Meliere
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sie» Gegner ihrcn Beifall nicht versagen konnten, und das Cond,- und der Cardinalv. Rotz gezwungen waren ihn zu schätzen, obschon M.'S unerschütterliche Reekus-liebe und Anhänglichkeit an das Beste des Throns und Volks ihren Absichten ofthemmend in den Weg trat. Eine Zeit lang hatte M., müde der Ränke jener Ehr-süchtigen, welche nur dahin trachteten ihr Bestes zu wahren, und ebne Schutzvon -Seiten des hin- und Herschwankenren Hofes, freiwillig das Siegel abgegebenund die Schadloshalkung, welche Anna von Ostreich ihm durch Verschaffung desCardinalshuteS, seinem -Lohne durch Ertheilung einer StaatSsecretai!stelle ge-währen wollte, abgelehnt; bald aber mußte er von Neuem das schwere Amt über-nehmen und abermals mehr als ein Mal den Wüthenden die feste Brust entgegen-stellen. Diese unglücklichen Streitigkeiten zwischen dem Parlament, dem Hofeund den Anführern der Fronte endigten nicht eher, als bis Ludwig XI V. selbst dasRuder des Staats ergriff, und unter der klugen und glanzvolle» DeSpokie diesesFürsten die letzten Reste der Freiheiten des Parlaments und des Volks dahin-schwanden. Diesen Zeitpunkt erlebte M. nicht. Er starb den 3. Jan. 1656,mehre Kinder hinterlassend. Sein Enkel (Mathieu-Franeois) bekleidete100 Jahre später die einst von ihm so rühmlich verwaltete Stelle als Präsident despariser Parlaments, und endete während der Revolution aus dem Blutgerüste. Znden „Memoiren" des Cardinals v. Netz, sowie i» allen andern Geschichtswcrkenjener merkwürdigen Zeit der Regentschaft Annas von Ostreich und Mazarin's, istüberall M.'S großer Wirksamkeit in den verwickelten Angelegenheiten des Staatsgedacht, und alle stimmen darin übereilt, daß kein Würdigerer in so unruhigenTagen an der Lpitze der Geschäfte hätte stehen können.
Moli c r e (Jean Bapiiste Pocquelm de), der berühmte Lustspieldichtcr,geb. den 15. Ja». 1622 zu Paris , wurde von s. Vater, Kammerdiener und Ta-pezierer in des Königs Diensten, denselben Geschäfte» bestimmt. Er genoß in sei-nem 11. Jahre den Unterricht der Jesuiten und machte schnelle Fortschritte. Gas-sendi, Chapelle, Bernier waren seine Lehrer. Als sein Vater schwach gewordenwar, mußte M. das Amt desselben bei Ludwig XI1>. versehen. Er begleitete denKönig 1641 nach Narbonne . Das franz. Theater begann damals durch die Ta-lente des großen Corneille aufzublühen. Meliere (denn mit diesem Namen ver-wechselte er jetzt s. Namen Pocguelin, entweder aus Achtung für seine Altern odernach dem Beispiel andrer Schauspieler) gab die Sülle s. Vaters auf und verbandsich mit andern jungen Leuten, die wie er das Theater leidenschaftlich liebten.Gleiche Neigung sühne ihn mit der Schauspielerin Bejarr zusammen; Beide bil-deten eine Truppe, welche 1662 zu Lvon den „Ickourcl," aufführte. Dies ist dieerste von M. in Versen geschriebene Komödie. Die Wahrheit des Dialogs, dieunerschöpfliche Gewandtheit eines Kammerdieners, der die Sottise» seines Herrnunaufhörlich wieder gut zu machen beschäftigt ist, das Anziehende der hieraus ent-springenden Situationen haben dieses Stuck ungeachtet des Unzusammenhangsder -Scenen, der Kälte der Personen und des unreinen Stpls auf dem Theater er-halten. M. ärntete als Dichter und Schauspieler gleichen Beifall und entzog einerandern Schauspielergesellschaft in Lyon fast alle Zuschauer. Man hatte damalsnur Stücke voll unwahrscheinlicher Intriguen. Die Kunst, Charaktere und Sit-ten auf der komischen Bühne darzustellen, war M. aufbehalten. Diese Kunst,deren Keim sich schon im „> lonoli" zeigt, verbunden mit der Abwechselung derEreignisse, erhielt den Zuschauer gesvannr und verdeckte die Fehler des Stücks.Mit gleichem Bestalle wurde dies Lustspiel in BezstrcS gegeben. Hier HangerPrinz Conti, der M. auf der Lchule gekannt, eben die Stände von LanguWocversammelt. Er »ahm den Dichter als Freund auf und übertrug ihm die Leitungder Feste, die er gab. „1-e >l> pit amoureuv" und „bes ^reeie»-»", rieliaaier,"
CoiivcrstttioiiS-ilcricvn. Bd. VIl. oO