Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
642
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Lolmanii

S42 kohenstein

weder gegen die Mitglieder des Staatsraths, oder des höchsten Berichts, wegenAmtSverbrechen, oder gegen die Mitglieder des StorthingS, wegen der Verbrechen,die sie als solche begehen »lochten. Der Vorstand des LogihingS hat den Vorsitz.Wider die Urtheile dieses Reichsgerichts findet keine Begnadigung statt als Be-freiung von der erkannten Todesstrafe. (S. Srorthing.)

Lohen st ein (Daniel Kaspar v.), ein mehr berüchtigter als berühmterdeutscher Dichter der schlesischen Schule, geb. 1635 zu Nimplsch, einer Stadt in,schlesischen Fürstenlh. Bricg, studirte in seiner Geburtsstadt und auf dem Gym-nasium zuBreslau, dann seit 1650 zu Leipzig und Tübingen , wo er sich demStudium der Rechte widmete. Hierauf machte er eine Reise durch Deutschland ,die Schweiz, die Niederlande und Holland, und kehrte über Hamburg nach BreS-lau zurück. 1666 ward er zum fürstl. Llsnischen Regierungsrath?, zum kais, Ratkeund ersten Syndikus der ^Lradr BreSlau ernannt, und starb in dies» Würden1683. Schon in s. 15, Iakre verfertigte er 3 Trauerspiele, die auch späterhin ge-druckt worden sind. Man kann ihm keineswegs Genie absprechen, aber es gingdurch falsche Richtungen unter, und e« fühlten ihm Kritik und Geschmack, obgleicher eine ausgezeichnete Gelehrsamkeit besaß. Neucrungssuchk oder Begierde, seineVorgänger zu verdunkeln, führten ihn auf denselben Irrweg, den schon vor ihmHoffmannswaldau eingeschlagen hatte. Dennoch fand er bald Nachahmer, dieseine Übertreibungen noch mehr übertrieben und nach ihm Lohenst, inianer genanntwurden. L. s Gedichte sind voll geschmacklosen Wortschwalls, fälscht» Pomps undunnatürlicher Bilder. In den Trauerspielen, die unter seinen poetischen Werkenleicht das Erheblichste sein dürften, fallen diese Fehler, zum Höchsten gesteigert,doppelt auf. S,e heißen: „Ibrahim Bassa", „Agrippine", „EpichunS", , Kleo-paira", „Sophoniebe" lind „Ibrahim Sultan ". Sie sind gesammelt in L.'s„Trauer-und Lustgedichten" (Breslau 1680,1689, Leipzig 1733). Seine übrigenGedichte sind u. d. N. „Blumen" von ihm gesammelt worden. Unter seinen pro-saischen Schriften, in denen ebenfalls Schwulst mit Plattheit wechselt, zeichnet sichder Heldenroman : „Arminius und Thusnelda ", aus, über dessen Ausarbeitung erstarb, der aber von seinem Bruder und nach dessen Tode vom Prediger Wagner zuLeipzig vollendet wurde. Obgleich dieser Roman jene Fehler hat, obgleich L. selbstdurch den Tod vkrhindert wurde, die letzte Hand daran zu legen, so sind doch wahr-haft kräftige Stellen darin zu finden, in welchen der Verfasser große und erhabeneGedanken in gedrängter Kürze vorgetragen hat. Dieser Roman erschien Leipzig 1689 in 2 Bdn., 4.; 2. verm. Ausg., Leipzig 1731.

Loire, der größte Fluß in Frankreich , entspringt in einem Berge der Se-vennen, Gerbier ke Saux genannt, im Deport, der Ardeche und ergießt sich unter-halb Nantes in Bretagne in das Meer. Die Länge seines Laufs beträgt gegen90 Meilen. Obgleich er viele seichte Stellen hak, so ist er doch für größere Kauf-fahrteischiffe bis Nantes , für kleinere bis Briuire und für geringere Fahrzeuge bisRoanne schiffbar. Er hat bei der neuen Eintheilung Frankreichs nach der Revo-lution drei Departements den Namen gegeben, denen der Loire , der Ober- undUnterloire. 1815 erhielt die Scheidungslinie, welche die Loire in Frankreich bil-det, eine politische Wichtigkeit, indem dasfranz. Heer, nach der Schlachtvon Wa-terloo zurückgedrängt bis unter die Mauern von Paris , vermöge der Eapitulation,welche von dem provisorischen Gouvernement mit Blücher und Wellington abge-schlossen wurde, sich ohne weitere Feindseligkeiten, unter Davoust'S Oberbefehl,hinter die Loire zurückzog und hierdurch den Namen Loirearmee erhielt.

Loke, s. Nordische Philosophie.

L o k m a n n, eine Person aus dem Sagen- und Überlieferungskreise derAraber. Die Zeit, wann er lebte, wird verschieden angegeben, sowie überhauptnick: ausz Mitteln ist, ob es nicht zwei zu verschiedenen Zeiten lebende Personen