Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Militairgrenze

wovon die Hälfte in den Krieg ziehen kann. 182! zählten die bereits gestift, Mi-litaircolonien 400.000 männliche Bewohner, darunter 40,000 Reiter. ImJuli d. I. besichtigte der Kaiser mehre Bezirke der colonisi, ten Truppen und er.klärte öffentlich seine Zufriedenheit mit tcni Zustande derselben. Sowie nun die:ser Plan immer weiter vorrückt, hört die bisherige Cor.scription oder Recrutirungallmälig aus. Dadurch bleibt das Reich auf seiner einzig angreifbare» Seile ineinem immerwährenden Verrheidigungsstande z auch ersetzt diele lebendige Mist-tairmauer den Mangel an Festungen, von denen Rußland kenie von ausgezeichne-ter Wichtigkeit besitzt. Oberbefehlshaber aller Militaircolonien j,n Reiche war biszum Tode Alexanders der General Graf Araktschejeffz Chef des Gcncralstabs derMilitaircolonien ist Generalmajor Kleinmichel. Ii» Ja». 1824 wurden demOberbefehlshaber der Milikaircolonie auch alle Militaireantoinsten bei den Mili-tairwaisenschulen (in welchen »ach Lancaster'S Methode Lesen, Schreiben, Rech-nen gelehrt und ein Soldatenkatechismus erklärt werten soll) untergeordnet. Vondiesen Militaircantonisten tritt jedes Jahr eine bedeutende Zahl in den Waffen-dienst der an die Stelle der ackerbautreibenden Soldaten gerückten Reservemämierein. In die Stellen dieser Cantonisten rücken dann die Knaben nach u. s. w- Diennlüa'rische Erziehung ist die eigentliche Stütze dieses Svstems, das dem Bauerseine b sherige Freiheit nimmt und ihn der Milikairpolizei unterwirft. Zur Er-ziehung und Unterhaltung der Knaben und Cantonisten wird die Einnahme fürdie Recrutenguittanzcn mit verwandt. Es hat nämlich der UkaS vom 20. Dec.1823 ten Gutsbesitzern in volksarmcn Gouvernements erlaubt, sich bei Recruten-aushebunzen von dieser Verpflichtung durch GA0 loszukaufen, weshalb 3500Recrurenguittanzen, jede zu 2000 Rubel Papier , ausgefertigt werden, die demStaate ein Eink.von 7 Mill.Rubel gewähren. Die Ausgaben für die Militairco-lonien beliefe» sich, nach den» Berichte des Oberbefehlshabers, im I. 1822 auf4,962,475 Rubel, und die Ausgaben seit ihrer Organisation bis 1824 übel Hauptauf 15,780,115 Rubel. Von den 6 Mill. Kranbauern sind 4 Mill. hinreichend,um die ganze Armee anzusiedeln. Dann würde Rußland neben seinem gegenwärti-ge,i Heere von 8 — 900,000 M. (nach den Listen, nicht wirklich vorhanden) eingleich starkes in seinen Colonisten haben, das aus der Reserve und den Cantonistenununterbrochen und auf das Beste recrutirt werden kann. Es würde aber auch einestets gespannte Herrscherkrast dazu gehören, um in einem Reiche, dessen Volks-menge gegenwärtig (mit Polen und Finnland ) aus 62 Millionen sich beläuft, eineMasse von 2 Mill. Kriegern, die Herd und Familie haben, in der Zucht und Ord-nung des militairischen Gehorsams zu erhalten. ^eit dem Tode des KaisersAlexander ist dieses Svstem nicht weiter ausgedehnt, das Bestehende aber, unterder Leitung des Generals Diebiksch, erhalten worden. 1822 sah der EngländerLyall die russ. Militaircolonien und gab davon einen Bericht (a. d. Ei.gl. übers.,Lpz, 1824) in s. „Reise durch Rußland" (London 1824). 20.

M i l i t a i r g r c n z e, ein Landstrichderöstreich.Monarchie. von860stIM.mir 1,046,000 Einw., welcher sich 227 Meilen längs der ungarischen und sieben-bürgischen Grenzen, soweit sie das türkische Gebiet berühren, erstreckt und seineeigne militairische Verfassung hat, indem die Bewohner desselben stehende Solda-ten lind Bauern zugleich sind. Sie haben von dem Staate das erbliche Nutzeigen-thlim der Ländereien gegen die Bedingung gewisser Leistungen erhalten, worunterder Kriegsdienst obenan steht, und bilden eine» ununterbrochen bewachten Grenz-cordon gegen die Türken. Der Staat hat in dieser Einrichtung ein stets bereitesKriegsheer, das demselben in Friedenszeiten nichts kostet. Der wirkliche Standdes dienenden GrenzmilitairS beträgt in Friedenszeiten 45,000 M. In demKriegsjahre von 1815 bestes es sich auf mehr als 62,000 M. Dieses geübte,disciplinirte Militair beschützt (ohne Sold zu empfangen) sein eignes Grenzland