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Oderstrom
Stettin), in dem mittelsten der drei oben genannten Ausflüsse des frischen Haffsnnt der hineingefallenen Oder, und von hier bezieht jene große Handelsstadt aufdem sie durchschneidenden Oterstrome die bedeutende, obwol in Folge der Aeitver-hältnisse aiich sehr abnebineiide Menge von Colomal- und ante, n Producten, Bor-deaux - und spanischen Weinen u. s. w., mit denen sie nach Maßgabe der eben ge-schilderten Wafferverbindung, wenn auch nicht ausschließlich, Pommern , dieMarken, die Lausitz, Schlesien, Wcstpreußen, Polen u s. w. versorgt. 1820waren zu Stettin und^Lwinemünde 649 beladene, größere und kleinere, aus Ame-rika, den Niederlanden, England und Schottland, Spanien, Portugal , Düne-mark, Schweden und Norwegen, Frankreich, Italien, Preußen und Pommern ,außer 318 Leichterschiffen angekommen, und 521 seewärts erpedirt worden. Dadie Einfahrt in die Lwine wegen einer großen Sandbank mit Schwierigkeiten ver-knüpft ist, so hat die preuß. Regierung seit 1818 große Arbeiten zur Hafenverbesse-rung vornehmen laffen, welchen ein günstiger Erfolg entsprochen hat. Indeß ver-anlaßt dieser Umstand, verbunden mit der erwähnten Nothwendigkeit der Umladungauf Leichterschiffe, der Höhe der Sundzölle lind dem zuweilen eintretenden Mangelan Rückladung doch, daß viele Waaren nach Hamburg gehen, die einen natür-lichern Abzug auf der Oder von Stettin ab fänden: ohne diese Hindernisse würdederHandelsverkehr dieses Stromes noch bedeutender sein. Ausgeführt werden vor-züglich (Mmüde, mit welchem Artikel es indeß seht schlecht geht, da besonders Eng-land sich anderweitig wohlfeiler versorgen gelernt hat, schsisische Tücher, Obst, in-dem z. B. Petersburg einen großen Theil seiner Apfel von Stettin aus erhält; amwichtigsten aber ist der Absatz von Schiffbau- und von Skabhölzern (d. h. solchen,die zu Fäffern angewendet werten), nach den engl., franz., fpan. und portug. Hä-fen. Christian Wilh. Benecke's Holzcomptoir in Berlin unterhält an den Holzrei-chen Ufern der Oder und ihren Nebenflüssen, besonders der Warla, mehre Agen-ten zum Aufkaufe der schönsten Hölzer zum Schiffbau und zu Faßdaube» für denFaßbedarf in den Weinländern des sudl. Europa . Diese Hölzer werden zu großenFlößen verbunden und unter Aufsicht von Leuten, deren Oberster te» Namen des„Regimenters" führt, nach Stettin. geflößt, wo eine Commandike jenes Comp-toirs das AuSeinaiiternehmcn, Aussetzen auf Holzhöfen und nackherigc Verlade»nach den genannten Ländern, besonders nach Bordeaux , besorgt. In diesemschafte stecken Millionen z leider ist es aber nickt mehr, was es sonst war.') AuchBrennholz wird auf diese Weise zum inländ. (Gebrauche viel auf der Oder, Warmund der bei C'uben (Niederlausitz) schiffbar werdenden Neiße verfloßt, und Berlin bezieht einen großen Theil seines Bedarfs aus diesem Wege, gleichwie stüetreide,Obst, Käse u. s. f. -- In miliiairiscker Hinsicht ist die Oder als Transpori-und Festungslinie wichtig. Wm finden an diesem Strome, von S. nach N..ge-hend, die Festungen Kofel (Obcrschlesicn), Brieg (die Festungswerke von Breslausn d bekanntlich neue: sich geschleift), stsirossglogau (Niederseblesien), Kustrin (Neu-mark), welches die Franzosen , so lange es in ihrem Besitze war, nicht anders alsdie ,,l'»ri,'i,'i,!a> ünpx'iuiblr" nonntcn, und welches auch wirklich durch Natur undKunst gleich stark ist "), und endlich Stettin (als Festung von minderer Wichtig-
*) Vielleicht wird das 1824 vo» der Eencraldircctio» der berliner Seebandlnngs-socielät i» Stettin errichtete Handlungscomskoir den grsiitikeiien Oberhandel beleben,wenn es ibni gesinnt, den »reich. Laiidesvrodlwlen und Fabricaien neue Auswege nachAmerika und Ostindien zu eröffnen- Denn der »reust. Transttvhandel durch Rußland »ach Cbiiia hat seit Erlaffung des lebten russischen Tarifs fast ganz aufgehört. HurSee nach Cbina zu haudesii, scheint keine Vv.tkeile zu versprechen, indem die Rück-fracht des ersten »reust. Sstnafakrers „Mentor", der i8-,. in Sumieuiunde einlief,au Thee n. s. w- nicht den erwarteten vortheilha'ten Absas geninden bat.
**) Als die Franzoseii diese Festung in, November > 80 t- geiioniinen hallen und den