Obertribunal
0 Oberschlächtig
tät zu Dtrasburg, geb. das. d. 1. Aug. 1135. trat 1150 unter die Zahl derStu-direnl. >, dieser Universität und vertheidigte 1154 seine Dissertat. über die Begräb-nisse der Alten, worauf er die Dockorwürde erhielt. Nachdem er seine philologischenund philosophischen Studien beendigt hatte, studirte er 3 Jahre lang den philologi-sche» und antiguarischen Theil der Theologie; dann widmete er sich ganz den spra-chen, der Literatur, Archäologie, Geschichte und Diplomat,?, was ihm den Rufeines der gründlichsten Alterthumsforscher und Diplomatiker erwarb. Er begannseine bürgerliche Laufbahn als Lehrer am Gymnasium und Adjunct der Bibliothekseiner Vaterstadt und ging, nachdem er seine Kenntniffe und seinen Ruhm durchmehre gelehrte Reifen erweitert hatte, zur Universität über. Die Revolution zogO. aus seiner literarisehen Thätigkeit in den Wirbel des politischen Lebens. Ererlitt eine Gefangenschaft in Metz, kehrte aber nach wiederhergestellter Ruhe inseine Laufbahn zurück. Er starb zu Strasburg d. 10. Oct. 180b. Seine AuSg.einiger Werke des Ovid, Horaz, TacituS und Cäsar werden geschäht. Wir nennenseine „ftfteelsti iilexiiiu 4r^> Iiloraleii-ia"; „Uii?eum diostuepllini", 1. Th.(der 2. Theil ist nie erschienen); „< )rl,is.iiitiezui inonunicuti; suis illu.^tr., li z>xi-tlronius"; ,,Uitu»u> I!NN-UU>> uu> tA,ust><>"; „ 1> Ii<>-lisünniuticli« pr!ni»e Ii»e.:,k"(die letztgenannten Elementarwerke dienten ihm zum Leitfaden bei seinem akademi-schen Unterrichte); „iaicrarun, noe i lötn, exp-u-il ,"
(diese Tafeln geben die Namen der vorzüglichsten Schriftsteller, die Gegenstände,worüber sie geschrieben, die Nation, zu welcher sie gehört, und die Zeit, wann siegelebt haben, an); >l'ni>u>l,x >!<- l.u ei>? >!o .Ik-au <4uttouster^, in-iuiloui'
,I<- !, I )luch das Studium der deutschen Sprache des Mittelalterü
beschäftigte ihn und bewog ihn zur Herausgabe von „I. 6. 8o!,er?äiriuiii ^erin iiiiouui uiiusti ,ievi, poli^siuiii>u ilialooli 8uevioae" (2 Bde., Fol.).Noch lieferte er den ersten Abriß der Statistik des ehemaligen Elsaß, indemer von 1182 10 Jahre lang den „Elsaßer Almanach" herausgab und die„lAutst, Mi-rot-,", wozu Schöpfst» ihn mit Materialien unterstützte. Die bei-den ersten Bände erschienen 1182 und 1186.
Oberschlächtig heißt im Mühlen - und Bergbau ein Wasserrad,welches durch die Schwere des von oben darauf fallenden oder schlagendenWassers umgetrieben wird. Es erfodert eine ungleich geringere Wassermasseals ein unterschlächtiges Rad, das durch die Gewalt des darunter wegströmen-den Wassers in Bewegung gesetzt wird, dagegen aber ein starkes Gefalle.
-0 b e r t r i b u n a l, geheimes, zu Berlin , der oberste Gerichtshof fürden Theil der preufi. Monarchie, in welchem die preuß. Gerichtsordnung gilt.Schon der Kurfürst Friedrich Wilhelm erklärte 1610, daß er die Absicht habe, einOberappellaiionSgericht einzurichten, indessen würde dasselbe nach der deutschenReichsverfassung nur für die Kurmark haben geschehen können, und erst nachdemauch für die übrigen Reichslande (16. Dec. 1102) ein sehr ausgedehntes Appel-lationsprivilegium (Befreiung von der Gerichtsbarkeit der Reichsgerichte) vomKaiser Leopold ertheilt worden war, kam 1103 das neue Oberappellationsgerichtoder geheime Obertribunal zu Stande. Man hatte dabei das Tribunal zu WiS-mar zum Muster genommen. Bei der Cocceji 'schen Iustizreform (1148) erhieltes eine neue Tribunalsordnung. Es spricht nur in der dritten Instanz in Sachen,deren Werth 2000 Thlr. beträgt (nur wenige Gattungen derProcesse gehören ohneUnterschied des Betrags dahin, sowie andre gleichfalls ohne Rücksicht auf den Be-trag ganz davon ausgenommen sind); es hat keine Instruction, sondern weist,wenn noch eine Verhandlung unter den Parteien nöthig gefunden wird, die Sachean die untern Instanzen zurück; es erkennt auf die geschlossenen Acten, aus schrift-liche Relationen und Correlarionen, deren jeder Rath jährlich 84 liefern muß, undes gibt zu seinen Entscheidungen niemals Gründe. Daher und weil neben dem