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Achter Band. O bis Q.
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38 Offenbarung

nicht nur den Einfältigen rm Volke, sondern auch Männern von der umfassend-sten Geistesbildung ist es, nach ihrem eigne» Geständnisse, erfreulich zu wissen,daß Gott sich als Vater, der Alles geschaffen und sich aller seiner Geschöpfe er-barmt, als Sohn, der Mensch geworden ist, um die Welt vom Bösen zu befreien,und als heiliger Geist, der sie durch immerwährendes Lehren, Ermähne» undTrö-sten im Guten erhalten will, geoffenbart, und durch solche Herablassung zu denBedürfnissen der verirrten Menschheit Denen, die sich bessern, die Zuversicht ih-rer Versöhnung mit ihm, der Vergebung ihrer Sünden und einer himmlischen Un-terstützung zu allem Guten eingeflößt hat. Sie überzeugen sich, diese Offenbarungkönne Gottes ebenso wenig unwürdig sein, als eines Familienvaters die Weisheit,mit welcher er sich seinen Kindern immer von der Weite zu zeigen sucht, die ihrenFassungskräften, Bedürfnissen und den Zwecken ihrer Erziehung die angemessensteist. Denn weil Gott den Menschen mit moralischer Freiheil, d. h. so geschaffenhat, daß er nicht nur das Gute wählen, sondern auch irren und Fehler begehenkann, so erfodert die Bestimmung zur Tugend und Gottähnlichkeit, die derMenschdennoch erreichen soll, Veranstaltungen zu einer außerordentlichen, in der bekann-ten Natur der Dinge nicht gegründeten Nachhülfe, wie sie durch jene unmittelba-ren göttlichen Offenbarungen an dasMenschengeschlecht getroffen worden sind. Jemehr nun dieser, durch die Bemühungen der Skepsis und Kritik des 18. Jahrh,verdächtig gemachte Offenbarunzsglaube gegenwärtig wieder herrschend werdenwill, desto größer wird die Verlegenheit der Naturalisten, die ihn in der Theorieschon völlig verdrängt zu haben meinten, da sie sich einerseits durch die Erfahrungüberführt sehen, wie wenig ein des göttlichen Ansehens ermangelndes Religivns-shstem aus bloßer Vernunft zulänglich und geeignet sei, in das Leben der Völkereinzutreten, andrerseits aber der Rüge einer zu wenig erkannten argen Selbsttäu-schung, in der sie Empfangenes für Erfundenes ausgebe», nicht mehr entgehenkönnen. Denn daß sie die Religionswahrheiten, die sie für Erzeugnisse der bloßenVernunft erklären, anderswoher hätten als aus den Lehren der göttlichen Offenba-rung, unter deren Einflüsse sie und ihre Vorgänger auferzogen und gebildet wor-den sind, werden sie nicht eher beweisen können , als bis sie einen Menschen aus-findig machen, der, ohne jemals unter Offenbarungsgläubigen gelebt, oder einbiblisches, oder von einem mit geoffenbarter Religion bekannten Vers. geschriebenesBuch gelesen oder überhaupt irgend einigen Unterricht in einer positiven Religiongenossen zu haben, nur durch Naturbetrachtung und eigne Vernunftthätigkeit zurErkenntniß der Säße gelangt sei, welche die sogenannte natürliche Religion aus-machen. Bis ein solcher, von aller übernatürlichen, göttlichen Belehrung unab-hängiger Vertreter der vergötterten Vernunft auftritt, wird die Offenbarung deslebendigen Gottes die Lehrerin der Menschen und die Stütze des Glaubens der Mil-lionen bleiben, die sich zu ihr bekennen. Um über die Art und Weise, wie sie andie Urvater und Propheten ergangen sei, zuverlässige Auskunft zu geben, müßteman selbst zu den Vertrauten Gottes gehören. Seit es keine dergleichen Einge-weihte mehr gibt, ist weder ein näherer Ausschluß hierüber noch ein» weitere Ver-vollkommnung der geoffenbarten Religion selbst denkbar. Vervollkommnen sollund kann sich aber immerwährend das Verständniß der Offenbarung und ihre An-wendung im Cultus und im sittlichen Leben. Denn hat auch der Mensch sich dieReligion nicht selbst gegeben, so liegen doch in seinem Gemüthe alle Keime derwahren Erkenntniß Gottes und göttlicher Dinge, und die Offenbarung zeigt undenthüllt ihm nur, was er unbewußt in sich trägt. Je besser er dies Zeigen undEnthüllen des göttlichen Erziehers wahrnimmt und verstehen lernt, desto deutlicherund lebendiger wird er Gottes und seiner Beziehung zu der Welt inne; daher denndie Einbildung, als habe er selbst gefunden, was ihm gelehrt worden ist, wol mög-lich und verzeihlich, aber von dem Versuche, die Vervollkommnungsfähigkeit der