Nautik
Navarra
7-15
da» Kirchfest genannt, soll durch einen Angriff der Hufflteu auf die Stadt, 28.Juli 1432, veranlaßt worden sein, was aber von Einigen geleugnet wird. Dashiesige Stift war ehemals ein Bisihum, welches 1029 von Zeih hierher verlegtworden war. Nach dem Tode des letzten kathol. Bischofs, Julius Pflug (1564),kam die Verwaltung des Ltifts an Kursachsen, welches immer die Schutzgerechtig-keil üb-r dasslbe behauptet hatte. 1656 ward es der Seitenlinie des sachs. Hau-ses, Sachs,n-Zeitz, zugetheilt, nach deren Absterben c«, vermöge einer besondernUebereinkunft, 1726 wieder an Kursachsen kam. Der Sitz dervormaligenBischöfewar gewöhnlich in Zeitz, der des Domkapitels aber in Naumburg . Iizi Domkapitelvon 21 Mitgliedern haben auch 2 leipziger Professoren Stellen. — DerrotheWein,der in der Gegend um Naumburg wächst, wird zum Theil ausgeführt. In derNähe liegen die Schulpfone und die Saline Kosen . Ein „Alphabet (staiist. histor.)Nerzeichmß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer rc. des königl. preuß. Oberlan-desgerichres von Sachsen zu Naumburg" hat I. Fr. Kratzsch (2 Thle., Zeitz 1827)herausgegeben.
Nautik, s. Schifffahrtskunde.
Navarinp (ssseocastro), eine feste Hafenstadt an der Südwestküste vonMorea, nördlich von Modon, hat 3000 Einw., darunter 300 Türken. Altnava-rin ist das alte Polos, derKöiiigssitz des .Oiestor. Der vortreffliche Hafen ist dergeräumigste inMorea, da er über 1000 Segel fassen kann; darum war der Han-del daselbst beträchtlich. Ihn bildet eine ausgedehnte Bucht, deren enge Einfahrtdurch die Insel Sphakteria (Spbagia) und im N. und NO. durch eine hohe Ge-birgskette mit dem befestigten Felsen Altnavgrin beschützt wird. Es können nur 2Schiffe zugleich einlaufen. Das Wasser im Hafen ist lies genug für die größtenKriegsschiffe, und der Ankerzrund so sicher wie inPlymouth, Cadiz, SyrakuS und Brest . Die Festungswerke der Stadt bestehen aus 4 Basteien und einer Cita-delle auf einem hohen Felsen. 1821 eroberte der tapfere Tipaldo, ein Kephalene,unter Demetrius Ppsilantis's Befehl, Navarin mit Capitulotio». Die Meuternder Moreoten, welche Kolokowonis gewonnen hatte, war Schuld, daß Navarinam 23. Mai 1825 sich mit Capiiulation an Ibrahim Pascha , Sohne desDice-könig? von Ägypten , ergeben mußte. Am 20. Oct. 1827 vernichtete ein engl.,franzöf. und russ. Geschwader unter dem Oberbefehl des engl. Admirals Codring-ton (der franz. Admiral war de Rigny, der russ. Grafv. Heyden), das in den Hafeneingelaufen war, die daselbst in Schlachtordnung aufgestellte, weit stärkere türkisch -ägyptische Flotte, um die Pacificalion von Griechenland zu bewirken. Karl X .ließ durch Garneray das Bild der Schlacht von Navarin malen. Über Codrington'sInstruktion und Wellington's Politik vor und nach der Schlacht s. den Aufsatz:'l'be Lreeli rovolutimi uml buinpou» ilipliuii.iov. im „boiri^i, fKiurt. lim."Nr. IX. 1829. Schon im Alterthume war Navarin durch eine große Seeschlacht,425 vor Chr., im peloponnesischen Kriege berühmt. Damals lief die alheniens.Flotte unter Demosthenes in den Hafen ein und vernichtete daselbst die stärkere spar-tanische. Sparta machte hieraufFriedcnSanträge; die Messenier aber und die Helo-ten versuchten, das Joch der Spartaner abzuwerfen. — Navarin blieb bis 1829von franz. Truppen besetzt.
N a v a r r a. Das Königreich Navarra entstand, als die Nachfolger Karlsd. Gr. die nach W. bis zum Ebry ausgedehnte Monarchie dieses großen Fürsten nichtzu behaupten verstanden. Ungeachtet es aus 2 Theilen, Obernavarra auf der Süd-seite und Niedernavarra auf der Nordseite derPyrcnäen, bestand, so standen b,ideTheile doch unter Einem Könige, bis Ferdinand von Aragonien Obernavari a 1512an sich riß. Bon dieser Zeit an hatten die Könige von Navarra nur Niedernavarra .Als Heinrich I V., Sohn Antons von Bourbon und Johanna III .. Erbin vonNavarra, den franz. Thron bestieg, ward es wieder mit Frankreich vereinigt