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Montaigne
Nach verschiedenen Geschäftsreisen kehrte er auf sein
'yatte, geschmückt. . . . . ,
zurück, um sich dort ganz der Philosophie zu widmen. Indeß wurde hier iemedurch den Parteikampf gestört, welcher Frankreich in Folge des grausamen Vers ^rens gegen die Hugenotten Zerriß. Sein Schloß wurde von den Liauisten geMdert, er selbst von den Gegnern derselben verfolgt. Da nun zu diesen Übeln sich "die Pest gesellte, welche 1588 in Guyenne ausbrach, so war er gezwungen se'"?'!zu verlassen und eine Zeit lang mit den Seinen in dem durch Gräuel aller 2^5^/gesuchten Lande herumzuziehen; er lebte seit 1588 abermals in Paris und begsich endlich wieder in seine Heimath, wo er den 13.Sept.1592, nach vielen körpt'liehen Leiden, mit der Ruhe eines Weisen starb.*). M. hat sich in s. berühmtselbst geschildert; aber er gesteht darin nur einige leichtere Gebrechen e> lwelche Mancher sich zum Vorzüge anrechnet. Er gibt z. B. zu, daß er inddleund träge sei, daß er ein sehr untreues Gedächtniß habe, daß er allen ZwangGewöhnliche Freunde mochte er nicht haben, aber an auserwählten hing er nist'^denschaft. Er suchte die Vertraulichkeit mit unterrichteten Männern, deren Ünre^Haltungen, wie er sich ausdrückt, „sont winis «l'un jugsmsnt müe et eons^nbIiiöläs <ii! bnntis (1e kriinoiiise, slv g-nete et übimiti«:". Auch liebte er dengang mit schönen und sittsamen Frauen, wiewol man dabei, wie er sagt, ein wen vauf seiner^Hut sein müsse. Die Phantasie betrachtet er als eine reiche Quelle vÜbeln. Über die Erziehung hat er Ideen, die man wie manche andre in unsesn^ 'gen, ohne ihn zu nennen, wieder in Anregung gebracht hat. Er wollte, daß sich ^Freiheit der Kinder auf das Moralische und Physische erstreckte. Das Einwindeund Einbündeln sah er als schädlich an und meinte selbst, daß wir durch Gewöhust Aaller Kleider entbehren könnten. So tadelte er ferner eine zu ängstliche Lebensweg ^wodurch derKörper unfähig werde Beschwerden zu ertragen. Seine Ansichten u"Gesetzgebung und Rechtsverwaltung haben seine Zeit aufgeklärt und der unsi^gen vielfach genutzt. Sein Streben ging auf die Vereinfachung der Gesetzt uFormen, und er bemerkte sehr richtig, daß die Gesetze oft durch ihre Strenge unsEund schädlich werden. „Wie viel Verurtheilungen", tust er aus, „habe ich gssistewdie verbrecherischer waren als das Verbrechen!" Seine fast immer nachsich^.Moral war dennoch in einzelnen Punkten sehr streng. Die speculative PhilvsiA^verwarf er. Erfahrung, vorurtheilsfreie Ansicht über dieselbe, mit vorzüglicher^ (gung seines Temperaments zum Epikurismuö, war fein Gebiet. Ein besonderVergnügen fand er darin, den Menschen in Kindern und unverdorbenen Landleuzu beobachten und zu studiren. Ebenso weit entfernt von Denen, die Alles für
gewiß, wie von Denen, die Alles für gewiß halten, gefiel er sich, Möglichkeiten
statt
Behauptungen aufzustellen und seinen Gegenstand von allen Seiten zu beleUch ^Seine Devise war nach dem damaligen Gebrauche: „si>»e s-ii«-ch?" DaSwerk M.'s, s. „bHi»" (1580 zuerst und nachher oft, besonders von Pierre ILondon 1524, 3Bde., 4>, deutsch von Bode, Berlin 1593 fg., 6 Bde., hetstUU^enthalten einen Schah von Lebensweisheit. Die Schreibart ist zwar nicfst^^rld
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rein und correct, genau und edel, aber sie ist originell, einfach, lebhaft, . ,energisch. Große Gedanken werden naiv ausgedrückt, und diese altnatio-u>l^viale Naivetät gefüllt. Man gewinnt den Charakter des Verf. lieb unkerhlwgern mit ihm und folgt seinen Meinungen. Ein geistreicher Dichter HK -h" 'folgenden Versen geschildert:
plus ingvnu, Mküns vrguxilleux,
Nontsigne ssns sri, ssns Systeme,
OliLreliÄNi l boinme üsns i Vomms nnnie1.6 60UiIAlt 6t le P6int lllVN NUVil^t
*) Sein Widerwille gegen die Ärzte und ihre Kunst war so groß, daß er steh >>>eihres Rathes bediente und selbst in den letzten Tagen s. Lebens lieber die furchtbarste"Schmerzen jeincs alten Stein - und Niereniibels trug, als .Gilfe bei ihnen inchte.