„.l. rnorclopö-licsnt^ (1156—91) enthalten nicht blos Recensionen, son-dern auch Abhandlungen und Nachrichten aller Art. 6) Die zum Theil von Gin-gen nö redigirte „I)ö(.!»>e (später llxvne) pllilozopbxjxl'. littäruire >-l px>,lx>»<;"(1191 —1801) zeichnete sich durch die besondere Consiguenz und Festigkeit aus,mit welcher sie unter allen Abwechselungen einer sehr bewegten Zeit ihren vorzügli-chen Charakter behauptete. 1) Millin's „äl.^.-ei,, (später „lun.ilc;") k-iwvol»-pä.lüjuL" (1195—1818) enthielt, neben schätzbaren Abhandlungen, auch Recen-sionen und einen so reichen Apparat der mannigfaltigsten Originalnachrichten ausallen Ländern, daß es schon in dieser Hinsicht seinem Titel vollkommen entsprach.

8) An die Stelle desselben ist nach einem etwas erweiterten Plane die von Julienu. A. redigirte „Ileviw <-„<-> <.-!<,pö<Ii<jiw" getreten, welche neben deni „.Inunwl<>e« ,<^v.->»d" als das vorzüglichste der jetzigen franz. Journale zu betrachten ist.

9) Das unter der Ober-Redaction des Baron Ferussac erscheinende „llnNetüi u»i-veiwll" versucht den Plan eines Literaturrepertoriums für die ganze Welt auszu-führen. Seitdem sind 1828 entstanden: 10) die „Urvue. tri„x'!,ti x-IIe"; 11) die„lka, »s l'i-iiK-.iize" (literar. Aufsätze und Überblicke). Ähnliches ist in Englandund Frankreich gemeinschaftlich unternommen worden, z. B. das „I'oieiA» ()uar-te,I> icviecv u «.outineuiul liwimv lni»cellan>", von Treuttel und Würz in