GlO Morpheus Morphologic
M. die Seele derProtestanten; nian nannte ihn ihren Papst. Er »erfocht die Lehr-,sätze feiner Partei mündlich und schriftlich. Heinrich IV. machte ihn 156t zumStaaiorakb nnd in der Folge zum keuigl. Rath und Statthalter von Sannnr.Hier errichtete M. eine elkadeinie für seine GlaubenSgenoften, die viele tre-slicheDl.nnier gehabt hat. Eine s. Schriften über die Mißbrauche der Vdefte en pörtedie kathol. Geistlichfeit: M. wollte s. Gegnern nur in einer öffentlichen Eoinerenzantworten. Triefe fand I6tlü in Fontainebleau statt. Du Perron, Biscko-' vonEvreur, war seii, Gegner, dem es theils durch überlegene Gelehrsamkeit, theilsaber auch durch allerlei Kunstgriffe gelang, den Sieg davonzutragen. SeinerPartei zog M. durch tiefen nicht wohl überlegten Schritt bedeutenden Nachtheil zu.Als er später gegen Ludwig Xlll. die Sache der Hugenotten führte und ihm sehrdringende Vorstellungen machte, um ihn von gewaltsamen Maßregeln abuihalten,verlor er, ohne etwas bewirkt zu haben, 1621 sein Gouvernement von Sanmnr.Er starb 1623. Ein schönes Denkmal hat ihm Voltaire in der „HenriadG gesetzt;weniger günstig beurtheilt ihn Hnet, nnd er hat Reckt, wenn er ihm Mangel angründlicher Gelehrsamkeit vorwirft. Unter M.'g Schriften war die über dieLftabrbeit des Ehriüenkhums („l.n ecilw i!e I.-I religioi, csti elii-inic") die ge-schätzteste; aber die ub-r das Abendmahl (,,I1a I'ii,;ti m-ist n. u5..->p<- et >l,,rii >-in- ile I eiieliuriiiiie") machte das meiste Aufsehen. Schätzbar sind seine,, n>-n>. ei <:oi,u>l. n>»nr ;iuvir ,> l lneienrv <ie !,-> irüu> ! st>-,<n, I iiiiii-a ilcpiiiii 1511 ftiiNjii'e» 1623'^ 'vollst. Ausgabe in15 Bdn. m. s. Biogr., Paris 1825).
M orpheu s (der Nachbildende), nach der Mptholozie der Griechen nndRömer ein Diener des Schlafs; er wohnte in Eunmerien in einer stillen, däm-mernden, me von den Sonnenstrahlen erleuchteten Hehle. Llls Vorsteher undGott der Träume, welche den Gott des Schlafs (mit welche:» er häufig verwcch-stlt wird) zahllos umschwebten, wurde er von diesem oft zu den Sterblichen, be-sonders zu den Hähern gesandt, um ihnen auf Befehl der Götter im Traumeihr Schicksal bekanntzuniacben. Er konnte jedoch nur menschliche Gestalt an-nehmen; um Thiere nachzubilden, bedienten steh die Götter des Phobetor oderIeclos, lind um leblose Gegenstände darzustellen, des PhaniasnS. Er wirddargestellt al? ein schöner Jüngling, mit Mohn gekrönt, in der Hand einFüllhorn, woraus er mannigfaltige Gestalten schüttet.
M orphin e, ein vor Kurzem entdecktes, furchtbares Pflanzengift. Überheften unmittelbare Einwirkung haben die pariser Ärzte Deguise, Dupuis undLenret genaue Versuche angestellt. S. „Ideal,ernste; et exzecriciice; snr le;e Iele >le l'nceUite >Ie morpstinc" (Paris 1821).
Morphologie (von Gestalt, und Xo-poc, Lehre) bezeichnet die
Lehre von der Bildung und Umbildung der organischen Körper. Dein Worte wie-der Sache nach ist sie z lerst von Göthe in die Reihe der technischen Ausdrücke inder Naturgeschichte aufgenommen worden. Er machte zuerst darauf aufmerksam,wie alle und besonders die organischen Körper ihre Gestalt immerfort umbilden;wie sie in einer steten Bewegung sind; wie sie auch da, wo sie als ein Individuumerscheinen, dock nur aus mehren lebendigen Wesen bestehen, die für sich selbstän-dig sind. Diese Wesen sind, meint er, entweder ursprünglich vorhanden, oderaber sie sinden sich zu einander. Sie trennen sich und suchen sich wieder und be-wirken so eine unendliche Produetion nach allen Seiten und auf alle Weise. DenBeweis führt er bei den Pflanzen durch die Fortpflanzung mittelst der Absenkerund Augen; wie bei diesen letzter», ist ihm auch die Fortpflanzung durch den Sa-men nur eine Entwickelung vieler gleicher Individuen aus dem Schoße der Mut-terpflanze. Bei den Thieren führt er als Beispiel die InsusionSthiercben an, wiesie bei Mangel an Feuchtigkeit vertrocknen, zerplatzen und eine Menge Körner aus-