Band 
Achter Band. O bis Q.
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28 Oderstrom

Odenstvl eine Pensen eder ein gewisses Factum besingen, wie z. B. Cramer's Odean Luchen, und so manche andne Schein-Ode auf Den und aufDie, sind nun Lob-,neden und Gelegenheitsreden in poetischem Costum. Die Lilenatun allen kNationenwäre vielleicht nicht so an» an Ode », die diesen Namen vendienen, wenn man nichtübenall zu dem Besingen einzelnen Personen und Begebenheiten die Fonm den Odemißbrauchte^. Übrigens sind die beiden letzten» Gattungen den Ode von denNeuern vorzüglich ausgebildet worden, denen Hauptgebnecben den Übergang in deneigentlichen Lehnten und das Hinneigen zum Schwermüthigen, fälschlich sogen.Elegischen sind. Schon Honaz verfällt oft in den ReflexionSton, und seine Bildensind nicht selten nun kalte Erzeugnisse einen gereizten Phantasie; die neuern lat.Dichten, selbst den ausgezeichnete Bälde (s. d.), LokichiuS und Ioh. SecunduSsind, sowie die Italiener, Nachahmen den Alten. Letztere sind sehn weitschweifig,oft schwülstig, nicht selten spielend und witzig, linken ihnen hebt man den Ehia-bnena aus. Die Spanien, unken welchen man einen Garcilaso de la Vega , O.ue-vedo, Gongora u. A. nennt, sind ihnen am ähnlichsten. Die Engländer, denengrößte Odendichter wir oben nannten, nehmen meistens einen kräftigen Lehnton anund haben häufig Zeitgegenstände behandelt. Die Franzosen , unter welchen I.B. Rousseau , L. Racine, Gresset, Ehenien und Lebnun ausgezeichnet worden,sind äußerst declamatonisch, und strotzen, wie Bouterwek sich ausdrückt, von mo-nalischen Sentenzen und Bildern ohne poetische Anschauung. Die Deutschen ha-be» in dielen Gattung seit Wekhenlin, Opitz, Flemming rc., dem kräftigen Hallen,Hagedorn, Uz, Lavaten, dem cornecten und gewandten Ramien, Stolbeng, Voß,Kosegarlen, Schubant, Herder, Schiller , A> ndr u. A. mannigfaltige Tone ange-schlagen. Höchst eigenthümlich, voll starken Gefühls, gedankenreich und gedrängtist Klopstock , doch verwirrt er sich ebenfalls oft in Antithesen und harten rhe-torischen Wendungen, anderntheils in die Elegie. Ihm ist der geniale Bagge-sen sehr verwandt. Der oben genannte Schriftsteller zeichnet unter den ge-schichtlich vorhandenen Gattungen nur drei als epochemachend aus, die Pin-dar'sche, Horaz'sche und Klopstock'sche. Einige nehmen auch eine scherzendeOde an und erinnern an einige scherzende Gedichte des Horaz, Catull , sowiean Doß's Ode an Göckingk . Wenn aber das Erhabene und der Erguß destief bewegten Gemüths die Ode von dem Liede unterscheiden soll, so kann derbloße Gebrauch der Versmaße der Ode, welcher besonders die Parodie begün-stigt, kein scherzendes Gedicht zur Ode machen. >.

O d e r st r o m, in hydrographischer, commerzieller u.milikairischer Hinsicht.Die Oder (Vi-xlrnz, aus dem slawischen Djodr), einer der Hauptstrdme Deutsch-lands, entspringt in Mähren bei dem Dorfe Haslicht, unfern des Städtchens Lie-bn», östlich von Olmütz , in Wald und Felfen, auf dem die Karpathen mit denSudeten verbindenden Höhenzuge. Sie tritt bei dem Städtchen Oderberg inpreuß. Schlesien ein, macht hier die Grenze zwischen dem preuß. und östreicb. Ge-biete, und durchströmt hiernächst im nordwestlichen Bogenlaufe Schlesien, Bran-denburg und Pommern . Den frankfurter Regierungsbezirk berührt sie zuerst beidein Dorfe Glauchow im züllichauer Kreise, und eilt hier in der Richtung von S.nach N. dem stektiner Regierungsbezirke zu, die märkische Grenze zwischen Vier-raden und Uchtdorf verlassend, und bei Fiddichow, wo sie sich mit der Welse ver-einigt, in Pommern eintretend. Bei Garz , unfern Schwebt, theilt sie sich in zweiHauptarme, deren westlicher den Namen Oder behält, wogegen der östliche diegroße Regeliß heißt, an welchem letzter» unter andern Greiffenhagen liegt. BeideArme verbinden sich hiernächst unfern Stettin wieder in dem damannschen oderdammschen See und fließen mit diesem vereinigt durch das Pappenwasser in das(stektiner) frische Haff- und Achterwasser, einen gegen 15^M. großen Landsee inPommern , dessen östlicher Theil Las große, der westliche das kleine Haff heißt.