Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
653
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Londonderry 653

nologischcn (zur Erforschung des Gall-Spurzheim'fchen Systems) u. a. Gesellsch.Nocb gibt es einen gymnast. Verein nnt einem Gymnasium der Turnkunst, einenBandagenverein zur Versorgung mit Bruchbändern, da in England von 8 Men-schen Einer an Brüchen leidet; einen Verein zur Unterdrückung deöBettelns; eineGesellsch., ?>,i>ojuli.ie.i, zum Besten der Juden; einen weibl. Iudenfreundevereinzur Bekehrung der Juden u. a. m. 6) Unter so vielen Privat-Lehr - und Bildungs-anstalten, als: die Bauakademie, die zur Bildung von Handwerkern, nennen wir dieam 1. Oct. 1828 eröffnete, seit 182k von den Whigs durch Actien gegründete,LondonerUniversität, mit 70 Hörsalen und allem Wissenschaft!. Zubehör.—S. „s.oixlin. illusr.it." (Lond. 1814, Fol.); „Walk» tbrougb. I.onllon k-tc.",von Dav. Hughson (Lond. 1817); Leigh's 1'iciurv ok Ixn-clon" (deutsch ,in zwcckniäß. Abkürzung von Adrian, Franks, a. M. 1829); Allen's „Ilistnr^ okI.oixlo,," (4 Bde., 4., Lond. 1829); Brayley's „I.r>,,,Ieni,iui>" (4 Bde., 18., Lond .1829). Über das dasige Fabrikwesen s. I. Konr. Fischer's „Tagebuch einer zweitenReise über Paris nach London und einigen Fabrikstädten Englands" (Aarau 1828).

Londonderry (Heinrich Robert Steward, Lord , Discount und Marguis),Staatsminister, Lortlieut. der Grafsch. Londonderry , Geh.Rath, Ritter des Hosen-bandes :c., stammte aus der schort. Familie Stewart, die durch die Galloway mitdem königl. Hause Stuart verwandt war. Zu Mount Stewart in Irland 17K9geb., der älteste Sohn des irländ. Grafen von Londonderry , machte er seine erstenStudien in Armagh und vollendete sie zu Cambridge . Natur und Glück begünstig-ten den kühn aufstrebenden, in der presbyterian. Kirche ebenso streng als sorgfältigerzogenen Jüngling. Mit einem feurigen Muthe verband er Kaltblütigkeit, Gei-stesgegenwart und sichere Haltung. Sein Hauptstudium war die Geschichte; fürdie alten Classiker hatte er wenig Sinn. Schon als Student in Cambridge bewun-derte er Pitt und dessen System, dem er in der Folge fest anhing. Von der Akade-mie zurückgekehrt, kam er 1789 durch den Einfluß und Reichthum seines Vaters indas irländ. Unterhaus und zeichnete sich bald aus, insbesondere bei der für sein Va-terland sehr wichtigen Verhandlung, ob Irland auch nach Ostindien handeln dürfe.Er trat hier auf die Seite des Volks. Die Opposition hoffte, an ihm eine neueStütze zu gewinnen; allein er vertheidigte mit Eifer die Maßregeln der Regierung,das irländ. Volk niederzuhalten. Nachdem Lord Camdem s. naher Verwandter, zumVicekönig von Irland ernannt worden, wurde er erster Staatssecreiair und behieltdiese Stelleauch unter dessen Nachfolger. Er entwickelte aufdiesemPosten große Ge-schicklichkeit und setzte dasSystem blutigerStrenge gegen die kaihol. Rebellen durch.Nach der Staatsvereinigung Irlands mit Großbritannien , woran er bedeutendenTheil hatte, trat er in das allgemeine großbrir. Parlament ein. Sein polit. Cha-rakter nahm die bleibende Richtung an, kalt und fest den gefährlichen Trotz desVolkswillens zu fesseln. Unter Addington bekleidete er die Stelle eines königl. Geh.-RathS und Präsidenten des üa.iick vt ooutroul. Als Pitt die Zügel der Regierungnach dem Bruche des Friedens von Amiens wieder aufgefaßt halte, ward Castle-reagh (so hieß er damals; nach dem Tode seines Vaters, im April 1821, aber:Marguis von Londonderry) 1805 Kriegsminister. Nach Pitt's Tode, 1806, trater nebst Canning auf die Seite der Opposition, sprach gegen das friedliche Systemdes Fox-.Grenville'schen Ministeriums und tadelte vorzüglich Windham's Kriegsver-waltung. 1807 gab ihm Perceval das KriegSdepanement wieder, und Canningerhielt das der auswärt. Angelegenheiten. Seitdem empfahl Lord Tastlereagh, aufsinnigste mit seinem Landemann, Sir Arthur Wellesley (Herzog von Wellington),verbunden, stets die kühnsten und entscheidendsten KriegSplane. Beide lenkten nungemeinschaftlich durch das brit. Cabinet da« Schicksal von Europa und stürzten durchihre Beharrlichkeit Napoleons Macht. In Folge seines Zweikampfs mit Can-ning auf Pistolen am 21. Sept. 1809 (über den unglücklichen von ihm entwerfe»