Logogrcrphen Logthing 641
Kunst gelehrt wurde, stieg am höchsten in der scholastischen Philosophie, welchenur eine neuere Art der Sophistik war, und vorzüglich der Theologie diente. Ray-mundu« Lullus suchte ihr eine andre Form zu geben. Gegen das scholastische An-sehen traten Campanella, Gassendi, Petrus RamuS (Pierre 60 In Kamee ), Bacou. A. mit gegründeten Einwendungen auf. Descartes und Malebranche ver-mischten die Logik wieder mit derMetaphysik. Locke, Leibnitz und Wolf, Tschirn -hausen, Thomasius, CrusiuS, Ploucguet, Lambert (in seinem „Neuen Organen"),Reimarus u. A. haben um die Ausbildung der neuern Logik großes Verdienst.Ebenso Kant und seine Schüler, Kiesewctter, Maas, Hoffbauer, Jakob, Krug,Fries, sowie ein Maimon, Bardili, Schulze, Reinhold u. A. Fichte verwies sieaus dem Gebiete der Philosophie und behauptete ihre Abhängigkeit von der Meta-physik. Schelling erklärte, sie sei, als eine formale Wissenschaft, der Philosophiesogar entgegengesetzt. Doch haben Klein und Thanner, welche seiner Ansicht fol-gen, und auf ganz eigenthümliche Weise Hegel (s. d.), neuerdings die Logik dar-zustellen versucht, so daß man über den Hauptpunkt, nämlich ihr Verhältniß zurMetaphysik und die Anwendung ihrer Formen auf dem Gebiete der philosophischenSpeculation, noch immer verschiedener Meinung ist. Unter den neuen Bearbei-tungen der Logik ist die von Twesten auszuzeichnen, welcher die analytische Logikmit vieler Klarheit und Eigenthümlichkeit darstellt.
Logographen, d. h. Sagenschreiber. L 2 o heißen die ältesten griechischenProsaiker, welche es versuchten, das Epos in geschichtliche Erzählung aufzulösen.Sie gehöre» fast alle nach Zonien, und ihr Zeitalter ist der Schluß des 8 . und derAnfang des 5. Jahrh. v. Chr. Die vorzüglichsten unter ihnen waren: Kadmu»aus Milet , DionysiuS und Hekatäus ebendaher, Charon von LampsakuS, Tan-thu« der Lydicr, PherecydeS der Lerier, HellanikuS von Mitylene. Nur Frag-mente haben sich aus denselben erhalten. Herodot bildet gleichsam den Übergangvon diesen Logographen zu den eigentlichen Geschichtschreibern.
Logogriph, wörtlich einWortnetz,d.i.Buchstabenräthsel,(S.Räthsel.)
Logthing, der gesetzgebende Körper des norwegischen Storthing« (Reichs-versammlung). Sobald vom König oder seinen Beauftragten die Verhandlungeneröffnet sind, erwählt der Wtorkhing unter seinen Mitgliedern einDiertheil, welchesdas Logthing ausmacht. Die übrigen drei Diertheile bilden das Odelsthing (dieGrundeigenthümer). Jede dieser beiden Abtheilungen hält ihre Versammlungenabgesondert und ernennt ihren eignen Präsidenten und «Lecretair. Zedes Gesetzwird in dem Odelsthing entweder von dessen Mitgliedern oder von der Regierungdurch einen Staatsrath zuerst vorgeschlagen. Zst hier der Vorschlag angenommenworden, so wird er an das Loglhing gesandt, welches ihn entweder genehmigt oderverwirft, und im letzten Falle die Ursachen der Derwersiing angibt. Die Ursache er-wägt nun der Odelsthing und legt entweder seinen Vorschlag nieder oder sendetihn wieder mit oder ohne Veränderung an das Logthing. Zst der Vorschlag vomOdelsthing zwei Mal dem Logthing vorgelegt und von diesem zum zweiten Malemit einer Zurückweisung zurückgesandt worden, so tritt das ganze Storthing zu-sammen, und es entscheiden dann zwei Drittheile seiner Stimmen über den Vor-schlag. Zwischen jeder solcher Berathschlagung müssen wenigstens 3 Tage ver-stießen. Hat ein vom Odelsthing vorgeschlagener Beschluß den Beifall des Log-thing oder des versammelten Storthing erhalten, so wird solcher durch eine Depu-tation von beiden Abtheilungen des Storthing an den anwesenden König, undwenn er abwesend ist, an den Vicekonig oder an die norwegische Regierung gesandt,mit dem Antrag auf die k. Wanction. Der Logthing hält, gleich dem Odelsthing,seine Sitzungen öffentlich, und die Verhandlungen werden in der Regel durch denDruck bekanntgemacht. Die Mitglieder des Logthings machen mit dem höchstenGerichte das Reichtsgericht aus, welches vom Odelsthing eingeleitet worden, rnt-Conversatious-Lericvn. Bd-VI. 41