Band 
Achter Band. O bis Q.
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Pantomime

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Mimik undDeclamation, auf welcher die Pant.beruht, nichtunbekannt, wenn auchder Name erstspäter entstand und die Pantomimen noch nicht als selbständigeKünflauf der Bühne erschienen. Auch findet man bei ihnen, daß eine Person einen Charak-ter durch Gebärden und künstl. Bewegungen nach der Musik (dieses zusammenge-nomnien nannten die Griechen die Römer darstellte, während

eine andre dazu deelaniirte. Auch war dies wegen des Umfangs der alten Theaterund der Entfernung der Spielenden von den Zuschauern, und bei der rhythmischenBewegung, welcher die Declamation und Action gemeinschaftlich folgten, kaum be-merkbar und auffallend. Ferner wurden wol einzelne Situationen und Menschen,besonders Auftritte lächerlicher Art, pantomimisch, z.B. bei Gastmählern, darge-stellt; aber die Pant. im eigentl. Sinne war ihnen fremd.— In Italien wurde derName Pantomime erfunden, und man bezeichnete früher mit demselben überhaupteinen Künstler, der alles durch Gebärden nachahmt, insbesondere einen Schauspieler,der nicht zugleich auch seine Rolle declamirt. Einen engern Sinn erhielt diesesWort, seit man cheatral. Vorstellungen durch blofie Gebärdensprache gab, <Gmric,jniiilonnnwrnm. Diese Gattung theatral. Vorstellungen wurde vorzüglich unterden ersten römischen Kaisern ausgebildet, zu einer Zeit, wo mit dem Verschwindender AolkSfreiheit auch die theatralische Poesie zu verstummen anfing. Allein derGrund zu derselben war in Rom scbon früher durch die Histrionen (s. d.) gelegtworden, welche mimische Tänze aufführten, obgleich späterhin dieser Name der NameallerBühnenspieler geworden zu sein scheint. Wahrscheinlich ging die pantomimischeKunst von der pantomimischen Darstellung einzelner Scenen berühmter Schauspieleaus, auch stellte ein Mime mehre Rollen dar. Erst später findet man von Panto-mimengesellsichaften Spuren. Die Pant. aber scheinen sich bei ihren Darstellungennicht bloß natürlicher, sondern auch willkürlicher Gebärden bedient zu haben; wenig-stens fand man schon früh für nöthig, den Inhalt Dessen, was sie durch stummesSpiel vorstellen wollten, durch Ausrufendem Volke bekanntzumachen, wofür mansich in neuern Zeiten der Komödienzettel bedient hat. Doch sieht man aus einemalten latein. Epigramm, inwelchem gesagtwird, die Pant. haben so viel Zungen alsGlieder des Körpers, wie weit diese Kunst bei den Alten ausgebildet sein mochte.Von den Pant. sagt man: lübul.i», (sie tanzen, ein Stück, in der oben an-

geführten w'itern Bedeutung der ^üt.Go), und ihr Spiel wurde von daktylischenFlöte» begleitet. Mienenspiel konnte bei diesen Darstellungen ebenso wenig als beidem Schauspiele der Alten stattfinden, weil die Pantomimen wie die Schauspielersich der Masken bedienten. BathylluS (s. d.) und Pylades, die 2 größtenNebenbuhler in dieser Kunst, von denen der Erstere, der Schützling des Mäcen, imKomischen, der Andre aber mehr im Tragischen ausgezeichnet war, ferner Hylasu. A. machten unter August Epoche und gaben oft Veranlassungen zu Unruhenunter dem Volke, welches die Partei des Einen gegen den Andern nahm. Nacheiner gewohnl. Meinung werden sie irrig als Erfinder dieses sogen. ital. Tanzes ange-sehen. DieDarstellungen der Pantomimen huldigten aber, besonders in derfolgendenZeit, immer mehr der Unkeuschheit und Sittenlofigkeit; ja sie wurden, ungeachtetsie bei dem Volke in großer Gunst standen, doch wegen ihrer Ausschweifungen oftaus Rom und Italien verbannt. In ihrer Jugend wurden sie häufig zu Verschnit-tenen gemacht, weil man glaubte, daß sie dadurch eine größere Geschmeidigkeit desKörpers erhielten. Viele Schriftsteller des Alterthums rechnen aus diesen Gründendie Erfindung und Ausbildung der Pant., an welchen die Römer einen wahrhaftleidenschastl. Antheil nahmen, unter die Ursachen der Sittenverderbniß im röm.Volke und Staate. Die alten theatralischen Pant. hörten wahrscheinlich mit demVerfalle des römischen Theaters im 5. und 6. Jahrh, allmälig auf. Bei den Ita-lienern, die wie alle südliche Völker in ihren Gebärden lebhafter und beredter sindals die nördliche», erhielt sich jedoch diese Kunst immer in Übung und großer Theil-