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Achter Band. O bis Q.
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Ostreich (Geschichte seit 1815)

durch aber der Tilgungsfonds seit s. Errichtung (I.März 1811) so erhöht worden,daß er am 30. Sept. 1829 über 20S,963,000Gldn. betrug, davon die jährl. Zinsen1,285,560 Gldn. Seitdem gehen Ausloosung und Tilgung regelmäßig ihren Gangfort. Auch die östr.Nationalbank hattenach dem Jahresberichte ihresGouverneurs,des verst. Grasen v. Dietrichstein (v. 10. Jan. 1825). seit 1 Jahren 281,312,600Fl. von dem im Umlaufe befindlichen Papiergelde eingelöst! Um den niedrigenCurs des Papiergeldes zu heben, ward ein« Eiulösungscaffe für dasselbe errichtet,und der Curs seit 1816 auf 250 fipirt. (Der Papiergulden — 6 Gr. 8 Pf. und20 Kr. Silb. — 50 Kr. W. W.) Später wurden Anleihen gemacht, theils umbaares Geld in die Monarchie zu ziehen, theil« um ältere Schulden heimzuzahlen.Unter diesen war die am Ende 1823 zu London gemachte Anleihe von dritthalbMill. Pf. St. zur Abzahlung der am 11. Nov. 1823 liquidirten brit. Schuldfode-rung (von 1194 — 1800) bestimmt. Die Anleihe 1829 von 25 Mill. Gldn. C.-M.zu 4pCt. mit den H. H. Rothschild u. a., sowie die Anleihe in Mailand 1829 von36 Mill. Lire (1,200,000 Thlr.) erhoben durch ihre Bestimmung den Curs der hflr.Staatspapiere, sodaß im Jan. 1830 die SiaatSschuldverschreibungen zu 5Proc.(MetalliqueS) in Frankfurt beinahe 104, und die Bankactien 1560 standen, wäh-rend am Ende 1820 jene noch nicht 13, und diese kaum 552 gegolten hatten. ISo hat Östreich durch sein künstliches Finanzsystem die reichen Speculanten vielerLänder von sich abhängig gemacht. Nun darfder Östreicher auch Verminderung derAbgaben hoffen. Bereits hat der Kaiser im Erzherzogthum Östreich unter der Ensvom 1. Nov. 1829 an die Personal- und Classensteuer aufgehoben. — Damitsteht der Fortschritt der La n de Scu ltur in enger Verbindung. Um die genauesteKenntniß vom Zustande des Ganzen zu erlangen, ohne welche auch dieaufgeklärtesteRegierung nur im Finstern tappen wird, ward 1819 die Errichtung eines topogra-phisch-statistischen Bureau, zum Theil nach dem Muster des preußischen, ausgespro-chen, und dasselbe mit dem StaatSrathe vereinigt. Man unternahm hierauf dieAustrocknung der Moräste bei Laibaa-, sodaß der Verkauf der dadurch gewonnenenAcker über 4 Mill. Gldn. C.-M. einbringen kann. Jnden solg. Jahren ward die neueSteuerregulirung vollendet, zu deren Behuf, um dadurch eine verhältnißmäßiger«Bertheilung der Grundsteuer zu erlangen, schon Joseph II. eine Ausmessung derganzen Monarchie eingeleitet hatte. Der inländische Kunstfleiß ward durch Herab-setzung einiger Ausfuhrzölle und durch Patente befördert. Im Innern ist nur einebesondre Zolllinie durch die Steuerverfassung des Königr. Ungarn und seiner incor-porirten Länder nothwendig geblieben. Das östr.Zoll- u. Prohibitivsystem umfaßtseit 1822 gleichmäßig alle östr. Länder, mit Ausnahme der Freistädte Brody undPodgorcze, der Freihäfen Venedig , Trieft und Fiume, nebst den dazu gehörigen Li-toraldistricken und mit Ausnahme DalmarienS. Seit Erscheinung des Privilegien-patents von 1820 bis zum Dec. 1823 wurden nach einem für alle Provinzen derMonarchie gleichförmigen System 454 solcher Privilegien verliehen. Wichtig istin dieser Hinsicht das Fabrikproductencabinet in Wien und das vom Kaiser inWien1815 gestiftete Po lytechnische Institut (s d.), womit die ständische, in Prag für 600 Zöglinge errichtete technische Lehranstalt so rühmlich wetteifert, daß derpreußische und der sächsische Gewerbfleiß einst in dem böhmischen einen mächtigernNebenbuhlersehen werden als in dem englischen. Um den Handel von Italien nachSüddeutschland zu erleichtern, ward seit 1820, im Verein mit den betreffendenCantonen, die Straße von Chiavenna über den Splügen erbaut, und eine neueVerbindung Italiens mit dem südöstl. Deutschland , mittelst eines trefflichen Stra-ßenbaus überBormio und Tirol, im Sept. 1824 eröffnet. (S. Alpenstraßen.)

*) Zur Liquidirunq und Tilgung öcS besonders verwalteten Schuldenwesens deslombardisch - vcneliamschc« Königreichs ward 1822 ein Monte zu Mailand errichtet.