Band 
Siebenter Band. M bis N.
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MelicxrttS Melodie

Melicertes, Sohn der Ino »der Leukothea, welcher mit seiner von derJuno verfolgten und ins Meer gesprungenen Mutter in eine Mcergotthcit ver-wandelt wurde lind als solche den Namen Palämon erbielt. (c2. ?kthamaS undI n o.) Die seefahrenden verehrten ihn als einet, schützenden Meergott, der diebedrängten Schiffe glücklich in den Hafen führe, weshalb er auch von den RömernPort u ni n u S (s. k.) oder Hafengott genannt wurde. ?lls Meergott wirk er ge-wöhnlich mit einem großen blauen Bart, einen Schlüssel in der Hand oder vonden Schultern hangend, und nicht, wie sonst bei großer» Meergöttern geschieht,auf einem Wagen fahrend, sondern schwimmend vorgestellt. In vielen Hafen-städten waren ihm Tempel errichtet, und auf der Insel Tenedos wurden ihm sogarKinder geopfert.

MeliSmatisch wird diejenige Art des (Gesanges genannt, bei welcherauf eine Tvlbe des Textes mehre Töne gesungen werde», entgegengesetzt dem so-genannten svllabsschen (besänge, bei welchem jede -Lplbe des Textes nur eine ein-zige Note bekommt. Hierdurch wird ein umfassenderer Rhi'thmuS in den (be-sang eingeführt, als der SprachrkwthmuS ist. (Eine aus mehren Noten zusam-mengesetzte, nur auf eine Svlbe gesungene Figur heißt MeliSnia, Sylbendeh-nung.) Der syllabifche Gesang wird im Recitativ unk im Choral unvermischtgebraucht, der melismatische hingegen, welcher in den übrigen für den Gesang be-stimmten Tonstücken vorkommt, erscheint jedes Mal mit dem svllabsschen Ge-sänge vermischt. Dann heißt auch meltSmatifcher Gesang ein verzierter Gesang,und melismatisch, was zur Verzierung des Gesanges gehört; melismatisch heißenendlich auch leichte, einfache Gesangmelüdien, welche leicht in das Ohr fallen undzu behalten sind.

Melissas, des IthageneS Sohn, aus Samos gebürtig, lebte um 444,v. Chr. In der Geschichte seines Vaterlandes ist er als Staatsmann und Feld-herr zur Liee merkwürdig. Als Philosoph wird er zur eleatischen Schule gerech-net, weil er den Idealismus derselben ebenfalls vortrug. Von dem Parmenideswich er in manchen Punkte» ab, indem er das eleatische System noch schärfer ent-wickelte. Dieser dachte sich das eine c^ein als intelligibel und begrenzt, und gabdie Mannigfaltigkeit der Erscheinungen, wie sie uns die Sinne darstellen, zu; M.aber stellte das seiende als ewig und grenzenlos, aber mareriell vor und verwarfdie Gültigkeit der Erfahrungen durch die Sinne geradezu als leeren Schein. Umteni Vorwürfe zu entgehen, daß seine metaphysischeil Grundsätze mit der gemeinenErfahrung in Widerstreit lägen, machte M. die relative Wakrheit zum Merkmalder objectiven Gültigkeit der Erkenntniß. Er schloß, weil die Meinung, daß allesVorhandene ewig, unendlich, Eins, unveränderlich und sich überall gleich sei,der Vernunft nothwendig als wahrer einleuchten müsse, als die Meinung vomGegentheile, worauf uns die Sinne führen: so muffe man sieb a» jene halte»und diele für falsch erklären, oder wenigstens jene vorziehen und diese dahingestelltsein lassen. Auch behauptete er, daß sich von den Göttern nichts wissen lasse.

Mel odie, im Allgemeinen, die successive Tonverbindung — im Beson-dern, eine Reihe von Tönen, die dem Ohre durch ihre Folge und Abwechselungnach bestimmter Hohe und Tiefe angenehm erscheint; im eingeschränkten Sinnedes Worts auch der Gesang irgend eines bestimmten Musik - oder Singstücks, auswelebe man hindeuten will (wenn man sagt eine Melodie). Durch die Melodie,im Allgemeinen genommen, will vorzüglich der Componist die Gemuthsstimmung,welche er zu malen sich vorgenommen har, ausdrücken. Dies geschieht in inisernmehrstimmigen Kunstwerken vorzüglich durch die Hauptmelodie oder Haupt-stimme, welcher die übrigen stimmen mit ihrer Melodie untergeordnet sind. Schonhieraus folgt, daß die Melodie das Wesentlichste jedes Tonstücks, die Seele derMusik sei, und daß >hr die Harmonie als Aucdrucksmittel der Gefühle unlergeort-