Band 
Sechster Band. K bis L.
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Llteraturzeitungen (deutsche )

qen Kritik, der eignen eingestreuten gelehrten Bemerkungen und des anziehendenStyls die der Ausländer Bayle („>»»,eil-'- ,Ie !>> ,,:pul>I!gue ckcs Ielt,e.-i",1684 fg., von 1687 an von Ändern fortgesetzt), Basnage („Iliztoire des <>„vr!>-Uki.Ie, 1687 —1709) und Leclerc (llibliolb. univer5ollo", 1686 —

93, 23Thle.; „kil,l. olioi-^ie", 1703—13, 27Thle.; „8',l>l. ,in<-ie„ne et,no-<Ior»c", 1714 — 27, 28Thle.) den Vorzug. Außer ihnen verdienen ErwähnungdaS ,,4a»i „ul littär.iire" (1713 — 37), die „bibliotlicgne i'iGoniwe" (1728—51) und die „8>6liot>>c<,»e uouveUc" (1738 — 44). Von Inländern wurden,meist ohne sonderliche Lebendigkeit, geschrieben „I)e I>»el^.>-,l v-,n säi-ope" (seit1692, unter verschiedenen Titeln noch immer fortgesetzt und charakteristisch durchseine strenge Anhänglichkeit an den kirchlichen Lehrbegriff); „Ilet R<-,»ibIvIi Nrl4elc!er<lon" (1710—48); „^ll^emcenc!<u»st-c,> Uettcr-koste" (seit 1788, inHolland am meisten geschäht); „1)e kecenseut oole ster Ideeensciiten"; „V--sterbinNolis kibliotliele" (seitl790); „8el,omvl,nii; voor i»-e>> bnilenl.inst-selm Ueilcikunste. I.etteinl-kanii^'lu.s.w. Der nicht zu verbergende Man:gel an Selbständigkeit der jetzigen holländischen Literatur offenbart sich auch in die-sen Zeitschriften nur zu sehr. Wyrtenbach's treffliche, aber nur auf die Philologiesich beschränkende „kibliotliee^ eiitiea" war nicht von langer Dauer. Die „lii-I.Nnil.Li-a oriiica »ov«" von Bake, Geel, Hamaker, Peerlkamp (4. Bd., Leyden1828) umfaßt vorzüglich Philologie und Geschichte.

Deutschland erwarb sich in der Journalistik das höchste Verdienst. Nebenden oben angedeuteten Verhältnissen, welche es mit Holland gemein halte, war eswegen des unermeßlichen Fleißes, der vielseitigen Bildung und des unbefangenenund von Nationalvorurtheilen fast am meisten freien Charakters seiner Gelehrtenganz zu Unternehmungen dieser Art geeignet. Charakteristisch bei den gelehrtenJournalen der Deutschen ist, neben einer kaum zu verkennenden Hinneigung zumTon der Schule und des Systems, vorzüglich das Umfassen der ganzen Literatur,ohne Vorliebe für einzelne Zweige der Wissenschaften oder für die Literatur einzelnerLänder. Nur in einem solchen Lande konnte die Idee einer allgemeinen Literatur-zeitung gefaßt werden, welche den Deutschen eigenthümlich ist; denn wie allgemeinauch die Titel der andern ausländ. Journale lauten mochten, so begünstigten siedoch gewöhnlich meist nur die Literatur des Landes, in welchem sie erschienen, oderbesonderer Wissenschaften, und keins von ihnen umfaßte die gesammte Literatur miteiner solchen Unparteilichkeit und Rücksichtslosigkeit, als es die Deutschen thaten.Will man nicht Friedrich Nitzsch's lat. Übersetz.der Z. 1665—70 vom „sto»r,>-st,Ies8-ivun;" als das erste Journal Deutschlands betrachten, so gebührt diese Benen-nung 1) den von Otto Mencke in Leipzig unternommenen „.VeNe, ustilo, >i»i" (s.d.)(1682—1776), welche in den frühern Zeiten mehr referirend als urtheilend warenund neben den Recensionen auch kurze Äbhandlungen enthielten. Der Trefflichkeitder Mitarbeiter entsprach die ungemeineAusbreitung, in welcher sie gelesen wurden,und der große Einfluß, welchen sie üblen. 2) Wegen einer für ihre nächsten Umge,bungen seltenen Freimüthigkeit und Freiheit von Vorurtheilen, ja selbst wegen Ge-brauchs der deutschen Sprache bei gelehrten Gegenständen, wodurch man das In-teresse auch der nicht gelehrten, aber gebildeten Classe zu erregen bezweckte, undwegen ihrer dialogischen Form verdienen Erwähnung Christian Thomasius's „Mo-natsgespräche" (1688—90), und 3) W. E. Tenzel's „Monatliche Unterredungen"(1689 — 98, fortgesetzt durch die „Curieuse Bibliothek", 3 Bde.). Von deutsch geschriebenen Journalen erhielten sich am längsten 4) die (leipziger) „Neuen Zei-tungen von gelehrten Sachen" (unter verschiedenen Titeln von 1715—97), beson-ders merkwürdig und noch jetzt sehr brauchbar dadurch, daß sie bis 1740 allein-und ausländische Iourzi-le jm Auszuge enthalten und für jene Periode eine wahre