Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
905
JPEG-Download
 

905

Nordischer Krieg

und die odinische Religion, Leipzig 1823); Vulpius's „Handwörterb. derMyiho-logst; der deutschen , verwandten, benachbarten und nordischen Volker". Vgl. auchA. Ohlenschläger'S episches Gedicht: „DieGötterNordenS", mit einem mviholog.Worte,b. von LegiS (Lpzg. 1829), und den 1. Th. vonGeijer'S „Geschichte vonWchweden" (a. d. Schwcd., Sulzb. 1826). <1,1.

NordischerKrieg von 1100—21. Gleichzeitig mit dem span. Erb-folgekriege im Westen von Europa ward im Norden und Osten der nordische Krieggeführt. Der König von Polen, August I I., Kurfürst zu Sachsen, der Zaar Petervon Rußland und der König von Dänemark hatten sich 1698 fg. gegen den 16jähr.König von Schweden, KarlXII. (s.d.), im Geheimen verbunden, um die durchdie Friedensschlüsse von Kopenhagen 1660, von Oliv a (s. d.) 1660, von Kar-diö 1661, an Lchweden abgetretenen Provinzen wiederzuerobern. Ein dän.Heer fiel darauf 1100 in die Staaten des Herzogs von Holstein-Gottorp, desSchwagers Karls XI I., ein, um daselbst Dänemarks Anspruch auf dieSouverai-netät von Schleswig geltend zu machen, und ein sächsisches Heer überzog Liefland .Allein Karl Xll., der mit den Leemächten (England und Holland ) im Haag 1100ein Schutzbündniß geschlossen hatte, landete in Seeland , und die sebwedisch-holländ.-britische Flotte bombardirte Kopenhagen. Dies nökbigte den König von Däne-mark, Friedrich IV., in dem Frieden zu Traventhal (18. Aug. 1100) demBunde zu entsagen und des Hauses Gottorp Souverainetät uberSchleswig anzu-erkennen. Nun wandte sich Karl gegen da? russische Heer, welches Narwa inEstbland belagerte, und schlug dasselbe gänzlich den 80. Nom 1100; darauf ver-trieb er die Sachsen aus Liefland 1101, und zog, als in Polest die Partei Sa-pieba sich gegen den König August erklärte, nach Warschau, schlug die sächsisch -polnische A'mee bei Klissow (20. Juli 1102), dann die Sachsen bei Pultusk (I.Mai 1103) und A-wirkte die Absetzung des Königs Auaust auf dem Reichs-tag zu Warkchau (14. Febr. 1104), sowie die Wahl des Palatins von Pozen,StanislauS Lcsczinski (12. Juli) zum Könige von Polen . Endstch nöthigte erden König August, nach den Niederlagen des säcbs. Genera's Schulenburg betPunice (9. Nov. 1104) und bei Frausiadt (13. Febr. 1106), durch s. Marschnach Sachsen zur Unterzeichnung des Friedens zu Altranstädt (s. d.) den 24.Sept. 1106. Unterdessen harren d'» Russen unter dem Genewl Scheremcteff denschwed. General Schlippenbach in Liefland (II. flau. 1102) geschlagen; sie hat-ten Mari-mburg und an der Newa den 22. Oct. Nöteburg erobert, das der Zaarnunmehr Schlüsselburg nannte. An, 12. Mai 1103 eroberte Peter auch dieN??"'schanze und legte den 21. Mai auf der Insel Lusteiland in der Newa den Grundzu St.-Pekrrsburg. 1104 nahm er Dorpat und Narwa ; 1106 und 1101 ge-wann er in Polen so viel Macht, daß er eine neue Königswahl vorbereitete. Hierülliirte sich mit ihm die Couföderation von Sandomir 1101, obgleich die Republik selbst 1105 ein Bündniß mit Schweden geschlossen hatte. Nun endlich kehrteKarl XII. aus Sachsen mit einem trefflich ausgerüsteten Heere von 43,000 M,(20. Sept.) »ach Polen zurück. Bald Meister der wichtigsten Städte, ging er am10. Just 1108 über die Bereziua und schlug ain 14. bez Golowtschu die Russenunter Scheremeteff. Von Mohikew wandte er sich, auf die Einladung des Kvsa-kenhetmanns Mazeppa (s. d.), den 15. Sept. nach der Ukraine . Unterdessenwartesem Gen. Löweuhaupt, der ihm Verstärkungen, Kriegs- uud Lebensbedarfzufübrte. von Peter bei LicSna (9. Oct.) gänzlich geschlagen; Menzikcss ver-wüstete die Ukraine im Nov., und Karl mußte daselbst überwintern, wo er durchHunger und Kälte 4000 M. verlor. Zwar brachte Mazeppa ein Bündniß derSaporoaer KosticklN mit Karl X I I. (28. März 1109) zu Stande; allein eben diesverleitete den König, statt am Dnepr s. Verbindung mit'Polen herzustellen, Pul-tawa (s. d.) zu belagern (4. April). Hier wurde s. Heer,, das aus 12,000