Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
685
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Noruszewicz Narzisse

Rom , nachdem erdenTotila geschlagen hatte. Mit gleichem Glücke besiegte er denTejas, ken die Gothen an die Stelle des Totila zu ihrem Könige erwählt hatten,und im Frühjahre 554 den Anführer der Alemannen, Buccellinus. Nachdem N. aufdiese Weise fast ganz Italien von den Ostgothen und andern Barbaren gereinigthakte, erhielt er die Statthalterschaft über dieses Land, welch, er 15 Jahre lang ver-waltete. Indem er aber den öffentlichen Schah anfalle Weise zu bereichern suchte,erregte er das Mißvergnügen der ihm untergebenen Provinzialen, die ihre Klagendurch Abgeordnete von Rom vor den Thron des Kaisers Iusiinian II. brachten. N.ward in schimpflichen Ausdrücken seiner Statthalterschaft entsetzt und soll sich da-durch gerächt haben, daß er dieLonoobarden zu jenem Einfall in Italien einlud, wel-cher 568 unter dem Longobardenkönig Alboin erfolgt,. Muratori u. a. Schrift-steller haben den Antheil des N. am Einfall der Longobarten bezweifelt. Nach sei-ner Entsetzung hielt er sich in Neapel auf und starb in hohem Alter zu Rom 567.

Naruszewicz (Adam Stanislaus), Dichter und Historiker, geb. 1733aus einer alten Familie in Lithauen, trat 1748 in den Jesuitenorden und ward nachseiner Rückkehr von einer Reise durch Deutschland, Frankreich u. Italien Vorsteherbei d>m (ä>U,An>»> nolnliu», der Jesuiten inWarschau. Nach Aufhebung diesesOrdens trug ihm der König, welchem seine Talente nicht unbemerkt geblieben wa-ren, 1773 auf, von den ersten Theilungsverhandlungen Polen « Alles zu Papierezu bringen. Seine Llrbeit, von welcher nichts gedruckt erschienen ist, fand bei demKönige solchen Beifall, daß dieser ihn zu einer vollständigen Geschichte von ganzPolen ermunterte und ihn bei ihrer Ausarbeitung auf das großmüthigste unter-stützte. Dieses mit scharfsinniger Kritik, ausgebreiteter Belesinheit und in einen!gedrängten, schmucklosen und nach dem Tacirus gebildeten Style abgefaßte Ge-schichiswerkist das wichtigste, das je über die polnische Geschichte erschienen ist, undzugleich ein Meisterstück der polnischen Literatur. Es enthält die Geschichte derPlasten (Warschau 1780 sg.; 1803, Tb. -7, m. Kpf.). Leider ist es nicht been-digt. Der 1. Bd., der ungewiffen f-ühesten Geschichte Polens bestimmt, welcheram Schlüsse des Ganz-n nachgeliefert werden sollte, ist nie erschienen. N. hinter-ließ eure Sammlung von Materialien zu diesem Werke, die er aus verschiedenen öf-fentlichen und Familienarchwcn zusan.mengelrooen hatte, in 360 Bdn. Fol. Sieist »ach den Reglei ungsjahren der einzelnen Könige geordnet und befand sich zuletztbei dem berühmten Thatdäus v. Ezacki, dem Vers. eine« trefflichen Wei ks über dielithauischen Gesttze, der N.'s Geschichte fortsetzen sollte. Als Dichter zeichnete sichN. i» mehren Gattungen höchst rühmlich aus, besonders fanden deine Idyll. » gro-ßen Beifall. Noch besitzt man von ihm eine polnische Übersetzung des Tacirus(1775) in 4 Bdn., in welcher er den Geist des Originals richüg aufgefaßt und diekräftige Kürze des Styls zuinBewundern glücklich nachgefüllet hatz c»r Leben deslithauischen Feldherrn Ioh.Karl Chotkiewicz (Warschau 1805, 2 Bde.), Taurykaoder Geschichte der Tataren, und andre Schriften. Er starb aus Gram über dasSchicksal feines Vaterlandes 1796 zu Warschau und wurde auch wegen seinesedeln und nienfchenfreuntlichen Charakter« allgemein b.irauert. 5

Narwa , Stadt und Festung, am wesil. Ufer der Narowa, die au« denrPeipiissee kommt, bei Ioala einen Wafferfall bildet und 2 Meilen von hier in denfinnischen Meerbusen fließt. Sie har einen Hafen, eine Börse, ein Zeughaus,450 Häuser von guter Bauart und 3600 Einw., größtentheil« Deutsche , welcheeine Nägelfäbrik, eine Repsschlägerei und 7 Sägemühlen unterhalten. Wichti-erist der Handel. Jährlich kommen an 100 Schiffe an. Man Versender Balk.n,Breier, Flachs, Hans, Getreide ich Die narwa schcn Neunaugen und geräucher-ten Lachse sind beliebt. Auch ist diese Stadt merkwürdig durch den großen Sieg,welchen König Karl >l>. von Schweden in ihrer Nähe über die Russen d. I.Dec.1700 erfocht. Lehiere eroberten 1704 Narwa mii Siurm.

Narzisse, ein Blumenzwiebelgewächs, wovon mehre Sorten in Deutsche