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Siebenter Band. M bis N.
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Murat

nach Bayonne auszuliefern. Dafür erhob ihn Napoleon 1808 (d. 15. Juli) aufden Thron von Neapel . Hier regierte Murat, als König Joachim I. Napo--leon genannt, klug und thätig. Viele Mißbrauche wurden abgestellt, aber derEroberungszug gegen L)icilien 1810 mißlang. Dagegen beförderte seine Gemah-lin, eine Frau von Geist und Charakter, manches Gute in der innern Verwaltung;denn M. selbst mußte, an der Spitze der gesamniren Reiterei, mir Napoleon 1812nach Rußland ziehen. Hier ward er bei Tarutina (18. Oct.) geschlagen. Aufdein Rückzüge gab ihm der fliehende Napoleon nn Dec. den Oberbefehl über dieTrümmer des Heeres. Es war unmöglich, die Weichsel zu behaupten; aber der Kai-ser klagte deßhalb imMonireur" die Unfähigkeit des Joachim an. Voll Unmuthkehrte M. nach Neapel zurück und suchte seudem Ostreichs Freundschaft. Nocheinmal mußte er 1813 den Entscheidungskamps in Deutschland mitkämpfen. Nachder Schlacht bei Leipzig zog er sich mit seinem Commzenl in sein Königreich zurückund unterhandelte für dessen Fortdauer mit Ostreich und England. Jenes schloßauch wirklich mit ihm (11. Juni 1811) einen Bund, dem 1815 Preußen undRußland beilraten; allein England ging nur einen Waffenstillstand ein; denn Fer-dinand von Sicilien, Englands Bundesgenosse, wollte für Neapel keine Entschä-digung annehmen. Dadurch wurde M.'S Lage zweideutig. Zwar ruckte er mitseinem Heer un Febr. 1811 bis an den Po vor; aber sei» Zögern, die Franzosenanzugreifen, erregte ebenso sehr Englands Mißtrauen, als Englands Zögerung,thu als Bundesgenossen anzusehen, das seinige erregt hatte. Daher sein diploma-tisches Abenteuer auf dem wiener Conzresse, wo die Bourbons seine Entthronungverlangten, und England ihn des Verrarhs beschuldigte. Er griff also, wahrender noch in Wien unterhandelte, 181b für Napoleon , wie man damals glaubte,zu den Waffen, und machte Plane, Italiens (wenigstens bis an den Po) sich zubemächtige». Als nun Napoleon in Frankreich eingefallen war, rückte er EndeMärz mit einem Heere theils über Rimini, theils über Rom, Florenz und Mo-dena vor, griff die Östreicher an nnd rief die Volker Italiens (31.,Marz ) zur Un-abhängigkeit auf, und das in demselben Augenblicke, wo endlich Ostreich und dieVerbündeten in Wien , aufM.'S »n März wiederholte Versicherung, daß er demBunde mit ihnen gegen Napoleon treu bleiben wollte, ihn als König von Neapelanzuerkennen sich entschlossen hatten. E« war zu spat! Also mußte Ostreich ge-gen ihn zu Felde ziehen. Zurückgeschlagen von Bianchi (12. Apr.) bei Ferrara ,umgangen von Nugent, geschlagen von Bianchi bei Macerata (oder Tolentino)(2. li. 3. Mai) ward M. vom größten Theile s. Heeres verlassen. Als ein Flüch-tiger kam er d. 19. Mai nach Neapel . Das Lano war in vollem Ausstande. Da-her entwich er verkleidet auf die Insel Ischia, vo» wo er nach Frankreich absegelteund in Cannes d. 25. Mai landete. Seine Familie begab sich auf die engl. Flotteund fand Schutz und Aufenthalt in Ostreich. Ihm selbst erlaubte Napoleon nicht,nach PariS zu kommen. Er unterhielt also von Toulon aus einen BriefwechselMit seinen Anhängern in Italien. Nach Napoleons Sturz rettete er sich mit täg-licher Lebensgefahr nachCorsica, während sein Agent Macirone für ihn bei denVerbündeten um einen Zufluchtsort unterhandelte. Aber in Corsiea als Rebellverfolgt, von s. Anhängern (wahrscheinlich auch von Verräthern) in Neapel zurRückkehr eingeladen, und von kühnen Officieren, die ihn umgaben, dazu aufge-muntert, entschloß erffich, mit 250 Anhängern auf einigen schiffen nach der Küstevon Neapel zu segeln, um die verlorene Krone wieder zu ergreifen. Schon warAlle« bereit, als sei» Generaladjutant Macirone ihm östr. Pässe und das Anerbie-ten eines Schutzortes in Ostreich brachte. Abermals zu spät! In derselben Nacht(28. Wepk.) segelte Murat mit 6 Barken ab. Ein Windstoß zerstreute am 6. Oct.s. Fahrzeuge an der Küste Calabriens. Nur 2 fand' n sich in der Rhcde von S.-Lucido ein. Nun wollte M. nach Triesi gehen, aber der Schiffscapikam Barbaraerklärte, er müsse sich aus Land begeben, um Lebensmittel einzunehmen. Da be-