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Literatur-zeitungen (deutsche )
Iournalencyklopädie bild n. Zugleich mit der Universität Göttingen entstand 1739daselbst 5) eine gelehrte Zeitung, w-lchesich unter Haller'S und Heyne'S Redactionimmer höher hob und seit 1753 die Titel: „Anzeigen von gelehrten Sachen", in derFolge: „Gelehrte Anzeigen", besam. Die Namen eines Haller, Henne, Käst-,ner, Michaeli?, Eichhorn, Planck, Blumenbach, Hugo, Brandes, Spittler, Hee-.ren und A. bürgen für ihre Trefflichkeit. Im Ganzen sind die „Götkinger gelehrtenAnzeigen" mehr referirend als urtheilend und zeichnen sich vorzüglich durch gut«Auszüge ausländischer Schriften aus. Entschiedenen Einfluß auf die BildungDeutschlands hakten 6) die „Briefe, die neueste Literatur betreffend" (Berl. 1759— 65, 24 Thle.), von Lessing, Mendelssohn, Abbt , Nicolai u. A., und in nochhöherm Grade 7) die „Allgemeine deutsche Bibliothek " (Berl. 1766—96, 118Bde., „Neue A.d.B.", 1793 — 1806, 107 Bde.). Weit mehr kritisirend alsreferirend besinn sie mit einer bis dahin noch nie gesehenen, oft an Keckheit grenzen-den Freimüthigkeit verjährte Doruriheile, brachte eine Menge neuer Ideen in Um-lauf, war im Rügen streng und schonungslos, doch meist unparteiisch, und führteeine neue Periode der teutschen Tulturgeschtchte herbei. Nur gegen das Ende ihrerLaufbahn wurde sie einseitig und dadurch mehr hemmend als fördernd für den Fort-schritt der teutschen Literatur. In dieser wirkte thätig mit 8) die „Allgemeine Like-raturzeikung" (zu Jena 1785 von Bertuch gestiftet und von Schütz und Hufeland redigirt), an welcher die trefflichsten Köpfe Deutschland « arbeiteten. Wenn sie anFreimüthigkeit und unbefangener Prüfung der „Allgemeinen deutschen Bibliothek"gleich kam, so übertraf sie dieselbe noch durch feinere Urbanität und einen geläuter-tem Geschmack; vorzüglich behauptete sie den Vorrang vor ihr, der schon altern-den, bei den Erscheinungen, welche die kritische Philosophie veranlaßte. Auch über-traf sie dieselbe an Umfang, indem sie zugleich die ausländische Literatur umfaßte.Seit ihrer Bei setzung nach Halle (durch Schütz S und Ersch'S Berufung dahin1804 bewirkt) scheint sie an ihren ehemaligen Hülfsguellen wenig verloren zu ha-ben, obgleich 9) die „Neue Ienaische allgem. Literaturzeitung" (seit 1804, vonEichstädt redigirt) ihr Abbruch gethan. Letztere würdigt auch mit vieler Lebendigkeitund Wärme die wichtigern Erscheinungen des Tages. 10) Die „Leipzig , rLüeratur-zeitung ^ hat sich seit 1800 (unter mehren Titeln) neben den beiden vorgenanntenInstituten behauptet. 11) Beck'S , Repertorium" entspricht einem bescheidenen,aber um nichts weniger verdienstlichen Zwecke, sich fast überall auf kürzere Inhalts-anzeigen des Neuesten beschränkend. 12) Die „Erlanget Literaturzeitung" (vonMerisel, Mehmel und Langsdorf redigirt, 1799—1810, unter andern Titeln undin andrer Form schon von 1746—98), ohne beso > rs hervorstechenden Charakter,fand ihr Grab in den damaligen philosophischen Fehden. Weniger umfassend, aberstreng und scharfsinnig prüfend, mehr urtheilend als referirend sind 13) die „Hei-delberger Jahrbücher der Literatur" (seit 1808). Unter günstigen Vorbedeutungenbegann 1813 unkerSartori'sDirection 14 eine „WienerLiteraturzeilung", welchebis zu Ende 1816 mit nicht immer fester und sicherer Haltung fortdauerte. 15) Anihre Stelle trat mit Unterstützung der Regierung 1818 eine kritische O.uartalschrift(„Jahrbücher der Literatur"), welche den, Bestehenden vielleicht zu geflissentlich hul,digt, um die nothwendige Unbefangenheit zu behaupten, jedoch in einzelnen Ar-tikeln an ihr britisches Vorbild, das „lHui, Irr!, - rc-vü-" ", erinnert. 16) Leben-digkeit, Freimulh und würdigen Anstand vereint mit Tiefe und Mannigfaltig-keit der in Leipzig seit 1819 erscheinende „Hermes", welcher nur auf die wich-tigsten Erscheinungen in der Literatur sich beschränkend, nicht unpassend mit dem„täl',,>l>>ir-e - It-vievv" verglichen worden ist. 17) Nur einen örtlichen Werthhatte die „Oberdeutsche Lireraturzeitung " (1788 von Loren; Hübner begonnen).18 ) Die neue „Münchner Literaturzeitung" war ein viel zu frühzeitiger Versuch,