Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Miro brau

da man s. sittliche Bildung ganz vernachlässigte, so wuchsen mit istm die heftigstenLeidenschaften aiif. Spiel und Frauenliebe machten ihn späterhin zum Sklavensinnlicher Lust, die sich an s. glühenden Einbildungskraft entzündete. Schon >u»gnach Rnstm dürstend, gab er ein Lobgedicht aufden großen Conto und einige andreGedichte heraus. Jetzt wurde Locke sein Führer, der s. Geschmack regelte und st un-gestümen Genius zügelte. M. bekannte oft, daß er dessen Schriften Alles verdanke.In ihnen fand er jene klare, unwiderstehliche Logik, die s. Werke auszeichnet, undohne welche es keine echte Beredtsamkeit gibt. Aus der Schule trat er in Kriegs-dienste c aber im Umgänge mit jungen und ungebändigten Ofsicieren ward er mitallen von diesen Wüstlingen als Ehrenpunkte gefeierten Lastern vertraut. Hierdurchbrach er zuerst die Fesseln s. harten Erziehung, welche s. heftige Gemüthsartbis jetzt mit größter Ungeduld ertragen hatte. Endlich ergriff ihn die Liebe, und die-ser erste Sturm s. aufgeregten Leidenschaft trug alle Kennzeichen der Eigenheiten s.Charakters. Er achtete nicht den Zorn des Vaters, der diese Neigung unerbittlichverfolgte. Daher ward er, auf des Vaters Veranstaltung, in die Festung auf derInsel Re eingesperrt und sollte sich nach den Holland. Colonien einschiffen. Doch dieFreunde des MarguiS v. M. wußten es zu hintertreiben. Dieser Mißbrauch derväterlichen Gewalt bestimmte zuerst des Sohnes Ansicht vom Despotismus. DerZwang erhöhte nur die Kraft st Charakters. Nach st Befreiung ward er als Frei-williger nach Corstca geschickt. Er zeichnete sich aus und bekam das Pareur alsDragonerkouptmann; da ihm aber sein Vater keine Compagnie kaufen wollte, sogab er, wiewol ungern, den Militairstand auf. Nach seinem eignen Geständnis warer ganz für denselben geschaffen, und es gab kein Buch über die Kriegskunst, das ernicht gelesen .zu haben versicherte. Während des Kriegs in Corstca schrieb er eineDenkschrift über denselben mit Bemerkungen über die Mißbrauche der genuesischenAristokratie, und übergab sie s. Vater, der sie aber vernichtete. Nach dem Verlan-gen st Vaters vertauschte er jetzt das Schwert mit dem Pfluge. Aber ein Rechts-handel verbitterte ihm die an sich schon lästige Lage. Dazu kamen unglückliche häus-liche Verhältnisse. 1771 hatte er, nach langer Bewerbung, in Air die Hand desFräuleins v. Marginane, einer jungen liebenswürdigen Dame, erhalten, milderAussicht ansein großes Erbkheil. Dessenungeachtet gerieth er, bei s. Hange zurVerschwendung, in eine Schuldenlast von 160,000 Livres. Dies wurde der Grundseines unglücklichen Schicksals. Sein rauher, streitsüchtiger, unbiezsamer Vaterbenutzte die Verlegenheit st Sohnes und wirkte beim Chatelüt in Paris ein Inter-dick aus, durch das er st Sohn sehr beschränkte. Indeß lebte dieser mit st Gattinrecht glücklich, bis er im Mai 1774 einen strafbaren Briefwechsel derselben entdeckte.Doch es ziemte ihm nicht, streng zu sein, er brachte sie zu ihrer Pflicht zurück undverzieh. Bald darauf verließ er den ihm von st Vater gesetzlich angewiesenen Orts. Aufenthalts, und ein neuer Derhaftbriefsperrte ikn 1714 in das Schloß Ifein.Ein Liebeskandel mit der Gesängnißwarterin zog ihm strenge Aufsicht zu. SeinVater machte ihm Vorwürfe über st Unrhäligkeit. Er verantwortete sich durch dieBekanntmachung seines schon im 21. I. angefangenen Versuchs über den Despo-tismus. Dieses Epigramm erzürnte den Barer noch mehr, der ihn 1775 in dasfeste Schloß Iour bei Pontai lier bringen ließ. Der Commandant nahm ihn mitin Gesellschaft. Hier sah M. Sophie de Ruffev, die Gemahlin des 70jähr. Prä-sidenten Lemonnier. Sie war zärtlich: M.'S Leidenschaft für sie wurde bald äußerstheftig. Aber unglücklicherweise war St.-Maurice , der Commandant der Festung,sein Nebenbuhler. Um sich daher de» Verfolgungen dickes Mannes und seinesVaters m entziehen, flüchtete er nach Dijon : aber sein Vater wirkte einenneuen Verhaftbrief aus. Indeß statte Hr. v. Malesherbes, der damals Mini-ste:' war, für den jungen M. viel Wohlwollen und ließ ihm den Wink geben,ins Ausland zu fliehen. Schon befand er sich in der Schweiz , als ihm Sophie