Band 
Siebenter Band. M bis N.
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617
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Muratori

Muret

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schloß M. selbst ans Land zu gehen. General Franceschetti und 26 Soldaten folg-ten ihm (8. Ocl.). Aber sein Ruf: „Ich bin Joachim, euer König !" bewirkte kei-nen Aufstand. Man verfolgte ihn. Er schlug sich durch, warf sich in ein Boot,um zu s. Fahrzeuge zu gelangen, ward aber eingeholt und gefesselt nach Pizzo ge-führt, wo man ihn vor ein Kriegsgericht stellte, das ihn verurtheilte, erschossen zuwerden. M. starb mit dem Muthe eines Königs d. 13. Oct. Vgl. „Zeitgenos-sen", Heft XVI, die „lli-t, dcr dernierr »>oiz do 1.1 ric il6.I-rn.iii->> 51-irst"(a. d. Italien , des Gen. Colletta, neapolit. Kriegsministers während der eonstitu-tionnellen Regierung, Paris 1821), des Gen. v. Francegchetti „>l- ,n. 5»r le-i6,6N6M6US gui out z-rece-le la »X» t dc d-»xd>i-i> I" (Paris 18261, Leon. Gablois,„lliit. >1e du. >1»r.,t" (Paris 1828) und Masdea's Erzählung von M.'s Gefan-gennehmung und Tod, inTommasini's(Westphal'S) „Spazierg. durch Calabrienrc."(Konstanz 1828). Murar's Witwe (s. Bonaparte) heißt jetzt Gräfin v. Lipanound lebt, unter Östreichs Schutz, in der Nähe von Trieft, wo sie ihre 4 Kinder sorg-fältig erzieht. Ihre zweite T„ Julie Äaroline, vermählte sich zu Triest , 27. Oct.1825, mit dem Grafen Rusponi aus Ravenna . X.

Asturatori (Lodovico Antonio). einer der fleißigsten Gelehrten Italiens ,geb. zu Dignola ün Modenesischen (21. Oct. 1672), ward, 22 I. alt, von dem Gra-fen Earlo Borromeo nach Mailand berufen und trat an die spitze des ambrosiani-schen Eollegiums und der damit verbundenen Bibliothek. Hier studirke er die Altenlind machte sich mit dem Vorzüglichsten der neuern Zeit bekannt. 1700 rief ihn derHerzog v. Modena als Unterthan zurück und machte ihn zu seinem Bibliothekarund Archivar. Die Akademien der Arcadier und der Trusca, die etrugcische Akade-mie zu Eortona, die königl. Gesellschaft zu London , die kaiserl. Akademie zu Olmiitzübersandten ihm fast zu gleicher Zeit das Diplom. Die Verleumdungen s. Feinde,daß er ein Ketzer und Atheist sei, fanden bei dem aufgeklärten Papste Beneblet XI4^.keine» Eingang, welcher ihn sogar in einem eignen Schreiben darüber beruhigte. M.starb 25. Jan. 1750. Er besaß ausgezeichnete Kenntnisse in der Jurisprudenz,Philosophie, Theologie, Poesie, Alterthumskunde, neuern Geschichte u. s. w. 46Folio-, 34 O.uart- und 13 Octavbde. enthalten s. zahlreichen Werke. Wir nennenfolgende: 1) „Xnecdola g»ao ev X-Iibrosianac lüldivtücc-ie cu-I-i. >>!-->c 1 >> 1 -»>»>» cruil 1.. .1. älurul-u>»?"z 2) „.lucc-lotu Or-ecu"; 3) „8cr»->> il-dl-cor»-» scriplore.-i :>b !-->»o 500 »d :>»». 1500" (25 Bde., Mail. 1725 — 51),und »d !>»!>. 1600 (2 Bde., Florenz 1748—70); 4) „Xntiguitut-:; Itillions I»s-dü aeri"(6 Bde., AÄail. 1738—42); 5) „Xovilj tlivmurii« vclornin i»;ci >r>tio-uui»"; 6) „X,n>uli -l'ltuli:, du! >>> i»clz>ic> dcll' cra volgare liuo ul anuv 1749";7) „Orlia j>6iirli!> j-r-cr!» it.dl.um".

Muret, lat. MuretuS (Marc Antoine), geb. 1526 zu Muret , einen»Dorfe bei LimogeS (von welchem er auch s. Namen haben soll), trieb f. ersten Stu-dien wahrscheinlich zu LimogeS . Von s. 18.1. an lehrte er die humanistischen Wis-senschaften zu Dilleneuve d'Agen, PoitierS, Borteaur, Paris und Toulouse , anwelchem letztern Orte er sich auch auf Rechtswissenschaften legte. Seit 1550 lebteer bald in Venedig, bald zu Padua , bis ihn der Cardinal Hippolvt v. Este zu sichnach Rom berief. Mit diesem reiste er 1562 nach Frankreich und fing, nach s. Rück-kehr, 1563 an, zu Rom sowol über griech. und lat. Classiker und Philosophie alsüber das bürgerliche Recht öffentlich zu lehren. 1576 ließ er sich zum Priester wei-hen, und 1584 legte er s. Lehrstelle nieder und brachte in frommer Rübe f. übrigesLeben zu, das er 1585 beschloß. Er war einer der trefflichsten lat. Stylisten neuererZeit, ein Mann von Scharfsinn und Geschmack, und verdient unter den Philologenund Kritikern einen ausgezeichneten Rang. Neben „Varila locilonibur" (von F.A. Wolf zu Halle, 1791 neu herausgeg.) und Erklärungen einzelner Classiker hater sich durch f. Reden berühmt gemacht, welche ganz das Gepräge des classischenAlterthums an sich tragen. Seine ssmmrl. Werke, Verona 1727, 5 Bde., sind