2^2 Melpoimnr Melusine
Quellen und unterirdischem Feuer. Die sanfte Wärme, die hierdurch über denBeden der ganzen Insel verbreitet wird, g>bt ihren Weinen, Feigen, Melonen (dievon der Insel den Namen haben) und andern Früchten einen vorzüglichen Ge-schmack; aber dieselben Ursachen, die für die Vegetation so günstig sind, wirkennachtheilig auf die Gesundheit der Menschen. Die Ausfuhr besteht in Alaun,Schwefel, Wolle, Ziegenkäse, Westen, Melonen, Wein u. s. f. Die HauptstadtMilo, der Sitz eines griech. und eines karhol. Bischofs, wird von 5000 Griechenbewohnt und hat den geräumigsten Hafen im Archipel. Diese Insulaner tratenunter die Fahne des Krem,es, als eine Abtheilung der griech. Flotte im Mai 1821eine türkische Corvette von 32 Kanonen und eine Kriegsbrigg in dem Hase» vonMelos überfiel, die Mannschaft niederhieb und die Insel frei machte. — Baronv. Haller aus Nürnberg entdeckte hier 181-1 die Lage der alten Stadt Melos süd-lich von Castro, wo er ein Amphitheater von Marmor und eine Menge Bruch-stücke von marmorne» Säulen und Statuen fand. Auf s. Rath kaufte der Kron-prinz von Daiern (jetzige König) das Amphitheater, um die dortigen Antiken fürseine Sammlung ;u erhalten. In der Nähe derselben fand 1820 ei» griech. Land-mann unter dem Boden einer Nische ein herrliches Rundbild, die Statue der Ve-nus von Melos, nebst 3 Hermen (3 Fußhoch), welche der sranz. (Gesandtein Konsiantinopel, MarguiS de la Rivi-re, kaufte und dem Könige von Frankreich schenkte. Sie steht jetzt im pariser >>»-,«'><- rovul im Louvre und wird von ihrenpariser Bewunderern gewöhnlich la l>,,Iu länse genannt. Die Statue istvom schönsten feinkörnigen panschen Marmor (6,eWeti>> genannt), dem mandie Farbe des Elfenbeins gegeben hat. Sie war Zwar zerbrochen und sehr beschä-digt; doch war derKopfnie vom Leibe getrennt gewesen. Am besten erhalten sinddie mittlern Theile, Brust und Le,b. Ein faltenreiches Gewand verhüllt die un-tern Theile, sodaß nur ein Fuß sichtbar wird. Diese merkwürdige Statue, welcheetwas nach der linken Seite geneigt ist, hat 6 Fuß 3 Zoll Hohe und hat 8,55Kopflängen, wie der Apollo von Belvedere , folglich ist sie a Kopflänge größer alsdie mediceische Venus. Die Venus von Melos wird, weil sie den Apfel hält, füreine Art,ix gehalten; sie scheint nach der nackten Venus des Prapiteles
(der Kindischen) gebildet zu sein. Bei keiner andern Statue der Venus kommtder Apfel vor. Graf Clarac, Oberaufseher des franz. k. Museums der Antike»,und Wuarremöre de O.uincy haben Beschreibungen dieser Bildsäule der ä>,n,xAmAx herausgegeben (Paris 1821). Nach des Letzter» jedoch unwahrscheinlicherMeinung gehören die Hand mit dem Apfel und die Hermen nicht zur Statue.Von dieser Statue, die der Schönheit ihrer Formen und des Adels des Skylswegen allgemein bewundert wird, steht ein Abguß in der berliner Antikengalerie zuMontbijou. Auch besitzt Hr. v. Omandt in Dresden einen Abguß. Börriger er-klärte sich in der „Abendzeitung" (1821, Nr.28ä) für die Gruppirung dieses halb-nackten DcnuSbildeS mir einem Mars. Hofr. Hase in Dresden hält diese Venusfür eine Elektra, die mit dem Pylatcs zusammen gruppier wurde. 20.
Melpomene, die Muse des Trauerspiels. Sie wird abgebildet miteiner ernsthaften Maske, wol auch mit einen, Eypressenzweig in der einen und ei-nem Dolch in der andern Hand. (S. Musen.)
Melusine. Die durch ei» artiges Märchen bekannte schöne Melusine war nach Einigen ein weiblicher Meertämon, nach Andern stammte sie durch ihrenVater von einem König von Albanien und einer Fee ab. Paracelsus macht sie zueiner Nymphe; die Meisten bezeichnen sie als eine mächtige Fee, die sich mit einemFürsten aus dem Hause Lusignan vermählte. Sie war, wie die meisten Feen jenerZeit, gezwungen, gewisse Tage des Monats Fischgestalt anzunehmen; alsdannwandte sie alle Sorgfalt an, sich weder vor ihrem Gemahl noch vor ihren Hauslenken sehen zu lassen. Aber eines ?aqes trat ihr Gemahl, der zu neugierig war