Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mineralwässer (künstliche) SSS

löslichen Körper in denftlben Gewichtsverhältnissen den Wässern einzuverleiben,welche die Untersiichung als vorhanden bestätigt hatte. Diejenigen, die von Kalkund Talk ihren Producten ein willkürliche« Maß zugegeben hatten, glaubten schonüberflüssige Beweise ihrer Sorgsamkeie gegeben zu haben. Das höchste Strebenwar, den kalten Mineralwässern ein tüchtiges Maß Kohlensäure zuzutheilen, dennan eine volle Nachbildung der warmen Wässer hatte mqn sich theils gar nicht ge«wagt, oder die Derfahrungsarten waren so roh, daß ,s kaum nöthig ist, sieznerwähnen. Übrigens war man unbekümmert, ob die mit einem Wasser verbunde-nen Gasarten mit demselben in inniger oder sehr lockerer Verbindung waren, unddie Beobachtungen der Ärzte über die Verschiedenheit der Mineralquellen in die-sem Bezüge gingen sür die Nachbildung verloren. Die Mangel dieser Methodeund der Ansichten, auf welche sie sich stühte, waren zu auffallend, um nicht voneiner Verbesserung derselben auch niehr Gleichheit der Wirkungen der Kunstpro-ductr ausden organischen Körper mit denen der Natur hoffen zu können. Es warklar, daß die Verbindungen, welch» die Analyse als in dem Wasser vorhanden an-gab, nur Producte der Art der chemischen Behandlung waren, Eine andre Me-thode der Untersuchung gab sehr häufig auch andre Verbindungen der Kalien undErdarten, und der Streit über Salze, die gleichzeitig in den Wässern bestehenkönnten oder nicht, war in den mehrsten Fällen zwecklos. Die Bestandtheilekonnten in den Wässern entweder zu einzelnen Verbindungen zusammengegangen,also nur nebeneinander gelagert gedacht werden, oder sie waren zu einer Gesammt-verbindung oder zu mehren dergleichen vereinigt. Genauere Untersuchungen ha-ben die erste Annahme als unstatthaft in den mehrsten Mineralwässern gezeigt,besonders wenn die Zahl ihrer einzelne» Bestandtheile vielfacher und das Mengen-verhältnis derselben größer als gewöhnlich war. Directe Beweise gibt der vonden natürlichen Wässern so sehr abweichende Geschmack mancher künstlichen, dieauf dem einfachen Wege der Mischung, ohne Zuziehung andrer Hülfsmittel, be-reitet werden. Für dar Zusammentreten der Bestandtheile zu componirten Ver-bindungen sprechen die Niederschlüge, die sich aus manchen natürlichen und denihnen neu nachgebildeten künstlichen Wässrn bald schneller, bald nach fahren all-mälig bilden, ungeachtet die Summe der Lösungsmittel sür ihre Erhaltung inflüssigem Zustande mehr als hingereicht hätte. Eine Analogie für diese Annahmegeben die Mineralkörper, deren einzelne Bestandtheile zur homogenen Gesanimt-verbindung sich verschmolzen haben. Da sich jedoch diese flüssigen Verbindungendirect nicht darstellen lassen, und ihr Bestehen nur aus einer Menge andrer Erschei-nungen gefolgert werden kann, so kam es darauf an, die Bedingungen, unterdenen sie sich bilden, möglichst aufzusuchen. Diese sind das Zusammentreten derBestandtheile unter bestimmte» und gemessenen Druckgrößen, die Ausschließungdes Einflusses der Atmosphäre und eine bestimmte Reihenfolge, in welcher denBestandtheilen die Einwirkung auf einander gestattet wird. Von ihnen hängt zu-gleich die Innigkeit der Verbindung der Gasarten, die Art, wie sie aus dem Was-ser sich losreißen, und die Dauer der durch dieselben bewirkten Verbindungen, dieErdarten und Metalle ab. Zur Erreichung jener Bedingungen sind feit einigenZähren durch 0. Struve in Dresden mannigfakrige Apparate geschaffen und ver-bessert wordeiz. So hat sich allmälig eine Anstalt gebildet, die in zwei wesentlichverschiedene Abtheilungen zerfällt. Die Aufgabe der einen ist, mit einer gegebenenMenge reinem Wasser alle die Bestandtheile, keinen ausgeschlossen, und in derMenge und Eigenthümlichkeit zu verbinden, wie sie die Prüfung auf chemischemWege und die Vergleichung der natürlichen Wässer mit den künstlichen an dieHand gegeben hat. Als Kennzeichen gelungener Erfolge genügt hierbei nicht bloßdie Darstellung der nämlichen Producte in Quantität und Qualität, welche diechemische Untersuchung in den natürlichen Wässern findet; Geschmack und Geruch