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Achter Band. O bis Q.
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9ken, Oken'sche Terminologie

Oken (Ludwig), großherz. sachs.-weimai ischer Hofrath, ord. Pros. an derUnivers. München . Dieser ausgezeichnete philosophische und praktische Naturfor-scher, dessen Name in der Geschichte der Naturwissenschaften einen ehrenvollen Platzbehaupten wird, wurde 1807 von Göttingen , wo er mehre Jahre als Privat-docent lebte, nach Jena als Professor berufen. Seine Vorlesungen über Natur-philosophie, allgemeine Naturgeschichte, Zoologie mit vergleichender Anatomie,Pflanzen-, Thier- und Menschenphysiologie erhielten bald den verdienten Beifall.Im Spätherbst 1818 fing er an dieIsis" herauszugeben, ein encyklopädischesBlatt, das aber vorzugsweise naturhistorisch gewesen ist und noch ist. Da in Wei-mar größere Preßfreiheit war, so strömte Alles dahin, was irgend Beschwerden undKlage» laut werden lassen wollte, und O. nahm es in dieIsis" auf, wenn es einallgemeines Interesse hatte. Dadurch erregte er auswärts hohes Mißfallen. EinBlatt ward cvnfiücirt. Endlich legte die weimarische Regierung dem Herausge-ber die Alternative vor, entweder die Professur oder dieIsis" aufzugeben. Gleich-zeitig ward dieser mit tiefen und ernsten Studien, die von Politik weit ablagen,beschäftigte Gelehrte in die Wartburgssache verwickelt, von aller Schuld jedoch freigefunden. (S. Wartburgsfest und Umtriebe.) Veit dieser Zeit lebte O.,mit geringer Unterbrechung seines Aufenthalts in Basel , wo er einige Vorlesungenhielt, als Privatgelehrtcr in Jena , einzig mir der Herausgabe derIsis" und sei-ner naturhistorischen Werke beschäftigt. 1827 ging er auf die neu errichtete Uni-versität München und eröffnete da mit Beifall seine naturhistorischen Vorlesungenzuerst als Privatdocent. Von seinen philosophischen Ansichten der Natur inso-weit sie sich theilweise begreifen lassen geben verschiedene Artikel dieses Conv.-Lex., z. B. Elemente, physische, einige Nachricht. Die Hauptaufgabe seinesthätigen Lebens besteht aber in der Darstellung eines allgemeinen, in sich zusam-menhängenden, alle Reiche der Natur und deren Elemente umfassenden Natur-systems, dessen philosophische Begründung den Inhalt s.Lehrbuchs der Natur-philosophie" ausmacht. Über die Bedeutung und den Werth dieses Systems, dasman sowol von den Versuchen Andrer, einzelne Naturreiche nach natürlichen Ver-wandtschaften anzuordnen, als von den bisherigen künstlichen Systemen wohl un-terscheiden muß, vgl. Natursysteme. Daß O. für sein System, da es vonallen bisherigen durchaus abweicht, eine neue Terminologie schaffen mußte,begreift man leicht, wenn man bedenkt, daß, einerseits, für ein naturgemäßes (na-türliches) System die Namen der Abtheilungen am schicklichsten von Dem genom-men werten, worauf sich die Eintheilung gründet, andrerseits eine deutsche Natur-geschichte auch deutsche Benennungen woran es bisher noch sehr fehlte fodert.Hierzu einige Beispiele. In O.'S Mineralogie (deutsch : Irdlehre) gründet sichdie Classeneintheilung auf die Zahl und Beschaffenheit der (pkysischen) Elemente,welche bei der Entstehung der Mineralien (deutsch : Irden) auf diese einen bestim-menden Einfluß gehabt haben. Nun ist die Zahl der Elemente 4, daher auch 4Classen von Irden, die ihre Namen von den Elementen erhalten, nämlich 1) Ird-Irden (Erden), 2) Waffer-Irden (Salze), 3) Luft-Irden (Brenze, Inflamma-bilien), 4)Feuer-Irden (Erze). Bei der Classification des Pflanzen- und Thier-reichs werden die Namen der Classen nach den Organen der Pflanze und des Thiersbestimmt; daher z. B. Wurzelpflanzen, Stängelpflanzen, Laubpflanzen, Blüthen-pflanzen, oder Wurzler, Stängler, Lauber, Blüiher u. s. w. Auch die Ordnungenund Sippschaften erhalten ihre zusammengesetzte Benennung von den Organen,und nur die Zünfte mußten, der Kürze wegen, noch besondere charakteristischedeutsche Namen bekommen, die freilich meist fremd klingen, wobei aber die schongebräuchlichen Namen, z. B. Lilien, Palmen (für einige Zünfte von Stänglernoder Stängelpflanzen) u. s. w. beibehalten sind. Wer sich über den Ursprung dieserNamengebung für die Zünfte und andre Abtheilungen in O.'s Naturgeschichte un-