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Achter Band. O bis Q.
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Odcsso

ital. Opern und griech. Trauerspiel« aufgeführt werden, sind die vorzüglichsten(Gebäude. In der Mitte der Stadt liegt ein schöner öffentlicher (Abteil.Nördlich von der Stadt sind mehre Niederlagen für Salz und gesalzenes Fleisch,und westlich liegen Wasserbehälter. Bei der Entfernung der Flüsse, die sich aufbeiden leiten der umliegenden Gegend ins Meer ergießen, war das Wasser bisherselten; doch wird diesem Mangel durch eine Wasserleitung abgeholfen, für welcheder Kaiser 1818 gegen 1 M>ll. Rubel anwies. Unter den Bildungsansialten stehtobenan das große, nach dem Muster der franz. Lyceen eingerichtete Gymnasium,genannt Richelieu , dessen Zöglinge Unterofficierrang haben, wie Soldaten geklei-der sind und jährlich 150 Rubel (jeder- für den Unterricht zahlen. Eine wohl-eingerichtete Töchterschule, die besonders auf häusliche Bildung Rücksicht nimmt,stand unter der Aufsicht der Gemahlin des Generalgouverneurs. Auch gibt esSchulen für Hantel und Schifffahrt, ein Seminar, eine Rcchtsschule, und seit1825 ein Museum für die südrusssschen Alterthümer. In dem großen botanischenGarten wird der Anbau der Holzarten systematisch betrieben, und junge Leute er-halten Anleitung zur Gärtnerei. Die neu angelegten Seebäder werden besondersvon Polen besucht. Die Zahl der Einw. war 1822 gegen 10,000, meist Russen,Griechen und Juden; es gibt aber auch viele Ausländer, und besonders viele deut-sche Handwerker in der Siadk. Im geselligen Leben herrscht viel Freiheit, und derUnterschied der Stände legt auch hier, wie überhaupt in ganz Rußland , keinenZwang auf. Die arbeitende, nicht ansässige Volksclasse besteht aus Kleinrussen,die eine,russische Mundart sprechen und meist entwichene Leibeigne aus nahen undfernen Ariern sind, Das Leben in Odessa ist wohlfeil. Die ersten Bedürfnissekönnen in einem Lande nicht theuer sein, wo es wenig Städte gibt und wo manden Gewinn des 11. KornS nur eine mittelmäßige Ärnre nennt. Die Um-gegend wird von Ansiedlern aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, von Bul-garen, Zigeuner », polnischen und russischen Bauern bewohnt. Die Lage derdeutschen Ansiedler, zumal der Schwaben , welche die Mehnahl ausmache», istso nachtheilig, daß Viele ihr Eigenthum verlassen, um in der Stadt für Tagelohnzu arbeiten; denn obgleich die Regierung ihren Zweck, die unermeßlichen Wkeppenzu bevölkern, eifrig verfolgt, und bei der Unterstützung der Ansiedler, welchen sie,außerVorschüssen und einem striche Landes, Abgabenfrecheit auf 25 I. bewilligt,keinen Aufwand scheut: so kommen doch die schwäbischen Einwanderer, die durchihre frühern Verhältnisse auf eine niedere Bildungsstufe herabgebracht waren, je-nen wohlwollenden Absichten nicht entgegen, und bei dem Mangel an verständigerBetriebsamkeit und Wii thschaftlichkeit fangen sie unter Bedrängniß und häus-licher Zerrüttung an, sich anzusiedeln, um sich fast nie aus dem Elende zu erheben.Überhaupt wird der Ackerbau in Neurußland noch auf die roheste Weise betriebe».Unter den russischen Bewohnern der Stadt und Umgegend sind die Männer einkräftiger, wohlgebildeter Menschenschlag, und ihr Benehmen ist frei und heiter.Das weibliche Geschlecht ist dagegen im Durchschnitt sehr häßlich, schmutzig undfaul, und auffallend ist das frühzeitige Abwelke» der Weiber, das zum Theil vondem Aufenthalt in einer tiefen Erdwohnung (8einlsi,1>H und von dem Genussegrober Nahrung und häufigen Branntweins herrühren mag. Die Juden siehtman in schmutziger Tracht; geschmückter und zum Theil reich ist bei einem übri-gens schmutzigen und nachlässigen Äußern die Tracht der Jüdinnen, unter welchenman viele schöne und üppige Gestalten findet. Die Griechen zeigen sich im bunte-sten Gemisch bald in türkischer, bald in slawonischer Tracht. Die griech. Frauenhaben den Vorzug einer regelmäßigen und edel» Schönheit, und zeichnen sich inihrer Tracht durch einen leichten und schmalen Shawl aus, welchen sie in ihreschwarzen Haarflechten schlingen und auf beiden Seiten in eine Schleife binden.Der Hafen von Odessa wurde 1811 auf30Iahre zu einem Freihafen erklärt. Der