Band 
Siebenter Band. M bis N.
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464
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4Kt Moldau -und Donauverbindrilig Mole (Mathieu)

Konstantinopel führen. S.Dil-Ie.in Isirt,, ^eox^r. el polit. üe 1^ blollla-vi<! kt ile >!, äV-il-u'Iük", a. d. Engl. des eheni. Eonsuls zu Bukarest , W. Wil-kinson, übers. von de la Roguetke, 1821 (2te, niit des Grafen d'Hauterive hand-schrifil. ?)ie»ionen vermehrte Aufl., Paris 1824).

oldau - und Dona »Verbindung. Die Moldau, der schiffbarre Hauptfluß Böhmens , welcher Fahrzeuge von 2 300 Ttrn. Ladung trägt undsiel! I'.'i Mcluik in die Elbe ergießt, hat durch den Abschluß der Elbschifffahrtsconven-rion (f. Elbschifffahri) besondere Wichtigkeit erhalten. Sie führt der Elbe böhm.Produole u. Fabrikate zu, die zum Theil dann über das Nordmeer in frenide Reichegehen. Jetzt, wo nicht mehr Stapelzwang und häufige Zollstätken die Ausfuhr ausder Elbe erschweren, kann Böhmen mittelst der Moldauwasserstraße seinen Activ-bandel mit Getreide, Hopfen, Potasche, Hanf, Safran, feiner Wolle, Leinwand,Eise», Ainn, Glas w. zu einer bedeutenden Größe emporheben; er wird noch höhersteigen durch die schon früher vorgeschlagene und 1827 ausgeführte Vereinigungder Moldau mit der Donau. Ein Canal, der im östl. Deutschland die ganze östr.Monarchie vonS. gegenN., nämlich von Triest bis nach Prag durchströmte, solltemittelst des zirkniher Sees von Triest an das adriatische Meer mit dem Sauflusseverbinden, die Donau in Kärnthen, sowie die Murr und Ens in Stein mark durch-schneiden, und sodann auf dem der Ausmündung der EnS gegenüberliegenden Uferdie Moldau mir der Donau mittelst des NaamflusseS und der Malscha vereinigen.Da aber dieDurchschneidung des Gebirgs zu große Schwierigkeit hatte, so ward da,wo der Eanalbau nicht ausführbar ist, die Erbauung einer Holz- und Eisenbahnzwischen der Moldau und Donau dem Ritter von Gerstner übertragen. (S. Öst-reich, feit 1815.) Vielleicht wird nun auch eine Verbindung der böhmischen Län-der mit Ungarn mittelst der Donau zu Stande kommen. Unberechenbar wären diewohlthätigen Folgen einer durch die Moldau - und Donauverbindung entstehendenununterbrochenen großen Wasserstraße von der Nordsee bis zum adriatische» Meere.Nicht die östreich. Monarchie allein, sonder» auch alle nördliche Staaten Deutsch-lands, vorzüglich die Städte Hamburg und Altona würden nach Ausführung die-ses Plans bedeutend gewinnen. Dann müßte selbst in den Niederlanden ein dieTransithandelsfreiheit mehr begünstigendes System angenommen werden, wennsie nicht einen großen Theil ihrer mercantilischen Vortheile auf der Rheinwasser-straße aufopfern wollten. 78.

Mole (Fr. Renk), s. Pariser Theater, Franz. Lit., dramatischePoesie und Schauspielkunst. Vgl.>Ie.n>oiie8 üo ^lole, precefles «4'uueIiotice sur cet snteur", von M. Etienne (Paris 1825).

Mole (Malhieu), Präsident des Parlaments von Paris , ein ausgezeich-neter Staatsmann, wurde 1584 geboren. Sein Vater, gleichfalls Parlaments-Präsident, hatte während der Kämpfe der Ligue dies Amt rühmlichst verwaltet;der 2Lohn stand ihm während der Streitigkeiten der Fronde mit gleichem Ruhmevor. Seine Rechkschaffcnheit, Geradheit und Unerschrockenheit widerstand oftder Willkür, selbst unter dem despotischen Richelieu. Auch unter dem nicht we-niger herrschsüchtigen aber minder kraftvollen Mazarin erhielt er sich die Achtungaller streitenden Parteien. Schon 1614 folgte M., damals erst 30 Jahr alt,dem Herrn v. Bellievre, in der Stelle eines Generalprocureurs, und 1641 warderdurch Richelieu selbst, dem er sich eben erst in einer Streitsache mit dem Marschallv. Marillac widersetzt hatte, zum ersten Präsidenten des Parlaments ernannt.Bald darauf brachen die Händel der Fronde (s. d.) aus. In diesem Partei-kampfe wußte er mit ebenso viel Klugheit als Geschick die Interessen des Rechtsund der Freiheit mit denen des von allen Seiten bedrohten Hofes zu vertreten,und sein Benehmen, als endlich Paris der Schauplatz der tumultuarischen Be-wegungen wurde, war so fest, würdevoll und muthig, daß ihm selbst die erbittert-