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Maria Louise (Königin von Spanien )
Bulletins ihr die ersten ängstlichen Augenblicke verursachten. Doch als Napoleon selbst erschien, war alle Furcht verschwunden. Vor seiner Abreise zu dem neuenKampfe ernannte er sein? Gemahlin zur Regentin des Reichs, jedoch unter vielenBeschränkungen. Sie erfüllte ihre Pflichten mit gewissenhafter Treue, wovon dieReden, welche sie in der großen Raihsversanimlung nach der unglücklichen Schlachtbei Leipzig hielt, und ihrAusrufan dieFranzosen, .BloiS den'. April 1811, Beweisesind. In dem Unglück ihres Gemahls kann man ihr das Lob eines ekeln Betragensnicht versagen. Sie mußte mit ihrem Sohne den 29. März 1814 Paris verlassenund begab sich auf Befehl ihres Gemahls den 1. April nach Blois . Hierauf wolltensie Joseph und HieronymuS zwingen, ihnen jenseits der Loire zu folgen; allein sieweigerte sich. Am 8. April brachte ihr der Grafv. Schuwaloff von allen EreignissenKunde. Ihr Gemahl war abgesetzt und hatte den 11. April abgedankt. Sie ver-fügte sich nun nach QrleanS und von hier in Begleitung des Fürsten Esterhazy den12. April nach Rambouillet , von wo sie den 16. April zu Klein-Trianon mit ihremVater eine Unterredung hatte, die ihren Entschluß bestimmte. Ihrem Gemahle zufolgen, ward ihr nicht vergönnt. Sie begab sich mit ihrem Sohne durch die Schweiz im Müt nach Vchönbrunn, und übernahm den 11. März 1816 die Regierung derihr im Vertrage zu Fontainebleau (l l. April 1814) zugesicherten HerzogthümerParma, Piacenza und Guastalla. Den 20. April 1816 hielt sie ihren Einzug inParma . Im Mai 1816 erklärte sie sich zur Großmcisterin des von ihr gestiftetenconstantinischen St.-GeorgenordenS. Da Spanien sich weigerte, der wiener §on-greßacte beizutreten, so ward endlich den 28. Juni 1817 zu Paris von Östreich,Rußland, Frankreich, Spanien , England und Preußen eine Übereinkunft geschlos-sen, nach welcher die Herzogthümer Parma, Piacenza und Guastalla nach demTode der Erzherzogin Maria Louise (die jetzt den Titel Kaiserin nicht mehr führt,sondern nur I. Majestät heißt) an die Infantin Maria Louise , ehemalige Königinvon Hetrurien (Regentin von Luccai und ihre männlichen Nachkommen zurückfal-len, Lucca aber alsdann an Toscana kommen wird. Östreich behielt jedoch die amlinken Po-Ufer vom lombardischen Königreiche eingeschlossenen parmesanischen Be-zirke, sowie das Besatzungsrecht in der Festung Piacenza. Napoleons und MariaLouisens Sohn, der bisherige Erbprinz von Parma, heißt im Staatscalendernicht mehr Napoleon, sondern bloß Franz Karl Joseph . Er erhält nach demselbenVertrage, wenn seine Mutter stirbt und Parma an das Haus Bourbon zurück-fällt, die Apanage-Herrschaft des Großherzogs Ferdinand von Toscana in Böh-men. 1818 ertheilte Kaiser Franz diesem Prinzen, seinem Enkel, den Titel Her-zog von Reichstadt (s. d.). Als sein Vater im März 1815 von Elba nachParis zurückgekehrt war, sollte der Prinz von Schönbrunn , wo er damals unterder Aufsicht der aus Frankreich mitgekommenen Gräfin Monkesguiou stand, ent-führt werden. Auch hatte die Kaiserin Maria Louise Briefe von ihrem Gemahl er-halten, die sie einluden, mit ihremSohne nach Frankreich zu kommen; allein dieseBriefe blieben unbeantwortet, und jene von dem Sohne der Gräfin Montesquieu vorbereitete Entführung des Prinzen ward im Augenblicke der Ausführung, den19. März 1815, entdeckt. Der Prinz wurde darauf in die Hofburg nach Wien überbracht und deutscher Aufsicht übergeben; doch schon am 29. Mai gab man ihnseiner Mutter wieder. Als sie nach Parma ging, blieb der Prinz in Wien zurück,wo er ganz von Deutschen umgeben ist. Der Kaiser ernannte Match. v. Collin(s. d.) zu seinem Lehrer und Erzieher. Der Prinz zeigt glückliche Anlagen und istder Gegenstand einer ebenso großen Theilnahme als Besorgniß. K.
Maria Louise, Königin von Spanien, Herzogs Philipp von Parma Tochter, geb. 1751, ward mit Karl IV. wider dessen Willen auf ausdrücklichenBefehl seines Vaters den 4. Sept. 1765 vermählt. Sie war eine kluge, höchst ge-wandte und ihrem Gemahl an Geisteskraft weit überlegene Frau. Frühzeitig