Band 
Siebenter Band. M bis N.
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683
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Nardini Narrmfest 688

rissen wachsen) die unglückliche Quelle, die den Narciß zuerst sich selbst-gezeigthatte. 2) S. Messalina .

Nardini (Pietro), einer der größten Violinisten seiner Zeit, geb. zuLivorno1725, bildete sich zu Padua unter Tartini und ward bald für den vorzüglichstenSchüler diese? Künstlers, dem ganz Europa den Rang des ersten Virtuosen auf derVioline zugestand, gehalten. 1762 ward er bei der damals glänzenden Capelle zuStuttgart angestellt. Als diese indessen 1767 eine bedeutende Verminderung erlitt,ging 9?. nach Livorno zurück. Jetzt schrieb er seine meisten Composttionen. 1769b such:e er seinen Lehrer zu Padua und pflegte ihn in seiner letzten Krankheit mitwahrhaft kindlicher Zärtlichkeit. 1770 ging er als erster Violinist der Capelle desGroßherzog» v. Toscana nach Florenz , wo er 1796 starb. Er hat viel für die Vio-kine und auch einige Trios für die Flöte geschrieben. Seine Composttionen habenim (Ganzen einen ernsten Charakter und verlieren, wenn sie nicht im Geiste der al-ten Tarkini'schen Schule vorgetragen werden. N. glänzte vorzüglich im Vortragedes Adagio; hier glaubte man oft mehr Gesang als ein Instrument zu hören.

Narkotisch, betäubend (von Es gibt mehre Pflanzen, deren

Geist die Verrichtungen des Nervensystems in so hohem Grade stört oder gar un-terdrückt, daß die Empfindung verändert wird oder ganz aufhört, bei fortgesetzterWirkung aber der be'-bende Einfluß des Nervensvstems auf den Organismus auf-hört, und das Leben se'bst zerstört wird. (Vgl. Gift.) Diese Pflanzen enthalten«in solches narkot-scheS Gift theils rein und hervorstechend, theils mit andern schar-fen oder aromatischen Säften vermischt, denen es untergeordnet ist. Die Wirkungder narkotisch-giftigen Pflanzen ist daher auch nicht gleichförmig: manche wirkengeradezu betäubend und störend auf das Nervensystem, wie das Bilsenkraut, derSchierling ; andre wirken zuerst auf das Blutsystem und selbst auf das Gehirn er-regend, und hinterher oder nur in größern Gaben erst betäubend, wie das Opium.Die äußern Erscheinungen von diesen Wirkungen sind verschieden, je nachdem diePorftonen des genossenen Giftes groß oder klein, die Wirkung desselben sich mehraus die Empfindung?- oder auf die Bewegungsnerven wirst. Manche narkotischeGifte erregen Schwindel, Dunkelheit der Augen, andre heftige konvulsivische, oftsehr wunderliche Bewegungen aller Glieder, oder reizen zum unwillkürlichen hefti-gen Lochen; andre machen die Menschen toll und rasend, andre versetzen sie instille Verzückungen; auf alle aber folgt endlich Lähmung und gänzliches Absterbender angegriffenen Nerven. Die Anwendung narkotischer oder nervenbetäubenderArzneimittel als schmerzstillender Mittel bedarf daher der größten Vorsicht. II.

N a r r, ein Mensch, der durch lustige Streiche, R-'den und Possen sich vorAndern auffallend macht. Diese Bedeutung hat da? Wort in den Zusammense-tzungen, wie z. B. Hofnarr, Schalksnarr, und wird im Diminutiv, wo man es be-sonders vom weiblichen Geschlechte gebraucht, als Närrchen oft etwas Liebenswür-diges. Auch versteht man unrer Na rr einen Menschen, der willkürlich den Regelndes gefunden Menschenverstandes oder der Klugheit zuwiderhandelt. Dieser Be-griff wird oft verkehrt angewendet, indem einzelne Menschen von ihrem Zeitalteroder von ihrer Naüon für Narren gehalten worden sind, die von einem andernVolke oder von einer andern Zeit vergöttert wurden, oder hochgeachtet worden seinwurden, wenn man sie gekannt hätte. Zu dieser zweiten Bedeutung des WortesNarr, wo es ein Überschreiten der natürlichen Grenze anzeigen soll, gehören die Aus-drucke Weibernarr, Putznarr u. dgl. In einem engern Sprachgebrauch« bezeichnetendlich Narr einen Menschen, der des Gebrauchs seiner Vernunft gänzlich unfähigist, und ist dann gleichbedeutend mit Wahnwitziger, Wahnsinniger. Über die psycho-logischen Erscheinungen der Narrheit vergl. m. Geisteskrankheiten, Me-lancholie, Irresein, Wahnsinn.

Narrenfest nannte man das Fest, welches vom 5. bis zum 6. Jahrh, in