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Ludwig XIV. (König von Frankreich )
Einrede, machten das stumpfe Herz des königl. Greises gegen seines Reiches Zu-stand gleichgültig. Der stolze Ludwig, der Alles selbst zu thun wähme, der nachdem Tode seiner großen Minister junge Männer nahm, die er nach seiner Handziehen wollte, wurde zuletzt von seinem Beichtvater Testier so irregeführt, daß erdie nach dessen Planen von 3 Jesuiten entworfene Eonstitution l nchnnitnü. alsBulle, von dem ebenfalls getäuschten Papste Clemens XI. im Z. 1713 sich zu-schicken ließ und so der jesuitischen Partei den Triumph über die ediern Gegnerverschaffte, aber zugleich Bewegungen hervorbrachte, die über 10 Z. in der Kircheund im Staate fortdauerten. Doch zeigte er Geistesstärke und Slandhaftigkeit imTode, sowie bei den Unglücksfällen, die in den letzten Zähren seinen Thlpn undsein Haus erschütterten. Er wollte kämpfend für die Ehre fallen, wenn das letzteHeer, welches Dillars gegen Eugen führte, geschlagen werden sollte. Heinsius,Eugen und Marlborough hatten nämlich, ehe Zosephs l. Tod und Dstlars's Siegbei Denain dem zweiten Enkel Ludwigs die spanische Krone sicherten, Frankreichs und Ludwigs Stolz aufs tiefste gebeugt. Er entschloß sich zu jeder Bedingung,nur die entehrenden verwarf er mit Unwillen. Als endlich Philipp in Madrid regierte, siel dennoch die Scheidewand der Pyrenäen nicht nieder, wie Ludwig, alser beim Abschiede zu seinem Enkel sagte: II ,,'v -r ,>>»-, <I<? l^iöuö,^, gehoffthatte, und aus Frankreich lastete eine Lchuld von 2500 Mist. Livres. Der Plan,Spanien an Frankreich zu fesseln, um der Verbindung Englands mit Holland (welche Frankreichs Entwickelung durch Handlung, Schifffahrt und Colonien be-drohte) entgegenzuwirken, sühne Frankreichs Erschöpfung herbei und legte denGrund zu jener Revolution, dienst 100 Z. nach Ludwigs Xi V. Tode endigensollte. Grouvelle sagte daher mit Recht von ihm: „0» z>eut Uff aoeoxlor <loboiiiiee czualitös, niais nun I» vertu. Ucs >»»!beurr »les regue;, gui ruivi-rent lo sieu, liiient ei, Partie ruu ouviapie, et il ii'iiillii.', x»öx> xii, I-,rite guc POUI ru'i»,!" Ebenso beurtheilt ihn die Frau v. Stall in ihren „Be-trachtungen über die franz. Revolution". Was man das Zeitalter Ludwigs XlV.,verglichen mit denen des Perikles , des AugustuS und der Nlcdici, nennt, wareine Frucht des Aufschwungs des Nationalgenieg. Indeß hielt Ludwig, der selbstkeinen großen, umfassenden Geist besaß, der sich mit Kleinigkeiten viel und müh-sam beschäftigte, Geist und Genie für wichtige Mittel seiner Pläne. Nach Eol-dert's Rath stiftete er die Gesellschaft der Wissenschaften und die der Inschriften;er vervollkommnete die franz. Akademie; er ermunterte vortreffliche Schriftsteller,seinen Ruhm und die franz. Sprache über den Haß der Völker zu erheben, und ihrWirkungskreis reichte weiter als der seiner Heere. «Leine Nation ward die Ge-setzgeberin von Europa in Sacken des Geschmackes und Witzes; der Ton der franz.Gesellschaft ward eine Modepuppe für die deutschen Höfe und verdarb den Geistdes Adels, indem er die Sitten abschliff und dem Alte: ihümlicken mit der Rauh-heit das Ehrwürdige nahm. Doch darf man nicht vergessen, daß zu gleicher Zeitauch die aus Frankreich vertriebenen Hugenotten franz. Sprache und Litte verbrei-teten. Die große Kunst, zu gefallen, beseelte alle Künste in Frankreich ; sie öff-nete selbst der Wissenschaft den Weg in die Enkel der gebildeten Stände. DiesesVerdienst gebührt jenem Pascal, der seme Sprache ebenso kräftig als fein schrieb,dem erhabenen Bossuet und dem in Demuih glänzenden Fem lon! Diese Vorgän-ger, und der große Corneille, der kühn auü umringender Barbarei seinen hohenSchwung nahm, der einzige Moli re, der unnachahmliche Lafontain- und derheitere Denker und geistreicheSpötter Boileau, des classischen Racine edlerFreund:diese großen Genien entzündeten den Flinken des LichiS und der Philosophie inFrankreich . Zhr elektrischer Schlag weckte, wie Zoh. v. Müller sagt, unsernNorden aus dem einförmigen Studienweftn der Universitäten. Auch die bildendeKunst trat in jenen dämonischen Kreis. An Lebrun'S Kunstepoche unter Lud-