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dobald, Riciiiier'S Neffe, als Oberbefehlshaber stand, von Neuem preisgegeben.Gundobald ernannte den Glvcerius, einen keiner S oldaken, zum abendländischenKaiser, unt-rstühte ibn aber so wenig, daß er durch den, voni konstantinop. Hofeernannten Julius NepoS, Neffen des Marcellin und Regenten von Dalmaiien(474), verdrängt wurde und das DiSthum Salona dafür erhielt. Kurz nachseiner Thronbesteigung schloß NepoS mit den Westgothen einen Frieden, in dem erihnen Auvergne abtrat, sah aber durch einen Aufruhr der verbündeten Barbaren,unter Anführung ihres Feldherrn Orest, sich veranlaßt, aus Ravenna nachDalma-tien zu flüchten. — Fünf Jahre lebte er dort als landflüchtiger Kaiser, als er zuSalona aufAnsiiften des GlyceriuS ermordet wurde, der vielleicht dafür das Erz-bisthum von Mailand erhielt. Des Orest Sohn, Romulus Augustus , ward alsBeherrscher des OccidentS ausgerufen (176). Doch das Ende dieses Reichs wargekommen; die verbündeten deutschen Truppen, Heruler, Rugier u. s. w., empör-,ten sich unter ihrem Führer Odoaker, als Orest ihre Foderung, daß sogleich einDrititheil der Ländereien Italiens linker sie vertheilt werden sollte, zurückwies; Pa-via, nw Letzte« er sich vertheidigen ivollke, ward von ihnen mit Sturm erobert, Orest selbst hingerichtet, Augustus dankte ab, Odoaker ward von seinem Heere zum Kö ->nge ausgerufen, uiid die Senatoren von Rom erklärten durch eine Gesandtschaftdem Kaiser Aeno in Konstantinopel : „daß es weder nothwendig noch ihr Wunschsei, daß Italien fernerhin durch eigne Kaiser regiert werde, daher sie im Name» desVolks einwilligten, wenn der Sitz des allgemeinen Reichs von Rom nach Konstan-tinopek verlegt würde, daß sie dem Rechte, einen eignen Herrn zu wählen, entsag-ten ; die Republik aber wolle sich den Tugenden des Odoaker anvertrauen und bittedemüthig, der Kaiser möge ihm den Titel eines Patriziers und die Verwaltung derDiöees Italien ertheilen". So tief war Rom gesunken, daß sein Senat selbst dasDasein eines Reichs vernichtete, deffen vormalige Größe nur noch in der Erinne-rung fortlebte. Kaiser Zeno gab zwar anfänglich dem Senate zu verstehen, daßder damals noch lebende NepoS in Dalmatien der rechtmäßige Beherrscher Romssei; aber bald gefiel er sich selbst in der dargebotenen Würde eines Alleinherrschers,und ließ sich die Ehrenzeichen des weströmischen Kaisers überreiche». Der entthronteRomulus Augustus , deffen erster Name zu Konstanrinopel in MonwlluS, und des-sen zweiter von den Römern spottweise in das Diminutiv«»» AugustuluS verwan-delt worden, wurde von Odoaker mit einer jährlichen Leibrente von 6000 Goldstü-cken auf das Lustschluß des Lucull in Campanien verwiesen. Bald darauf (186)gründeten die Franken in Gallien ihr Reich. !L>o waren die Barbaren, die in dem-selben Grade, als der alte Geist der Römer nach und nach verschwand, sich empor-gehoben hatten, aus Völdnern Roms deffen Bundesgenossen, und endlich dessenHerren geworden. König Odoaker regierte Italien 14 Jahre. Da kam 491 Theo-dorich, König der Ostgoihen, besiegte Otoaker und stiftete 493 das ostgothischeReich auf Italiens classischem Boden. Dom römischen Reiche blieb, nachdem es,von seiner Gründung durch Romulus an gerechnet, 12 Jahrh, bestanden hatte,nichts als der Name seiner ehemaligen Hauptstadt. Aus der Geschichte des Ver-falls dieses Riesenstaates ergeben sich die Ursachen seines Sinkens. Überhandneh-mende Sittenlosigkeit zog den Verlust aller moralische» Kraft nach sich, und mankann wol behaupten, daß seit Honorius's Thronbesteigung bis zu des Reichs gänzli-chem Untergänge dasselbe sich in einen« unaufhörlichen Todeskampfe befand. Dasseit Diocletian (284) angenommene Svstem der Theilung des Reichs, die Theodo-sius vollendete, ward der nächste Grund zu seiner politischen Ohnmacht und (»bli-chen Vernichtung, welche bei jener, selbst durch die Verbreitung der christlichen Re-ligion nicht abzuwendenden moralischen Schwäche durch nichts mehr aufgehaltenwerden konnte, während die »ach und nach steigende Civilisation der eingcdrungenenfremden Völkerschaften diesen ein niederdrückendes Übergewicht verlieh. Eine neue