Mineralien (Kristallsysteme) 387
aus der Hälfte der Flächen der doppelt sechsseitigen Pyramide besteht und 6 gleich«und ähnliche Rhomben zu Flächen hat. Unter den abgeleiteten Gestalten findensich die regelmäßigen sechs- und zwölsseirigen Prismen, sehr viele Rhomboeder unddoppelt sechsseitige Pyramiden mit abwechselnd stumpfern und schärften Endkan-ten und mit im Zickzack liegenden Grundkanten. — Es muß hier auch noch be-merkt werden, daß die Krystalle nicht immer einzeln, sondern auch zu zweien,dreien und vieren verbunden, als Zwillinge, Drillinge und Vierlingeerscheinen. Es find Verbindungen gleichartiger Individuen, welche verschiedeneRichtungen ihrer Struktur gemein und einander parallel und andre umgekehrt lie-gen haben. Gewöhnlich sind die Individuen an-, seltener durch einander gewach-sen. — Diele Krystalle finden sich nicht bloß nach Außen mit Ebenen begrenzt, son-dern sie lassen auch in ihrem Innern deutlich ein regelmäßiges Gefüge odereine Theilbarkeit wahrnehmen, d. h. man sieht natürliche Fügungsklüfte,Blätter, Durchgänge, der einen oder der andern Art ihrer äußern Flächenparallel, und in diesen Richtungen lassen sich solche Krystalle mitunter bis zu dendünnsten Blätkchen theilen, während sie nach allen andern Richtungen der trennen-den Kraft mehr Widerstand entgegensetze», sodaß, wenn sie gebrochen werde», mankeine ebene Fläche erhält. Bei manchen Krystallen ist gar keine mechanisch«Theilung möglich, auch ist bei andern die Theilbarkeit nicht einmal sichtbar. —Erleiden Krystalle bei ihrem Entstehen Störungen, so erscheinen sie weniger regel-mäßig ausgebildet, sowol hinsichtlich ihrer äußern Umrisse als auch hinsichtlichihres innern Gefüges. Das Geradblämige geht in Krummblättriges über, dasGroßblättrige ins Kleinblättrige ui " Körnige, in das Schuppige und Schaumige.Dehnen sich Krystalle in einer Richtung überwiegend aus, so entstehen natel-und haarförmige Gestalten, und aus der Zusamnienhäufung oder Anein-anderfugung solcher Gebilde werden strahlige und faserige Massen.— Dirnichrkrystallisirten Mineralien, an welchen weder Geregelte» der Gestalt,noch Ebenen oder gerade Linien wahrgenommen werden, lassen sich abtheilen:s) in solche, welche in ihrem Äußern eine gewisse Ähnlichkeit mit andern Er-zeugnissen der Najur oder der Kunst haben; dahin gehören: 1) das Kugel-,Nieren- und Traubenförmige; 2) dasZabn-, Draht-, Baum- und Stauden-förmige, das Ästige, Röhren- und Tropfsteinarkige; 3) die Platten und dieBleche; 4) das Durchlöcherte, Zerfressene, Zellige, Blasige, Zerhack e, da»mit Eindrücken Versehene ic. l>) In solche, die mit andern Natur- oder Kunst-producken nicht verglichen werden können, sondern Formen ganz eigenthümlicherArt haben; dahin gehört das Derbe, Eingesprengte, die eckigen oderrundlichen Stücke, die Körner und Geschiebe oder Rollsteine. — Oftzeigen die Mineralien neben den geregelten Fügungsklüften noch andre Zer-klüftungen, Absonderungsklüfte, Absonderungen, die bald mehr, baldweniger deutlich sind. Man unterscheidet: 1) stängliche Absonderungen,bei welchen die Ausdehnung nach einer Richtung vorwaltet; sie sind dick oderdünn, gerade oder gebogen, keilförmig u. s. w. Beispiele geben der Kalkspeth,Amethyst ic.; 2) schalige Absonderungen, zwei Dimensionen sind vorwal-tend, die dritte, die Dicke, ist bei weitem weniger bedeutend; man hat dick-oder dünnschalige, gerade- oder krumnnchalige Absonderungen :c. wie beim Schwer-spath, Arsenik ic.; 3) körnige Absonderungen, bei welchen alle drei Di-mensionen ziemlich gleich gefunden werden; dos Körnige ist grob oder fein, rundoder eckig rc., wie beim körnigen Kolk (earrarischen Marmor). — Dem krvstallinischen Geftäge oder der Theilbarkeit steht der Bruch entgegen, t. b. die Be-schaffenheit, welche ein Mineral zeigt, wenn es gewaltsam durch einen Schlag ge-trennt wird, ohne daß man auf die Fügungsklüfte Rücksicht nimmt. Die Bmch-fläche erscheint: 1) eben, d. h. ohne Erhabenheiten oder Vertiefungen; 2) un-
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