Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Nation

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unk unwillkürlich wiederkehrenden Äußerungen ihrer Glieder wahrnehmen. Das,was die Nationalität begrünter, ist die gleiche Abstammung und Sprache der inverschiedenen Erdgegenden wohnenden Vkenschcn; daher man auch die Nation be-schreiben kann als einen durch gleiche Abstammung und Sprache unterschiedenenTheil der erdbewohnenten Menschheit. So angesehen ist die Menschheit die Idee,welche alle Nationen umschlingt, und die Nationalität sollte nur als Form derMenschheit erscheinen. Wie nun aber vorzüglich Abstammung und Sprache so großeVerschiedenheiten begründen, kann schon aus folgenden Andeutungen einleuchten.Die Abstammung ist es, welche in Verbindung mit besondern Klimate» und Erd-theilen, in welche die anwachsende Menschenmenge sich verbreitete, eine besondereBildung der Körper vorzüglich begünstigt. Letztere tritt als Allgemeines derFamilien-ähnlichkeiten einer Nation, z. B. in den Naiionalphvsiognomien, sichtbar hervorund wird durch stetes Anschauen des Verwandten befördert. Diese Besonderheit derBildung steht dann wieder mit einem besondern Verhältnisse der MenüchenzurNa-tur, mit besondern Neigungen, herrschenden Temperamenten:c. in Verbindung.Vorzüglich wichtig aber ist der Einstuß auf die Sprachorgane, ohne deren Verschie-denheit unter den Menschen mehre Sprachen nicht möglich sein würden. Dessen-ungeachtet wäre es thöricht, tieVerschiedenheit -er Sprachen bloß von dem Äußernund nicht auch vorzüglich von der unter Raum- und Zeitverschiedenheiten h ent-wickelnden Eigenthümlichkeit des innern Zusammenlebens aller durch Abstammungund gemeinsamen '.Aufenthalt vereinigten Menschen ableiten zu wollen. Denn wiedas Innere und Äußere überall in Wechselwirkung steht, so muß ebensowol die ge-meinsame und verschiedene Bildung der Sprachorgane und des hiermit in natür-licher Verbindung stehenden Gehörs die Verschiedenheit der Sprachelemente, als diegemeinsame und verschiedene Richtung, welche das Denken. Fühlen und Begehrennimmt, auf die Bildung, Verbindung und (Niederung dieser Sprachelemente zueinem gemeinschasrlichen Bezeichnungssystem des innern und äußern Lebens einenunverkennbaren Einfluß äußern. Die Sprache ist es also vorzüglich, welche die (Nie-der einer Nation verbindet und sie von andern Nationen unterscheidet; denn in derSprache wird, namentlich in der Verbindung der Worte mit Begriffen und i» derihr eigenthümlichen Wortbildung und Wortfügung, sowie in d n gangbaren Sprü-chen und Redensarten eines Volks, die in derselben herrsch, nde Denk- und Gefühls-weise gegenständlich und zur Norm erhoben. In der Sprache wird tasEdelste mit-getheilt, und wie sich Wissenschaft, Poeste, Gewerbe und Privatleben ihre Lprachebilden, verschieden durch die Herrschaft des Begriffes oder der Anschauung, so be-stimmt auch wieder die Sprache das Denken und Dichten des Gelehrten, Künstlersund Geschäftsmannes auf verschiedene Weise und meist unwillkürlich. Allgemeinist dies auch in unserer Zeit ausgesprochen worden in dem Satze: die Sprache istNationaleigemhum und Nationalheiligthum eines Volks und Dasjenige, was alleGlieder desselben auf das inmgste verbindet. Hier muß jedoch bemerkt werden, daßdie Begriffe tcS Volks und der Nation oft verwechselt werden. Wenn man unterVolk nicht überhaupt eine unbestimmte Menschenmasse oder eine Vereinigungmehrer Familien versteht, welche in einem gewiss-ii Landstriche verbunden lebt,so fällt auch der Begriff des Volks mit dem Begriffe der Nation keineswegs zu-sammen. Denn nicht immer besteht ein Volk aus einer Nation, sowie nicht im-mer eine Nation ein Volk bildet. Der Begriff des Volks im engern -5lnnenämlich deutet auf einen Sraat hin, welcher (wie der preußische) ebensowol mehreNationen begreifen kann, als eine Nation (z. B. die deutsche) mehre Völker oderStaaten umfaßt. Das günstigste Geschick ist einer Nation dann zu Theil gewor-den, wenn sieswie die französische ) zugleich nur einen Staat, mithin ein Volk bildet,das, unter einer Verfassung und Oberherrschaft vereinigt, stark und kräftig jedemäußer» Feinde widerstehe» kann, und mit mächtig m Ansehen ausgerüstet ist. Dann