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Narcissus
Posten; so wehte am heil. Anbreastage, den 1. Dec. a. St. 1822, die Fahne desKreuzes auf Palamidi, und 22 Tage nach Einnahme dieser Feste schloß Koloko-kronis, als Archistrategos, die Bedingungen der Übergabe der Stadt selbst ab, wel-che am 22. Dec. 1822 ( 3. Jan. 1823) von den Hellenen besetzt wurde. Die türk.Besatzung nebst den Tinw., zusammen etwa 4000 Menschen, wurden nach Z„-rücklassung des größten Theils ihrer Habe aufgriech. und engl. Schiffen nach Klein-asten geführt. Man fand über 300 Stück Geschütz und Munition. Die übrigeBeute war sedr groß, aber das Meiste eignete sich Kolokotronis zu. Der Besitz die-ses Bollwerks der griech. Freiheit erregte die Eifersucht und die Herrschbegier dergriech. Häuptlinge aufs Neue. Anfangs siegte die allgemeine Sache über die Zweckeder Einzelnen. Man beschloß die Aufhebung der provisorischen Verfassung, und am80. April 1823 war in Napoli der erste ordentliche Eongreß des hellenischen Volksversammelt. Die neue Eentralregierung unter Georg Konturiotis, als Präsidentender gesetzgebenden, und Pietro, Fürsten von Maina, als Präsidenten der vollzieben-den Abtheilung, nahn, jedoch anfangs in Tripolizza ihren Sitz, weil über die Thei-lung der Beute von Napoli di Romania Streitigkeiten entstanden waren, und Ko-lokotronis der Sohn, mit einem ihm ergebenen Heerhaufen, jenen Platz behauptete.Endlich gelang eS dem Einflüsse Maurokordatoss und Lord Byron's , den trotzigenKolokotronis zum Nachgeben zu bewegen und die Ansprüche der Übrigen auszuglei-chen, worauf 1824 die griech. Regierung in Napoli di Romania einzog. Am 8.Oct. 1824 wurde hier d'e dritte Sitzung des gesetzgebenden Körpers eröffnet; Kon-duriotis blteb Präsident des Dollziehungsraches, der in Napoli feinen Sitz hatte,und Maurokordatos wurde zum StaatSsecretair ernannt. Doch bald fachte Kolo-kotronis's Herrschsucht den Bürgerkrieg wieder an. Er mußte sich zwar (im Dec.)der Regierung unterwerfen und wurde (im Febr. 1825) gefangen nach Hydra ge-führt; allein die trotzigen Moreoten erzwängen seine Freilassung (22. Mai), wor-auf ihn die Regierung zum Oberbefehlshaber gegen Ibrahim Pascha (20. Juni)ernannte, der bis gegen Nauplia vorgedrungen war. Bei den Mühlen vor dieserStadt (25. Juni) geschlagen, mußte sich Ibrahim zurückziehen; doch am 12., 14. u.20. Juli besiegte er die Griechen unter Kolokotronis. Napoli wurde wiederum derSitz des Parteienhasses. Die Sulivten, welche das Schloß Palamidi besetzt hielten,beschossen (im Ocr. 1826) das Schloß Bustizzi, wo die Regierung sich befand, dieam 8. Dec. ihren Sitz auf die Insel Agina verlegte. Zwar versammelte sich der hel-lenische Eongreß, der zu Trözen (9. April 1827) den Grafen Tapodistrias auf 7 I.zum Präsidenten ernannt hatte, d. 19. Mai wiederum in Nauplia ; allein die Besa-tzung des Palamidi empörte sich wegen rückständigen Soldes, und die Provisor. Re-gierung verließ (28. Aug.) abermals Nauplia, um sich nach Ägina zu begeben.Schon rüstete sich Ibrabim, um Nauplia zu erobern, als die Seeschlacht bei Na-varin (20. Ock.) diesen Plan vereitelte und Griechenland rettete. 20.
Narcissus , 1) nach der Mythologie der Sohn des Flußgottes EephissuSund der Nymphe Liriope (oder nach einer seltenern Angabe Lirioessa). Tiresias , derSeher, hatte ihm nur dann ein hohes Alter prophezeit, wenn er sich selbst nichtkennen lernen würde. Die schöne Gestalt des jungen Narciß bewegte die Herzenaller Jünglinge und Nymphen. Echo verzehrte sich und ward zur bloßen Stimme,als ihre Liebe zu ihm keine Gegenliebe fand. Aber da hatte auch seim Stunde ge-schlagen. Von der Jagd erhitzt, will er aus einer Quelle trinken, erblickt in dersel-ben zum ersten Mal seine eigne Gestalt, und nichts kann nun den unglücklichenJüngling von dieser Quelle trennen. Die rasende Leidenschaft zu sich selbst ver-zehrt ihn, und die mitleidigen Götter verwandeln ihn in die Narcisse mit gelbenBlättern. So wird die Sage, die am reizendsten Ovid in den „Metamorphosen "(HIx 111, 339 — 510) gestaltet, erzählt. Noch spät zeigte man bei Thespiä inBestien (in einer Gegend, wo noch jetzt nach Aussage der Reisenden viele Nor-