Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
43
JPEG-Download
 

Oh:'iacht Ohnmacht 43

freiern, dem deutschen Geiste verwandten Geschmackes, den man ebensowollobend wie tadelnd den romantischen nennt. Sein Gegner, mit dem er hef-tige Streitigkeiten gehabt hak, war Kaggesen (s. d.),, der dem älter» undder franz. Poeste näherstehende» Geschmacke huldigte, Ö.'s berühmteste Dich-tungen in dänischer Sprache sind dieselben, welche wir oben als deutsche auf-geführt habe».

Ohmacht (Landolin), Bildhauer, geb. um 1168 in der ehcmal. Reichs-stadt Rokweil, zeigte schon früh sein Bildnertalent, Er trat bei einem Heiligen-bildschnitzer, dann bei verschiedenen andern Meistern, die er bald sämmilich übertraf,in die Lehre, endlich bei dem trefflichen Bildhauer Melchior in Frankenrhal. Hierward er mit den Grundsätzen der hoher» Kunst und eines geläuterten Geschmacksbekannt, und erwarb sich einen bedeutenden Ruf, Nachdem er einige Zeit inManheün und Basel gelebt und hauptsächlich im Portrait gearbeitet halte, be-suchte er, um 1190, Italien, woer, meist in Rom , 2 Jahre verweilte und seineBildung vollendete. Er sah dann die Kunstsammlungen in München, Wien ,Dresden u. s. w., und verweilte längere Zeit in Hamburg . Hier arbeitete er einDenkmal, welches dem Bürgermeister Rodde im Dom zu Lübeck errichtet wurde,und Klopstock's Büste, beide m Marmor und von grosser Vollkommenheit. 1801ward er nach Ntrasburg berufen, um das Denkmal für den General Delaix aus-zuführen. Nur der Einwarf und die Ausarbeitung der einzelnen Figuren diesesDenkmals gehört ihm, nicht aber die Idee des Ganzen, welches mit Recht ge-tadelt worden ist, Er hat scikdem seine vorzüglichste» Arbeiten in Strasburg ver-fertigt, als: das Urtheil des Paris , eine Gruppe von l Personen, in Sandstein;2 kolossale Büsten, in Marmor, Hans Holdem und Ei wm von Sreiubach; Nep-tun auf einem Felsen sitzend, kolossal, in Sandstein; ein junger Faun, in Sand-stein; das Denkmal Oberlin'g in der Thomaskirche in Strasburg , Hauirelief inMarmor; eine BenuS in Lebensgröße, in Marmor; eine Flora, als Seikenstück zurVenus; das Denkmal Koch'S in der Thomaskirche u. s. w.; eine Menge schätz-barer Miniaturarbeiten in Alabaster, viele Portraits, Büsten u. s. w. -Seine letzteuns bekannt gewordene Arbeit sind 2 weibliche Figuren und ein Christusbild fürdie neue protestantische Kirche zu Karlsruhe ,

Ohnmacht (unimi üeliguimn. lipollivnna, urneozie) ist eine krankhaf-te Erscheinung, welche sich durch plötzliche, längere oder kürzere Zeit dauernde'Ab-spannung aller Functionen, insbesondere aber der sensibeln, auszeichnet, und diewol eigentlich in einer plötzlichen Unterdrückung der Nerventhärigkeit besieht. Vonhier geht sie aus und verbreitet sich auch auf die übrigen Verrichtungen, auf welchedie Nerventhätigkeit Einfluß hat. Darum sind Diejenigen, deren Nervensystemin einem gereizten und geschwächten Zustande sich befindet, zu Ohnmachten sehrgeneigt und erleiden sie von Veranlassungen, welche bei Andern solche Folgen nichthaben würden. Wir sehen sie entstehen von übermäßigen Anstrengungen, vorzüg-lich bei der Geburt, von übermäßigen und sehr schnellen Ausleerungen, vorzüglichdes Blutes, und von allen äußern Umständen, welche das Nervensystem lebhafterregen, z. B. von starken Gerüchen, heftigem schreck :c., von Gemüthsbe-wegungen, schlechter Luft, Überfüllung des Kopfes mit Blut, und von manchenandern Krankheiten, z. B. Brand, Nerven- und Faulfieber, organischen Fehlerndes Herzens, der großen Gefäße u. s. w. Bei einem gelinder» Anfalle empfindendie Kranken Schwäche, Wüstigkeit, Betäubung, Schwindel, Angst, Klingenvor den Ohren, sie sehen Nebel. Flor, oder es wird ihnen schwarz vor den Augen;die Augen verlieren den Glanz und bekommen einen bläulichen Ring; das Ge-sicht wird blaß, sinkt ein; die Muskeln werden schwach und vermögen den Körpernicht zu tragen. Bei höhern Graden verliert sich da« Bewußtsein entweder ganz,»der er ist durch verworrene Vorstellungen getrübt; dann ist der Puls sehr matt,