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Obelisk
sie gewöhnlich einen Raum von 4^ bis 12 und oft mehr Fuß ins Gevierte ein.Verschiedene sind bald aus allen 4 leiten, bald nur auf einigen mit Hieroglvphengeziert, die vertieft (oft 2 Zoll tief) ausgearbeitet, meistens selber- oder abschweifeeingetheilt und mit Farben ausgefüllt sind; bisweilen sind sie auch mit verschiede-nen Farben angestrichen. Einige Obeliske sieht man auch ganz glatt und ohneHieroglyphen. Der Füll des ObeliSkeS steht auf einer viereckigen Grundlage, diegemeiniglich'2 — 3 Fuß breiter ist als der Obelisk selbst, und eine Aushöhlunghat, in welcher er ruht. Sir wurden häufig aus einem einzigen Steine in denSteingruben Oberägyplens auSgehauen und auf Eanälen in den Nil bis an denOrt ihrer Aufstellung gebracht. Mehre Gelehrte haben dies bezweifelt und anderszu erklären versucht; aber nach dem Zeugnisse der Reisenden findet man vorzüglichin Oberägypten noch alte Steinbrüche, in denen schon angehauene Obeliske oderdie Formen anSgebauener Spitzsäulen liegen. Von ihrer Entstehung läßt sichwenig Gewisses sagen. Vielleicht führten die ältesten Götterbilder, welche nichts'Andres als pyramidenförmige Steine waren, daraus. So war das uralte Bildder Venus zu Paphos eine Prraimde aus weißem Marmor. Nach Herodot wa-ren die ersten dem Soimengotte zu Ehren errichtet, und ein Symbol der Sonnen-strahlen. Dies sollte auch ihre Benennung und Gestalt anzeige». Auch konntensie das Andenken gewisse, Begebenheiten verewigen, sowie der Inhalt der Hiero-glvphen das ^ob der Götter und Könige oder Gegenstände der heiligen Lehre ent-hielt. Unwahrscheinlicher ist ihre Bestimmung zu Sonne,izeiger», weil die obereSpitze derselben keinen scharfen Schatten wirft. Doch wurden sie später dazu an-gewendet, und auf die Spitzen einiger Obeliske Kugeln gestellt, wie auf den, wel-chen August auf das Maisfeld zu Rom stellen und durch den Astronomen Mani-luiS zum Sonnen.zeiger einrichten ließ. So viel aber ist gewiß, daß sie bei denalten Ägvptern eine vorzügliche Zierte der freien Plätze und Tempel ausmachten,vor deren Haupteingange gemeiniglich Zwei oder mehre solcher Prachikegel standen.Man brauchte aber dazu nur Obeliske von ansehnlicher Höhe. Nach der persischenEroberung Ägyptens wurden kenne inehr aufgeführt, und die Lagiden habenAleyandrien nur mit den Obelisken der älter» Könige ausgeschmückt. Die römi-schen Kaiser schafften mehre Obeliske aus Ägypten nach Rom, ArleS, Konstanti-nopel , die in der Folge meist umgestürzt, in neuern Zeiten aber wieder zusammen-gesetzt und aufgerichtet worden sind. August z. B. ließ 2 große Obeliske aus Helio-polis nach Rom bringen. Von dem einen ist eben gesprochen worden. Der andrestand auf der zs7pina im CircuS MayimuS und soll cben derjenige sein, den der KönigSemneserteus (nach PliniuS) errichtet hatte. Bei der Verheerung Roms durch dieBarbaren ward er umgestürzt und blieb, in 3 Stücke zerbrochen, unter dem iLchurieliegen, bis ihn 1589 SiytuS V. durch den Baumeister Domenico Fontana ergän-zen und bei der Kirche Madonna del Popolo aufrichten ließ. Unter Caligula kamein andrer Obelisk aus Heliopolis nach Rom , der im CwcuS Daticanus aufgestelltwurde (der vaticanische). Er steht seit 1586 vor der Peterskirche und ist ohne Hie-roglyphen, mit Kreuz und Postament 126 F. hoch, und der einzige in Rom , wel-cher ganz geblieben ist; der 18 F. hohe Schaft aus einem einzigen Stücke Gra-nit ist die größte Granitmasse unter den Werken des Alterthums. Man schätzt seinGewicht auf 10,»00 Ctr. Claudius soll die 2 Obeliske aus Ägypten haben bringenlassen, welche vor dem Eingänge des Mausoleums des August standen, und wovonder eine 1581 ergänzt und bei Sta.-Maria Maggiore wieder aufgestellt worden ist.Auch Caraealla soll für seinen Cireuü an der appifchen -Liraße einen Obelisk ausÄgypten haben holen lassen. Den größten Obelisk (wahrscheinlich den von RamesseS erbauten) ließ Kaiser Konstantins ll. im großen CircuS in Rom aufstellen. Im5. Jahrh, ward auch dieser von den Barbaren umgeworfen und lag zerbrochenunter dem Schütte, bis ihn Siptus V. 1588 auf dem Platze vor der Iohanniskirche