Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
11
JPEG-Download
 

Maceration

Mack

11

warb dadurch dem August selbst Freunde und verbreitete dessen Ruhm. Allerdingsschenkte er dem Hvraz ein Landgütchen, wirkte ihm Verzeihung und Freiheit ausund verhalf Virgil zu dem Seinigen; aber für einen Man», den Augustus uner-meßlich reich gcmacbt hatte, war das (beschenk an Horaz eine Kleinigkeit, und Vir-gil verdankte ihm nicht mehr als nur Gerechtigkeit. M. besaß keine großen Eigen-schaften. Desto mehr verdankte er dem Glücke, und seine günstige Lage verstand ertrefflich zu benutzen. Fern von starken Leidenschaften und Ehrgeiz, wie Wieland sei-nen Charakter schildert, mit feinen Sinnen und Hellem Kopfe begabt, klug und kalt-blütig genug, um Alles, was er that, recht und ganz zu thun; sanguinisch genug,um vor keinen Schwierigkeiten zu erschrecken und sich immer einen guten Erfolg zuversprechen; aber doch zu bequem und wollüstig, um Geschäfte zu lieben und zu su-chen, wenn es nicht nothwendig war; angenehm von Person, jovialisch im Um-gänge, gefällig und gutmüthig; geneigt, über Andre zu scherzen und über sich scher-zen zu lassen; fein und geschmeidig, um Andre zu seinen Absichten zu gebrauche»;behutsam in der Wahl seiner genauern Freunde, aber treu und standhaft, wenn ergewählt hatte, und im Nothfalle jeder Aufopferung fähig: alle diese Eigenschaftenerwarben ihm des Augustus Zutrauen, welches er bis an seinen Tod in immer glei-cher Stärke genoß. Bei ihm fand August Alles, was ihm gerade fehlte: Rath, Ent-schlossenheit, guten Muth, frohe Laune, und auch Etwas, womit er seinen Freundscherzend aufziehen konnte. So spottete August gern überM.'S Weichlichkeit, Liebezu Seltenheiten, Edelsteinen, Gemmen, über seine Ziererei, alte etrurische Worteins Römische zu mischen und neue Worte zu machen. Dafür durfte sich dieser auchein freies, ja selbst hartes Wort erlauben, wie er denn einst, als DctaviuS noch wäh-rend des Triumvirats zu Gericht saß und viele Todesurtheile aussprach, ihm seineSchreibtafel hinreichen ließ, worauf er die Worte geschrieben hatte: u,»-

llem, cariiilex!" (LLteh endlich auf, Henker!) welcherWeisung jener folgte, ohnebeleidigt zu sein. Als August mit Agrippa und M. überlegte, ob er dieDbergewaltbeibehalten oder niederlegen solle, war es M., der, dem Agrippa entgegen, zur Beibe-haltung der Herrschaft rielh. Er bewies dadurch, daß er, fern von heroischenTugen-den, das Nützliche dem Edeln vorzog. Minder achtungswerth erscheint M. als Privat-mann. Er hatte aus dem esquilinischen Berge einen mir den prächtigsten Gärtenumgebenen thurmartigen Palast, wie ihn vielleicht kein andrer Römer, selbst nichtAugust, besaß. Hier überließ er sich nach Beendigung d-r Bürgerkriege in einemAlter von ungefähr 40 I. seinem Hange zur Ruhe und zu üppigen und frivolenVergnügungen. Unter allen Schauspielen liebte er am meisten die pantomimisebenTänze, welche er erst in Rom einführte. Der wegen seiner Kunst und Schönheitberühmte Bathy ll (s.d.) war sein Liebling. Nicht minder liebte er den Gaumen-kitzel und erfand selbst eine leckerhafte Speise. Die durch wollüstigen Müßiggangihm natürlich gewordene Schlaffheit des Geistes zeigte sich nicht nur in seiner Klei-dung, seinem Gange, seiner Haltung, sondern auch in seinen Versen und in seinerProsa. Er starb im I. Roms 145. Don seinen Schriften, deren Seneca ,Zsidor und A. erwähnen, ist nichts auf uns gekommen.

M a c e r a t i o n, chemisch, die Auflösung zweier oder mehrer gemisch-ter Substanzen durch Flüssigkeiten im Kalten. (Vgl. Digeriren.)

Machaon, s. Äsculap.

Mächtig, in der bergmännischen Sprache breit, wenn von Gängen dieRede ist (s. Geognosie); bei Flöhen bezeichnet Mächtigkeit die Dicke derselben;doch heißen nur solche, die über 12 Zoll hoch sind, mächtige Flöhe.

Mack von Leiberich (Karl, Freih,), k. k. östr. Feltzeugmeisier, geb.d. 25, Aug. 1152 zu NennSlingen in Franken, trat als Fourier in kaiserl. Dienste.Seine Talente zogen die Aufmerksamkeit des Grafen Lacp aufihn, der ihn zum Un-terlieutenant machte. Im Türkenkriege erwarb er sich das Zutrauen desGcn.Lau-don und wurde von diesem Joseph II. empfohlen, der ihn noch kurz vor seinem Tode