614
Mutircn
Muttermale
tel, Muthschein, ein dem Lehnsmann, wenn er um die Lehnsreickung gehörigangesucht hak, van der Lehnskanzlei enheüter Schein, wenn das geschehene An-,suchen bescheinigt wird.
Mutinen (von mularo. verändern) sagt man vorzüglich von dem Über-gänge der Discanlstimme der Knaben in die männliche zur Zeit, wo die Mann-barkeit eintritt. Man sollte um diese Zeit gar nicht singen, damit sich die Naturselbst für eine andre Stimme entschiede.
MutiS (Don Joseph Cölestin), Director der botanischen Anstalt zu Neu-granada und königl. Astronom zu Sama-Fe de Bogota, geb. 1732 zu Cadiz ,widmete sich der Medicin. Mährend s. Aufenthalts als Pros. der Anatomie zuMadrid ward er brieflich mit Linne bekannt, und hierdurch seine Vorliebe für diePflanzenkunde noch mehr befestigt. 1750 begleitete er den als Vicekörug vachNeugranada gesandten Don Peiro Mosia de la Corta dabin, und nun diese reichenGegenden mit unabläßlichem Eifer durchforschend, entdeckte er die Chinarinde inLändern, wo man deren Dasein bisher nicht vermuthet hatte, und trug am mehr-sten mit dazu bei, in s. Landstrichen das Licht wissenschaftlicher Aufklärung aus-zubreiten. Zum Pros. der Mathematik am Collezmm Auc<m.-> ckol ki>>-
5->rio in Santa-Fe ernannt, trug er hier zuerst die Grünt züge des KopernicanilebenPlanetensystems vor, und die hierüber erb werten Dominicaner, die nur mit Un-willen er anzusehen vermochten, das, die ketzer sehen Behauptungen des thornerAstronomen in Betreff des Umschwunges der Erde um die Sonne, im Gegensatzemit dem Ausfpruche der Bibel, auch in Neugranada Eingang fanden, würdennicht ermangelt haben, M. vor ihr höllisches Tribunal zu ziehen, hätte ihn nichtder Vicekönig beschützt. Später (1777—82) unternahm?)», eine wissenschaft-liche Reise nach den südlichern Gegenden von Neugrana>'a zur Untersuchung derdortigen Pflanzen und Silberbergwerke und sandte einen Theil seiner reichen bota-nischen Ausbeute von hier aus an Linnö. Leider ward aber durch diese» Mehresdavon aus Versehen unter die mepicanischen Pflanze» gesetzt und dadurch eine fürdie Wissenschaft schädliche Verwirrung in das Ganze gebrach-. Ausser diesen bo-tanischen Entdeckungen und mehren nützlichen astronomischen Beobachtungen fandM. auch noch auf dieser Reise bei ftbague-Viejo eine reichhali-ge O.uecksilbermmeauf. Als 1790 auf Betrieb des Bicekoiugs, ErzbtschofS Don Antonio CaballeroGongora, der madrider Hof sich entschloß, u. d. N. IApu>Ii,ü<>„ lic-ul >»>mnn ? zuSanta-Fe eine Anstalt für das Studium der Naturwissenschaften zu gründen, daward M., der sich seit 1772 bereits dem geistlichen Stande gewidmet halte undzum Kanonicus derKaihedrale zuSta.-Fe ernannt worden war, zum Director er-wählt, und sein Wirken in dieser Wtelle war von de,» größten Nutzen. Noch1802 ließ er in f. Garten zu Santa-Fe ein Observatorium erbauen und mit denbesten Instrumenten versehen. Er starb den 11. Dec. 1808, den Ruhm einesebenso rechtschaffenen als für das Wohl der Wissenschaft und s. Landes vielfachverdienten Mannes hinterlassend. Eins der größten Verdienste dieses fleißigenNaturforschers war die Entdeckung des Wachsthums der Fieberrinte auch auf dernördlichen Halbkugel der Erde, welche M. 1772 in den Gebirgen von Tena undspäter in Honda, zu Dilleta u. a. O. machte. Außer der Botanik, Astronoime undChemie beschäftigte er sich auch mit der Zoologie und verwandte vielen Fleiß aus dieNaturgeschichte der Reptilen, Säugekhiere, Fische und Dögcl von Neugranada.Don f. vielen Schriften ist bis jetzt wenig in Europa bekannt geworden, da die nachs. Tode im spanischen Amerika ausgcbrochene Revolution deren Mittheilung hin-derte; einige höchst gehaltvolle Abhandlungen von ihm finden sich jedoch in denfrüher» Jahrh, der stockhoftner Akademie, wo sie durch Linrw eingerückt wurden.
Muttermale nennt man gewisse Besonderheiten der Farbe, Flecken aufder Haut u. s. w„ welche neugeborene Kinder mit auf die Welt bringen. Für die