Band 
Sechster Band. K bis L.
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Liverei

Liverpool (Stadt)

von Lruktra und Platää (s. d.), sowie in dem Dorfe Neo-Chorio die Ruinenvon Thespiä , dessen Bürger die einzigen waren, die Leonidas (s. d.) außer 30VSpartanern bei sich behielt, um den Tod für das Vaterland zu sterben. Tanagra am Asopus, jetzt der Flecken Sikarnino, war die Geburtsst. der berühmten Korinna(f. d.). Das (Gebirge Kitheion scheidet Böoiienvon dem südlichern Attika (s. d.)und von Megaris, das Attika mit dem korinthischen Isthmus verbindet.

Liverei (Hvröe). Bei den großen Hoflagern (.-nur« ,>>ä»iöro8) inFrankreich unter den Regenten des 2. und 3. Königsstammes ließ der König seinerDienerschaft, sowie der der Königin und der Prinzen, besondere Kleider geben.Diese nannte man l i vrüe-r, weil sie auf Kosten des Königs geliefert wurden. DerAuswand davon, sowie von der Tafel, den Equipagen und allen Ehrenbezei-gungen und Geschenken für die Großen des Reichs und das Volk, stieg zu unge-heuern Summen. Eine klügere Ökonomie unterdrückte jene Versammlungen,aber die Liverei der Dienerschaftcn blieb davon übrig. — Zn London versteht manunter L ivery (Liverymen) diejenigen angesessenen Einw. der City, welche zu den89 Gilden (ro,,ip->i>ie-) der Stadt gehören und ausschließlich das Recht habe», beider Parlamentswahl und der Wahl des Lordmayors ihre Stimmen abzugeben, alsodie eigentliche Bürgerschaft.

Liverpool, nach London die größte brit. Handelsstadt in Lancashire , amAusflüsse des schiffbaren Mersey in das irländ. Meer, hat eine amphitheatralischeLage in einer Landschaft, welche mit niedlichen Landhäusern geschmückt ist. 1565war Liverpool ein Ort von 130 Häusern, jetzt zählt es 14 Kirchen, IS Bethäuscr,11,784 H., 130,000 Einw. Die Stadt hat den 12. Theil der Schifffahrt vonGroßbritannien , den 4. Theil des auswärtigen Handels, die Hälfte des Handelsvon London, fünfAchtel des afrikan. Handels von Großbritannien , 17 Dampfboo-te und 980 eigne Scbiffe. Der Hafen ist ein Meisterwerk der Kunst, mit 13 Docken;1823 liefen 9507 Schiffe ein (591 mehr als 1822); 2192 Schiffe liefen aus.1821 betrug die Ausfuhr llzMill. Pf. St. 1824 stieg sie aus 19 Mill. Pf.Die Waarenspeicher sind zuni Theil von 9 Stockwerken. Ein unter der Stadthinlaufender Eisenbahnweg (ruilwur 4'»,,,><?>) ward am 31. Zuni 1820 er-öffnet. Auf den Werften arbeiten 3000 Zimmerlcute. Zur Kriegszeit istkeine Stadt so thätig in Ausrüstung von Caperfchiffen als Liverpool . Be-deutend sind die Tabacksfabriken, Zuckersiedereien, Eisengießereien, Bierbraue-reien rc. Einer der schönsten Stadttheile ist der östliche, von welchem manLiverpool , den Hafen und die Landhäuser, besonders von dem Wallgartenaus, auf dem äluunt plcümnt, einem der besuchtesten Spaziergänge, über-sehen kann. Unter den vielen literarischen Museen, Sammlungen, Vereinen undAnstalten muß vor allen das Athenäum erwähnt werden, das 1799 eröffnet wur-de: ein schönes, 3 Stockwerk hohes Haus, wo man alle öffentliche englische Zeit-schriften und eine Bibliothek findet. Eine ähnliche Anstalt ist das Lyceum, g'eich-fallS mit einer Bibliothek. Der botanische Garten, nach dem königl. botan. Gar-ten zu Kew bei London der erste, wird durch die Beiträge von 900 Theilnehmernerhalten. Ansehnliche Gebäude sind das Stadthaus und die Börse. Das erste hateine prächtige, mit korinthischen Säulen gezierte Faeade, über welcher sich einekühne, leichte Kuppel erhebt. Die Börse bildet 3 -Leiten eines Vierecks und istein 3 Stockwerk hohes Gebäude, vor welchem ein dem Lord Nelson errichtetesDenkmal steht. Unter den Mildthätigkeitsanstalten war die Blindenanstalt die erstein England und behauptet noch jetzt den ersten Rang, indem sie von den Einw. mitaußerordentlicher Theilnahme unterstützt wird. Die Blinden werden in der Musikund im Lesen unterrichtet und verfertigen Schnüre, Stricke, Körbe, Kaminteppicherc. Liverpool zählt unter seine berühmtesten Bürger William Roscoe , den Derf. derLebensbeschreibungen LorenzoS v. Medici und Leos X., ehemals Vorsteher eines