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Achter Band. O bis Q.
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Oberhaus Oberkampf 3

vom Lateran wieder aufrichten ließ, daher der lateranische genannt. An ihm ist auchdie S kulptur am schönsten. Da? Gewicht betrügt über 13,000 Ctr., die Höhe ohneda? Fußgestell 140, mit demselben 119 F. Mehre andre sind unter den spätem Päp-sten wieder aufgerichtet worden. Den unter d. Namen: Nadel der Kleopaira, be-kannten Obelisk schenkte der Pascha von Ägypten 1820 dem Könige von England.Er wurde auf dem Waterlooplahe in London aufgestellt. S. Zoega,I>e m lpiue<-> »m ..Iit-Ü^o, »n> cle." (Rom 1191 fg.). Champollion d. I. gibt zu Rom dieObelisken in Kupfer gestochen herau?, mit s. Erklärung der Hieroglyphen. A. Fcahat die Geschichte dieser Werke und ihrer Ausstellung dazu verfaßt.

Oberhaus, Haus der Lords, s. England.

Oberkampf (Christoph Philipp), Gründer der Cattundruckerei') zuIouy (Dorf im Bezirk Versailles) und der Baumwollenspinnerei zu Essonne (Dorfim Bezirk Corbeil ), Mitglied der Ehrenlegion, war geb. 1138 zu Weifienburg imMarkgrafthum Ansbach. Sein Vater, ein Mann von Genie in seiner Kunst, dieer gewissermaßen erfand, ließ sich zu Aarau in der Schweiz nieder, wo seine Maim-factui Wohlstand verbreitete und ihm das Bürgerrecht verschaffte. Hier lernte derjunge O. die Kunst, welche er später so vervollkommnete. Vor ihm kannte manin Frankreich nur die theuern persische» und indischen Zitze und Cattune, derenVersrtigung ebenso zeit-- als kostspielig war; die i» einigen benachbarten Ländernnachgemachten Cattune aber durften in Frankreich nicht eingeführt werden; manhielt diesen Manusacuirzweig sogar der franz. Flachs--, Hanf-, und Seidenculturfür nachtheilig. Alle diese Hindernisse überwand O., der 19 Jahre alt, seine Kunstnach Paris verpflanzte, durch Genie, Muth und Beharrlichkeit. Er erlangte diekönigl. Erlaubniß 1159, und mit 600 Fr. legte der Jüngling in einem Lande, des-sen Sprache und Religion nicht die seinigen waren, den Grund zu einer Manu-factur, die eine öde Gegend mit Anlagen schmückte, mehr als tausend Mensche»ernährte und Frankreich von einem beträchtlichen Tribut an den ausländischen Ge--werbfleiß befreite. In einem Bauei »Hause im Tbale Iouy war er allein zugleichZeichner, Formenstecher, Drucker und Maler; bald hatte er sich Gehülfen für denPlatten- wie für den Walzendruck gebildet; ein Morast ward ausgetrocknet, undin wenig Jahren zählte man über 1500 Menssben in einer Gegend, die ehemalsals ungesund nicht bewohnt wurde. Die Dkonomisten, eifrige Vertheidiger derGewerbes, ciheit, vorzüglich Abb.- Morellet (s. d.), wurden die Schutzrednerdes verfolgten Fremdlings bei den Behörden, beim Hofe und bei der Nation. O.erweiterte seine Anstalt mit jedem Jahre; er wußte sich durch Agenten in Deutsch-land und England, selbst in Indien und Persien , alle technische Vortheile und Ge-heimnisse seiner Kunst, besonders in der Färbung, zu verschaffen. So z. B. wirdjetzt zu Iouy ein durchsichtiges Leinenzeuch zu Rollvorhängen an die Fenster ver-fertigt, die, nach Art der allen Kivchenfenster gezeichnet und gemalt, bei durchfal-lendem Lichte von überraschender Wirkung sind. Bald entstanden in Frankreich ähnliche Anlagen; man zählte gegen 500, die 200,000 Arbeiter beschäftigten, undFrankreich gewann aus 60 Mill. Fr. an rohen Stoffen einen Erwerb von 240Mill. Fr. Ludwig XVI. erhob den Gründer dieser ManufacturzweigS in denAdelstand; der Departementsrath wollte ihm eine Bildsäule errichten, aber derschlichte O. lehnte diese Ehre ab. Während der Schreckensregierung 1193 ent-ging er nur mit Mühe der Verurkheilung; später trug man ihm eine Stelle imSenat an, die er ebenfalls ablehnte. Als Napoleon die Manusactur zu Iouy be-

*) Die Franzosen bedienen sich in der Handelsspracbe noch immer des Ausdrucksblanusscture 0e tolles peintes, obgleich nur die persischen und indischen Zike (ln-chennes) gemalt genannt werden können, indem man dort bloß die Zeichnung drucktund das übrige mit dem Pinsel mall: i» Oberkampf's Manufaciureii aber wurdedie Leinwand ganz bedruckt; man sollte sie daher tolles ielntes nenne».

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