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Pius VN.
eigne« Volk vom FreiheitSschwinde' ergriffen und Rom von franz. Kriegern d. 18.Febr. 1198 in eine Republik umgeschaffen zu sehen. In dieser schrecklichen Kata-strophe gab seine aufrichtige Frömmigkeit ihm Kraft, die Mißhandlungen der Fran-zositss.mit einer würdigen Haltung zu ertrage», wie sie dein Oberhirten der KirchegezieMte. Der kranke (Kreis, den inan d. 20. Febr. als Gefangenen von Rom rvrqsührke, aus der Reise dem Muthwillen der Soldaten preisgab und d. 14. Juli>n die Citadelle zu Valence einkerkerte, war ein Gegenstand der Achtung aller Ge-fühlvollen; und als er d. 29. Aug. 1198 daselbst gestorben war, ehrte eine allge-meine Theilnahme sein Unglück und seine Tugenden. Welchen Tadel ihm auchseine Fehlgriffe als Regent zugezogen hatten, in seinem häuslichen Leben war er dochstets so unbescholten, mäßig, arbeitsam und wohlwollend gewesen, daß er in demseinen mittelmäßigen Fähigkeiten angemeffenern Privatstande Lob und Liebe ver-dient haben würde. K.
Pins V I I. (Gregor Darnabas), aus der gräfl. Familie Chiaramonti , einemschon lange in Italien ansässigen Zweige des franz. Hauses Clermont-Tcnnere, geb.1142 zu Cessna , ward als Ikjähr. Jüngling in den Benediciinerorden aufgenom-men, und erhielt bald wegen seiner vorzüglichen Kenntnisse Lehrämter in mehrenAbteien. In Parma lehrte er Philosophie, in Rom Theologie und wurde daselbstvon seinem Landsmanne PiuS VI. erst zum Abt, dann zum Bischofvon Tivoli, end-lich 1185zum Cardinal und Bischofvon Imola ernannt. Man zählte ihn damalsunter die gelehrtesten und würdigsten Prälaien. Im Kriege mit Frankreich leisteteer der Stadt Imola die wichtigsten Dienste, trug den größten Theil ihrer Kriegs-steuern und benutzte mit der ihm eignen Gewandtheit sein Ansetzen bei den franz.Generalen zum Besten seiner Heerde. Durch den Frieden von Tolentino wurdeder Bischof von Imola Bürger der cisalpinischen Republik , und fast war Chiara-yionti es mehr, als einem Prälaten geziemte. Cin Denkmal der Wandelbark.it f.Grundsätze wurde besonders seine 1191 zu Imola gehaltene WeihnachlSpretigt,worin er den günstigen Einfluß des Christenthums auf die Demokratie aus allerleinicht bloß biblischen AuSspn chen, selbst au« Rouffeau's „Emil" bewies, und fürFreiheit und Gleichheit redete. Den Franzosen machte er sich dadurch angenehm,und der Einfluß dieser Weltgebieter scheint das Conclave zu Venedig bestimmt zuhaben, ihn d. ! 1. März 1800 zum Papste z» wählen. Er zog d. 3. Juli in Rom einund nahm feierlichen Besitz vom Kirchenstaate d. 22. Nov. 1801. Als Oberhauptder Kirche trat er unter den mißlichsten Umständen mit Grundsätzen auf, die aufvöllige Herstellung der alten Papstgewalt ausgingen. Er sprach sie 14 Tage nachseiner Wahl in einer Rede aus, die nicht weniger Aufsehen erregte als sein Eiserngegen die Philosophie bei der Weitze des Cardinale v. HarraS zum Bischof vonSolana. Geistliche und weltliche Waffen bietet er in letzt, rer Rede auf, um diePhilosophie zu stürzen, der er das Unglück der Zeit Schuld gibt. Denselbenstreng kirchlichen Geist athmeten sein Hirtenbrief vom 13. Mai an die Bischöfeund seine Bulle vom 24. Mai zur Ankündigung eines Jubeljahres. Daß er jedochnur die hierarchischen Grundsätze seines Vorgängers angenommen kabe, aber anGeist, Einsicht und Charakterstärke weit höher stehe, bewies seine Regierung inRom . Mit weiser Sparsamkeit und eigner Aufopferung verhütete er jede unnützeAusgabe, mit Strenge foderte er die verschleuderten Staatsgüter zurück, zur Er-leichterung des Verkehrs setzte er die Zölle herab, erschwerte die Ausfuhr roherErzeugnisse, hob die verderblichen Monopole auf, stellte zur Beschäftigung derArmen neue Nachgrabungen an, und zeigte sich überhaupt als ein Fürst, derbesserer Zeiten werth war. Unter der Franzosenherrschaft hakten Elend und Unord-nung jeder Art im Kirchenstaate zu einem Grade steigen müssen, der an baldigeAbhülfe nicht denken ließ, und noch preßte nach dem Waffenstillstände von Fulignodas franz. Heer die letzten Kräfte aus. Inzwischen gaben die monarchischen Ab-