O.
der 15. Buchstabe des deutschen Abc; unter den Selbstlauten: der 4. Vorden irländischen Namen zeigt er eine adelige Abkunft an.
Oase (koptisch ) hieß schon bei den Alten ein fruchtbarer Strich Landesmitten in einer Wüste. Solcher Insel» in den Sandmeeren, die dem Wandererdurch ihre Quellen und Brunnen Labung darbieten, gibt eS in Nordafrika mehre.Sie bezeichnen den Weg, welchen die Natur dem Verkehre der Völker angewiesenhat; daher die Caravanen (s. d.) von jeher der Richtung solcher Straßen ge-folgt sind. In der Wüste Sahara gibt eS 32 quellenreiche, mit Datteln und Fä-cherpalmen beschattete Striche, wovon aber nur 20 bewohnt sind. In Ägypten kennen wir 5 Oasen, von welchen die größere, El Karge, im Westen von Ober-ägypten, die eigentlich aus 3 durch wüste Zwischenräume getrennten Inseln besteht,auf dem Wege der Caravane von Darfur liegt. Die kleine, El Wa oder ElKas-sar genannt, der Sammelplatz der in den umliegenden Wüsten schwärmenden Ara-ber, ist erst durch Delzoni etwas bekannter geworden, dann hat sie, sowie die Ge-gend von Siwah , Eailliaud untersucht. Browne (1592), Hornemann und Rennelhalten Siwah für den Sitz des alten Ammonium (Orakel und Tempel des JupiterAmmon). Minutoli hat sie 1821 besucht und genau beschrieben. „Siwah, bis-her eine oligarchische Republik, gehorcht seit 1820 dem Pascha von Ägypten . Ed-monstone („.Ivurneg' lo tliv tir^es nl II>psr 1'Avpt", Lond . 1823) undDrovetti(in Eailliaud's Reise, von Ioniard herausgegeben, Paris 1822) haben die neuewestliche Oase Sakel beschrieben, wo sich eine mit Hieroglyphen bedeckte Tempel-ruine befindet.
Obduction, in der gerichtlichen Arzneikunde so viel als die gerichtlichangestellte Leichenöffnung. (Vgl. , tn,n.)
Obedienz heißen in den kathol. Klöstern alle vom Vorgesetzten an dieUntergebenen (vbeüientiaril) zur Verwaltung ertheilten Ämter, daher z. B. Obe-dienzpfarren.
Obelisk (o/)kX-»».o, und Spitzsäule). Die Obelisken gehören
zu den ältesten und einfachsten Denkmälern der ägyptischen Baukunst und sindhohe vierseitige Säulen, welche gegen die Spitze zu schmäler werden und in einerkleinen Pyramide endigen. Schon Herodot, am ausführlichsten aber Plinius ,sprechen davon. Letzterer hält für den ersten Errichter von Obelisken den KönigMesiphres oder MestreS von Theben, gibt aber nicht sei» Zeitalter a», wie dennauch dieser König bei Herodot und Diodor nicht vorkommt. Wahrscheinlich wurdeder Anfang des Obeliskenbaues schon vor Moses gemacht, wenigstens ein paarJahrhunderte vor dem Trojanischen Kriege. Noch jetzt findet man mehre Obeliskein Aegypten: einen stchenden und einen umgeworfenen zu Alexandrien zwischen derneuen Stadt und dem Leuchtthurm; einen zu Matarea, unter den Ruine» desalten HeliopoliS; einen in der Landschaft Fajum , nahe bei dem alten Aiffüwc; 8oder 10 unter den Ruinen von Theben; die zwei schönsten bei Luxor , am Eingängedes großen Tempels u. s. w. Die Obeliske sind meistens ohne das Fußgestell 50— 150 und mehr Huß hoch, und aus rothem polirten Granit (Syenit), wenigespätere auö weißem Marmor und a. Steinarten. Unten, wo sie aufstehen, nehmen
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