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Ludwig XlV. (König von Frankreich )
mein Vater liebte sie nicht, aber er fürchtete sie; ich liebe sie weder, noch fürchteich sie". Dieselbe Härte zeigte er gegen den Oberaufseher der Finanzen, Fonquet,von welchem er ein Fest annahm, indem er ihn zu ewigem Gefängniß zu verdam-men im Begriffe war (1661); mit gleicher Härte rächte er seinen beleidigten Stolzan dem Papste, 1662. Er war, wie man aus seinen „Ii^trudionr po»r lezchin" sieht, ein Despot aus religiöser Überzeugung. Als unumschränkter Herr-scher hielt er sich für den Eigenthümer aller Güter seiner Unterthanen, doch ver-pflichtet zu weiser Benutzung. Indeß verkannte er nur selten die außerordentlichenMenschen, welche sein Zeitalter und Frankreich verherrlichten. Er zeigte Theil-nahme für jeden Fortschritt seiner Nation. Aber getäuscht von Selbstliebe, gaber sich fremdem Einfluß hin, während er sich frei und unabhängig glaubte. Diegrößte Gewalt über ihn übte die Frau v. Maintenon aus, mehr durch Verstand,Frömmigkeit und tugendhafte Grundsätze, als durch den Sinnenreiz. SeineLeichtglaubiqkeit ging so weit, daß er 1685 dem Nuntius versicherte, ganze Städte,wie ÜzcS, Nismes, Montpellier u. a., hätten sich bekehrt! Während die Refor-misten ihrer Güter und Freiheit beraubt wurden, stellte er glänzende Iagdfeste an.Zwei verdienstvolle Seeofsiciere, die sich bescheidene Vorstellungen über eine See-schule zu machen erlaubt hatten, wurden ein Jahr lang verhaktet und cassirt.Ludwig« Ruhm ist das Werk seiner Minister und Feldherren. (S. Turenne,Condr, Luxemburg , Tatinat u. Villare.) Zugleich vervollkommneteFeuguu res die Kriegskunst zur Wissenschaft. Louvois (si d.) brachte Ordnungin das Heer. Die Befestigungskuust hob Dauban auf einen höh "n Grad derStärke. Die Unterhandlungskunst ward einheimisch in Frankreich dar h Männerwie Estrades und d'Avaux; auch Ludwig selbst verstand es, ub.w Snal ssachenmit den Gesandten unmittelbar zu unterhandeln. Der Glanz des Hof:', dieKühnheit im Cabinet und im Felde, der Ruhm der Waffen wie der Künste führtendie franz. Sprache an den Höfen von Europa ein, und seit dem nimweger Frieden1618 drängte sie nach und nach die lateinische aus dem Besitze des Rechts, dieöffentliche Staatensprache zu sein. Doch Ludwigs und Frankreichs Größe lag inColbert. Dieser ordnende, schaffende, vorsehende Mann r^l>»" ' e großenstehenden Heere Ludwigs aus und wälzte zuerst diese Last auf aiReche:ur.aenEuropas ; zugleich hielt er 100 Linienschiffe und beförderte G.werd,.er Schif-fahrt und Handel. Es entstand die .rste franz. Niederlassung in L. che.eien ,uPondichery . So entwickele Colbert Frankreichs erstaunrnstoürdige K.ch, . . ch-.enVolksmenge, dessen natürlichen Reichthum, den eigentlichen Geist uO den Ge-schmack der Nation. Aber nach seinem Tote (1688) pflückten LouMs und Lud-wig die Frucht, indem sie den Baum umhieben. Der Stolz des Komas und i:eEitelkeit der.Nation boten dazu der Herrschsucht des despotischenKriegsm.na ns ieHand. Das Mißvergnügen fand bei allem Druck nirgends einen Mn p -sstdes Widerstandes; so sehr gefiel sich die Nation in dem Glänze einer ha:..i' undverschwenderischen Regierung! Fünf Kriege, die Aushebung des Ediats von Nan-tes (welche Benj. Constant treffend I'rneui <>e louirAlL. <1 Ie <:>>>"' -Nconseil genannt Hot), der Bau von Versailles , der Fluch der Völker, die Schlachtbei la Hogue und Wilhelms III. von England tiefblickende SiaalSkunst stürztenLudwigs Macht im spanischen Erbfolgekriege zu Boten; nur glückliche Un stände,die Meinung des Zeitalters und das Krastgefühl eines noch nicht verdorbenenVolks halten den wankenden Thron des alternden Königs aufrecht. Der Todraffte schnell Diejenigen hinweg, die ihm am nächsten standen: zuerst feinen einz -gen Sohn, hieraus seinen Enkel und dessen Gemahlin und dessen ältesten Sohn,die Hoffnungen Frankreichs ! Aber geregelte Hofkunst, Übersättigung, Antäch-telei und der Maintenon geistigsromme Überlegenheit mit des Beichtvaters La-chaise und seines weit schlimmern Nachfolgers, Tellier (seit 1709), betäubender