Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Macchiavelli 7

pon« gegen den Cardinal Giovanni dei Medici ward M. der Theilnahme verdächtig,eingekerkert und der Tortur unterworfen, welche er, sowie die darauffolgende Ver-bannung, mit Standhaftizkeit ertrug. Als der Cardinal Papst ward, erhielt er dieFreiheit wieder; nach seiner Rückkehr schrieb er dievi.-wor-ü (Abhandlungen) überdie 10 ersten Bücher dcü Livius ", und seinenI'iineipu", welchen er dem Lorenzovon Medici zueignete. Dafür von der mächtigen Familie wieder in Gnaden ange-nommen, ward er vom Cardinal Julius, der in LeosX.NamenFlorenz verwaltete,bei einer angeblich beabsichtigten Reform der dasigen Angelegenheiten, zur Däm-pfung mannigfacher Unordnungen und Gährungen als Rathgeber gebraucht. DerVerdacht, in welchen M. bei einer neuen Verschwörung gegen die Mediceer kam,nöthigte ihn in die Dunkelheit des Privatlebens zurückzukehren. Als Julius u. d.N. Clemens VII . den päpsil. Stuhl bestiegen hatte, erhielt M. wieder öffentlicheAufträge; besonders wurde er zu den vereinigten Truppen des Papstes und der Flo-renriner gesendet, um zur Vertheidigung ToscanaS gegen Karls V. Heer zu wirken.Das zuletzt von den Medicecrn ihm bewiesene Zutrauen hatte ihm die Florentinerabgeneigt gemacht, und so starb er, nach seiner Rückkehr nach Florenz , den 22. Juni1527, verkannt und verschmäht. Seine vorzüglichsten politischeu-Schriftcn sinddie ,,1)i8coi «i" und derI'i iueipw". Zn beiden (in Hinsicht der gedrängten Eleganzdes Styls möchte deml'riiieizio" der Vorzug zu geben sein) bewies er sich als dengründlichsten Kenner der alten Geschichte und der Geschichte seiner Zeit, und als dengrollten Staatsmann, indem er den Charakter jeder StaatSvcrfassung auf das le-bendigste durchdrungen hatte, und zugleich mit praktischem Geist erkannte, wie dieglückliche Fortdauer und der Untergang jeder Verfassung bedingt sei. DieI)is-cor.ii" sind das Erzeugniß seines Studiums der alten Geschichte, der!'rin,-i,,e"des gleichzeitigen ital. politischen Lebens. Auf die Zeiten constitutionneller Mon-archien sind die in demI'riiicipe" aufgestellten Erfahrungslehren nicht anwend-bar. Welche Zeiten dem Gemüthe M.'S am meisten zusagten, leuchtet aus denDisoorsi" ein, woer, vom Eifer für freie, volksmüßige Verfassungen hingerissen,oft seine sonst so ruhige systematische Darstellung vergißt und denselben begeisterteLobreden hält. Ein Seitenstück zu seinemI'i imstpr" ist der Bericht über denblutigen sogen. Staatsstreich zu Sinigaglia (31. Dec. 1502) oder das Verfahrendes Herzogs von Valentins (Cesare Borgia ) bei Ermordung des Ditellozzo Vüelli,Oliverotto da Fcrmo, Signors Pagolo und Herzogs di Gravina Orsini^ das ein-leuchtendste Beispiel von der Versahrungsart der damaligen ital. Tyrannen. (>LL.Borgia.) M.'sDialog über die Kriegskunst" eifert gegen das Verderblich desital. Kriegswesens durch den Gebrauch gemietheter Banden und dringt auf dieBewaffnung der eignen Bürger jedes Staates und jeder Gemeinheit. Die beiVeranlassung seiner Gesandtschaften von ihm geschriebenen Briefe und Schilderun-gen Frankreichs und Deutschlands sind, ungeachtet der Kürze der letztem, höchst an-ziehende historische Denkmäler jener Zeiten und der hellen Beobachtungsgabe ihresVerfassers. DasLeben des Castruccio Castracani von Lucca" muß für ein Iu-gendwerk und als eine mißverstandene Nachahmung der Alten betrachtet werden.Sein vorzüglichstes Werk ist dieFlorentinische Geschichte", worin er ein Musterital. Prosa in einem unvergleichlichen pragmatischen GeschichtSwerk aufgestellt bat.Es besteht aus 9 Büchern, hebt vom Untergänge des weströmischen Kaiserthums anund schließt mit der Zeit, wo Florenz eine selbständige politische Wichtigkeit erhielt.Das Ende machen die Begebenheiten, welche auf die Verschwörung gegen die Me-diceer Lorenzo und Giuliano folgten. M. sagt über dieses GeschichtSwerk in seinenBriefen an Guicciardini , er wolle es so zu machen suchen, daß er die Wahrheit er-zählen und dennoch Niemand sich beklagen könne. Seine histor. Bruchstücke sindmeisterhafte Skizzen. DerDialog über den Zorn" ist ein Iugendwerk, das eigent-lich nichts mehr als eine stvlistische Übung in Ciceronianischen Perioden ist. Die