584 Morhof Moritz (Kurfürst zu Sachscn)
blieben. Er bat sehr viel, besonders Portraits berühmter Männer, gestochen. Auseinen vorzüglichen 'Arbeiten gehören die Madonna della Sezgiola nach Rasael unddie Madonna del Sacco nach Andrea kcl Sarto. Sein berühmtestes Blattbis jetzt, das Abendmahl nach Leonardo da Vinci , wovon Theodor Matkeinidie Zeichnung gemacht hakte, erschien 1800. Es wird theuer bezahlt, vorzüglichdie ersten Abdrücke mit der Schrift, die sich durch ein Komma nach dem WorteVoliir auszeichnen. Andre ausgezeichnete Arbeiten von ihm sind: die Verklä-rung nach Rasael, und die Portraits von Dante, Petrarca, Ariosto , Tasso rc.Vor mehren fahren unternahm er es, die Nacht von Correggio , nach derZeichnung des Pros. Leydelmann, zu stechen. Sein Bruder, Antonio, hatVerschiedenes mit ihm Zugleich gearbeitet. Ein vollständiges Derzeichniß vonRasael M.'s Bl„ deren Zahl gegen 200 beträgt, gab N. Palmerini zu Flo-renz 1810 heraus. L. I,.
Morhof (Daniel Georg ), ein berühmter Literator, geb. d. 6.Febr. 1639zu Wisniar, besuchte die Lchule seiner Vaterstadt und das Pädagogium zu Stet-tin, studirte seit 1657 zu Rostock die Rechte und die humanistischen Wissenschaf-ten. Ein lat. Scherzgedicht aussden Tod eines Storchs, das er 1659 verfer-tigte, erwarb ihm 1660 die Professur der Dichtkunst zu Rostock , welche er nachseiner Zurückkunft von einer Reise nach Holland und England antrat, aber schon1665 mit der der Rede- und Dichtkunst auf der neugestiftelen Universität zu Kiel vertauschte. 1670 machte er eine zweite Reise nach Holland und England, wardnach seiner Rückkehr 1673 zugleich Pros. der Geschichte, 1680 Bibliothekar undstarb 1601 auf der Rückreise von Pyrmont , wohin er wegen seiner Kränklichkeitgegangen war, zu Lübeck. Durch seinen „l'ulvlBlo," (Lübeck 1688, 4., 4. AuSg.ebendas. 1747, 2 Bde., 4.) regte er in Deutschland zuerst ein vollständigeres undplanmäßigeres Studium der Lüerargeschichte an. Dieses Werk war lange Zeit dieHauptquelle für diese Disciplin; es enthält einen bedeutenden Reichthum lirerari-scher Notizen aller Art, und wenn auch nicht alle Urtheile des Verf. die Probe hal-ten, und namentlich seine Ansichten von der Literargeschichte als Wissenschaft nochsehr dürftig sind, so ist es doch durch manchen methodologischen Wink auch fürunsere Zeiten noch schätzbar. M.'S „Unterricht von der deutschen Sprache undPoesie, deren Ursprung, Fortgang und Lehrsätzen, sammt dessen deutschen Gedich-ten" (3. Aufl., Lübeck und Leipzig 1718) ist besonders von der historischen Seitewichtig. Seine „Deutschen und lat. Gedichte" (Lübeck 1697) hingegen sind vongeringem Belang. Eine Auswahl der erster» steht im 8. Bde. von W. Mül-ler'S „Btbl. deutscher Dichter des 17. Jahrh.".
Morillo (Don Pablo), spanischer Feldherr, s. Spanien .
M b r i S, s. AgYPte n.
M o r i s c o s, s. Mauren.
Moritz, Herzog, seit 1518 Kurfürst zu Sachsen (albertinischer Linie), geb.d. 21. März 1521 zuFreiberg, zeigte schon in seinerIugend große Talente, verbun-den mit rastloser Thätigkeit und einem feurigen Charakter. Sein aufstrebender Geistwurde noch mehr geweckt, als er verschiedene deutsche Hofe besuchte, die den vä-terlichen an Glanz weit übertrafen. Damals (1541) vermählte er sich mit der T.des berühmten Philipp, Landgrafen von Hessen . In dems. I. starb sein Vater,der Herzog Heinrich der Fronime, und Moritz übernahm (7. Aug.) zu einer Zeit,wo die Religionsstreitigkeiten Deutschlands Fürsten entzweit hatten, die Regierungseiner Lande. Hierauf focht er tapfer für Östreich gegen die Türken in Ungarn und gegen die Franzosen. Obgleich selbst ein Dekenner des Lutherthums, trennteer sich dennoch 1542 von dem (schmalkaldischcn) Bunde der übrigen protestantischenFürsten, die den neuen Glauben mit den Waffen in der Hand vertheidigen woll-ten, entweder weil er sich, bei seiner frühern freundschaftlichen Verbindung mit dem